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Gratulation zur Traumnote: das 1,0-Trio am Penzberger Gymnasium.

Abitur in Corona-Zeiten

Penzberger Gymnasium: Ein Trio mit der Traumnote 1,0 - und  Neugier auf die Zukunft

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Besser geht nicht mehr. Lilli Herbelßheimer, Sebastian Proksch und Maximilian Hofschen haben ihr Abitur am Penzberger Gymnasium mit einer glatten 1,0 gemacht – eine absolute Bestleistung. Nun wartet das Leben auf die drei 18-Jährigen. Und weder von Corona noch von geplatzten Reiseträumen wollen sie sich ihre Freude darauf nehmen lassen.

Penzberg – Ihre letzten Schulwochen vor dem Abitur hatten sich Lilli, Sebastian und Maximilian anders vorgestellt. Wahrscheinlich ebenso wie ihre 103 Mitschüler, die am Penzberger Gymnasium ihr Abitur geschrieben haben – bis auf zwei haben alle bestanden. Dass sie wochenlang nicht zur Schule gehen konnten, ja bisweilen noch nicht einmal wussten, ob sie ihren Abschluss in diesem Jahr überhaupt würden machen können. „das hat mich schon verunsichert“, erinnert sich Sebastian aus Penzberg – „dass man so lange nicht wusste, was passieren wird“.

Unsicherheit im Endspurt: Ist das Abi in Corona-Zeiten möglich?

Und Lilli gibt zu: „Ich hatte schon Angst, dass es nichts wird.“ Um mehrere Wochen wurden die Abschluss-Prüfungen schließlich nach hinten verlegt. „Dadurch hatten wir mehr Zeit zum Lernen“, so die Penzbergerin. Das sei ein Vorteil gewesen. Andererseits sei lange nicht klar gewesen, ob die ausstehenden Klausuren noch geschrieben werden müssen – man also darauf lernen sollte oder nicht. Schließlich seien diese letzten Tests abgesagt worden.

Vorteil am Lockdown: Intensive Vorbereitung ohne Störfaktoren

Der Vorteil am Lockdown sei gewesen, dass man sich sehr intensiv auf seine Abitur-Prüfungen vorbereiten konnte, findet Sebastian, der vor rund einem Jahr im Rahmen eines P-Seminars die Alpen via Mountainbike überquerte. Alle drei betonen, ihr Abschluss-Jahrgang sei auch zuhause von den Lehrern sehr gut betreut worden. Viele ihrer Mitschüler hätten ebenfalls eine Eins vor dem Komma stehen. Dass sie aber ihr Abitur mit einer glatten 1,0 machen würden, haben alle drei nicht erwartet – auch wenn sie natürlich nie wirklich schlechte Schüler gewesen seien.

Richtig gut in der Schule wurde zumindest Lilli aber erst in der Oberstufe. „Ab da lief es einfach“, so die 18-Jährige. Schon in den unteren Klassen dran zu bleiben am Lernstoff, ist laut Maximilian unheimlich wichtig, um einen guten Abschluss hinzulegen. Fehle es an Grundlagen – etwa an Vokabeln – könne man das nie mehr so richtig aufholen, sagt der Iffeldorfer, der bereits erfolgreich an naturwissenschaftlichen Schüler-Wettbewerben teilgenommen hat; zuletzt an einer Physik-Olympiade, bei der er deutschlandweit als 15. abschloss. Auch die Heimatzeitung berichtete schon vor einigen Jahren über dieses „Wissenschafts-Genie“.

Wegen Corona: Kein Abistreich und kein Abiball

Fürs Lernen daheim haben sie alle ihre ganz eigene Routine entwickelt. „Ich habe mich in unseren Garten gesetzt und bin nach dem Lernen zum Laufen gegangen“, schildert Maximilian seinen täglichen Lern-Rhythmus. Sebastian achtete auf ausreichend Schlaf. Gelernt habe er immer vormittags, zur Entspannung wurde gesportelt. Mehrere Stunden täglich haben die drei gepaukt. „Aber wenn nichts mehr geht, muss man aufhören“, hat Lilli herausgefunden. Irgendwann sei der Kopf einfach voll.

Sonntags war bei ihr darum generell lernfrei. Am 17. Juli werden sie und ihre Mitschüler im Rahmen einer Feier ihre Zeugnisse überreicht bekommen. Abiball und Abistreich können wegen Corona aber nicht stattfinden.

Im Herbst wollen sie alle ein Studium beginnen; Lilli etwa im Fach Psychologie. Eigentlich hatte sie ein Freiwilliges soziales Jahr in Kambodscha geplant. „Aber es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass das noch klappt“, glaubt sie angesichts der Corona-Situation.

Der große Urlaub muss nach dem Einser-Abi ausfallen

Mittlerweile habe sie sich damit abgefunden. Dann mache sie das halt nach ihrem Studium, gibt sich die junge Frau pragmatisch. Sebastian wollte mit Freunden eigentlich nach Frankreich und Spanien reisen. Jetzt wird es vor seinem Jura- oder Sprachenstudium wohl nur Österreich werden. Und Maximilian wird an der TU München Elektrotechnik studieren. Bis dahin will er „die Seele baumeln lassen“. Dass ihre Schulzeit nun hinter ihnen liegt, finden alle drei schon etwas traurig. „Es ist schon komisch, dass es jetzt vorbei ist“, sagt Maximilian. Doch die Neugier und die Vorfreude auf die Zukunft überwiegen am Ende doch.

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