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Als Penzberger Postamt wurde das Haus 1923 errichtet, heute ist es eine Postbank-Filiale mit Post-Dienstleistungen.

Postbank kündigt Schließung an

Penzberger „Postamt“ macht dicht - Proteststurm fegt durch den Ort

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Die Postbank hat angekündigt, Mitte März ihre Filiale an der Philippstraße in Penzberg zu schließen. Dort können dann auch keine Briefe und Pakete mehr aufgegeben werden. Damit geht zugleich eine Ära zu Ende.

+++Update 15. Januar, 18 Uhr+++

Mit Unverständnis und Protest reagieren Penzberger auf das Aus für die Post an der Philippstraße nahe dem Penzberger Bahnhof. „Erst mal die Preise erhöhen und dann wieder eine Filiale zumachen“, lautet ein Kommentar. „Echt traurig“, so eine andere Reaktion. Unverständnis herrscht, weil in der Filiale oft Betrieb herrscht. Aber auch Kritik gibt es in diesem Zusammenhang: dass man sich in einer Schlange vor dem Schalter ungern über Bausparvertrag und Co. beraten lässt. Die Nachricht von der Schließung griff am Mittwoch die Penzberger SPD auf.

Es sei gesetzlich verankert, „dass im städtischen Bereich niemand einen weiteren Weg als zwei Kilometer zur nächsten Postfiliale haben darf“, erklärte sie. Wie berichtet, hatte die Postbank angekündigt, Mitte März ihre Filiale in dem denkmalgeschützten Gebäude – es wurde 1923 als „Postamt“ errichtet – zu schließen und sich aus Penzberg zurückzuziehen. Sie begründet dies damit, dass zu wenig Bankdienstleistungen nachgefragt werden. Der Rückzug hat zur Folge, dass dort auch keine Postdienstleistungen, zum Beispiel Paketabgabe, mehr angeboten werden.

Diese Dienstleistungen hatte die Postbank für die Post miterledigt. Die Post selbst ist in Penzberg nur noch durch Partnerfilialen im Edeka-Center und bei der Shell-Tankstelle vertreten. Angekündigt wurde, dass ab 18. März eine Stelle im Rewe-Markt hinzukommen soll. Man werde sich damit nicht abfinden, erklärte die Penzberger SPD am Mittwoch in einer Mitteilung. Sie ersucht darin Bürgermeisterin Elke Zehetner, mit der Postdirektion in Kontakt zu treten und Möglichkeiten des Erhalts der Filiale zu besprechen.

Ortsverein und Fraktion verweisen in dem Zusammenhang auf die Zwei-Kilometer-Regelung. Der Ortsverein, heißt es weiter, habe sich darüber hinaus an den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel gewandt, der mehrere Jahre postpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion war und dem Ausschuss für Post und Telekommunikation vorsaß. Barthel habe seine beratende Unterstützung zugesagt. „Wir können nichts versprechen, aber wir werden nichts unversucht lassen“, erklärte Vize-Vorsitzender Stefan König in der Mitteilung.

Originalmeldung vom 14. Januar 2020:

Penzberg – In Penzberg geht eine fast 100-jährige Ära zu Ende. An der Philippstraße 28 wird es ab Mitte März weder Post noch Postbank geben. Das denkmalgeschützte Gebäude nahe dem Bahnhof war 1923 eigens als „Postamt“ errichtet worden, die alte Inschrift steht noch über der Eingangstür. Fast 100 Jahre lang war es für die Penzberger „die Post“, auch wenn es sich seit Mitte 2010 eigentlich um eine Postbank-Filiale handelt, die zusätzlich Dienstleistungen der Deutschen Post anbietet.

Postbank kündigt Schließung für Mitte März an

Die Postbank kündigte am Dienstag an, sie werde sich im März aus Penzberg zurückziehen. Die Filiale an der Philippstraße werde letztmals am 18. März öffnen. Das bedeutet ihr zufolge, dass dort auch keine Briefe und Pakete mehr aufgegeben werden können.

Postbank äußert sich zu Gründen für den Rückzug

„Die Filiale trägt sich wirtschaftlich nicht“, erklärte die Postbank auf Nachfrage zum Grund für den Rückzug. Es gebe zwar oft Menschenschlangen mit Briefen und Paketen vor dem Schalter, so Sprecherin Iris Laduch. „Damit kann die Filiale aber nicht kostendeckend betrieben werden“, erklärte sie. Dies funktioniere nur, wenn Bankdienstleistungen nachgefragt werden, also zum Beispiel Bausparverträge, Baufinanzierung oder Girokonto-Abschlüsse und nicht nur Ein- oder Auszahlungen. In Penzberg seien diese Dienstleistungen nicht ausreichend nachgefragt worden, so die Postbank-Sprecherin.

Denkmalgeschütztes Gebäude nahe dem Bahnhof

Das denkmalgeschützte Gebäude an der Philippstraße befindet sich in Privatbesitz. Der Eigentümer hätte dem Vernehmen nach die Postbank als Mieter gern im Haus behalten. Bedauern über den Rückzug äußerte am Dienstag Bürgermeisterin Elke Zehetner. Sie erklärte, die Stadt sei „mit Hochdruck auf der Suche nach anderen Räumlichkeiten in der Innenstadt“, um zumindest eine „Post mit Logistik“ unterzubringen. Die Wirtschaftsförderin würde gegebenenfalls den Kontakt zwischen Eigentümer und Post herstellen.

Post will Filiale im Rewe eröffnen, Postbank verweist auf Bad Tölz

Die Deutsche Post plant indes, für ihre Brief- und Paketdienstleistungen eine neue Penzberger Partnerfiliale im Rewe-Markt an der „Straße des 28. April 1945“ zu eröffnen. Dies soll am 18. März geschehen. Die Postbank, die sich komplett aus Penzberg zurückzieht, erklärte am Dienstag, sie werde ihre Kunden per Aushang, Handzettel und Anschreiben informieren. Bei beratungsintensiven Themen wie Baufinanzierung, Altersversorgung oder Krediten verweist sie auf ihre Filiale an der Hindenburgstraße in Bad Tölz. Als nächste Möglichkeiten zur kostenfreien Bargeldversorgung nennt sie die Hypovereinsbank an der Bahnhofstraße und den Edeka-Markt an der Henlestraße.

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