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Generalsanierung der Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg.

Am Josef-Boos-Platz

Penzberger Sporthallen-Sanierung mit Überraschung

  • vonWolfgang Schörner
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Die Turnhalle am Josef-Boos-Platz verwandelt sich immer mehr zu einem Rohbau. Am Laufen sind mittlerweile auch die Arbeiten im Umfeld der Halle. Wie es aber mit alten Gebäuden so ist: Es lauern Überraschungen. So ist es auch hier. Plötzlich drückte Wasser aus dem Boden des Sanitär- und Umkleidebereichs nach oben. Am Ziel soll das aber nichts ändern.

Penzberg – Seit August 2019 läuft die Generalsanierung der städtischen Turnhalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg. Bekannt war, dass Grundwasser durch Risse im Hallenboden nach oben drückt. Diesem Problem galt ab Herbst das Augenmerk, die Risse wurden verpresst. Eine Überraschung war zwar, dass dabei im Beton auch Leerrohre für Elektrokabel entdeckt wurden, dies brachte jedoch keine Zeitverzögerung. Seither wird beobachtet, ob sich durch noch unentdeckte Risse weiterhin Wasser den Weg nach oben bahnt.

Sporthalle: Überraschung im Umkleidebereich - Wasser drückt nach oben

Eine sehr viel größere Überraschung gab es bei den Abbrucharbeiten im angrenzenden Umkleide- und Sanitärbereich. Denn auch dort drückte plötzlich Wasser nach oben, nicht durch Risse, sondern entlang einer Entwässerungsleitung. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Projektleiter Rodja Maier vom Penzberger Stadtbauamt. Andererseits: „Bei Altbauten gibt es immer Überraschungen.“ Bei der Leitung handelt es sich um die Hauptentwässerungsleitung des Gebäudes. Sie ist in die Bodenplatte einbetoniert und zieht sich durch den gesamten Umkleidebereich. Die Leitung habe keinen Schaden, es handle sich wohl um Grundwasser, erklärt Maier. Für dieses Problem suche man nun nach einer Lösung. Denn das Verpressen wie beim Hallenboden funktioniert hier nicht. Dabei, so der Projektleiter, bestünde die Gefahr, die Leitung versehentlich anzubohren.

Sporthallen-Sanierung: Zeitplan wird nicht infrage gestellt

Den Zeitplan für die Generalsanierung will man im Stadtbauamt deswegen allerdings nicht infrage stellen. Wie berichtet, lautet das Ziel, dass die Sporthalle am Josef-Boos-Platz ab September 2021, also in knapp eineinhalb Jahren, wieder für Schulen und Vereine zur Verfügung steht. Auch die Corona-Krise hat laut Stadtbaumeister Justus Klement bislang keine Auswirkungen auf die Baustelle. „Bisher gibt es keine Absagen.“ Zudem sei man bei fast allen Vergaben im Rahmen der Kostenrechnung, „eher sogar darunter“, erklärt er. Im vergangenen Dezember hatte der Penzberger Stadtrat die Kosten auf maximal 10,8 Millionen Euro gedeckelt. Damals hatte sich das Gremium auch gegen Abbruch und Neubau an derselben Stelle und in gleicher Größe – die Schätzung lag dafür bei 14,5 Millionen Euro – entschieden.

Generalsanierung: Sporthalle verwandelt sich in Rohbau

Eigentlich würden die Arbeiten im Zeitrahmen liegen. Mit der zweiten Abbruchphase sei Anfang März, also früher als geplant, begonnen worden, erklärt Rodja Maier. Die Deckendämmung in der Halle wurde abgenommen – dort herrscht nun freier Blick auf den Dachstuhl, der in einem späteren Schritt verstärkt wird. Abgebrochen wurden zudem Heizungs- und Sanitärleitungen. Seit Ende März laufen laut dem Projektleiter auch die Außenarbeiten. Dort wird die Oberfläche über dem Kellergeschoss abgetragen, in dem sich die Vereinsräume von Keglern und Schützen befinden. Dort ist der Innenausbau bereits entfernt. Auch die Fassadendämmung der Halle ist schon abgebrochen.

Nach und nach wird aus der Sporthalle auf diese Weise ein Rohbau, um danach wieder eine Sporthalle daraus zu machen. Ziel sei, so der Projektleiter, bis Ende des Jahres die Gebäudehülle mit Fassade und Dämmung fertigzustellen, um sich ab Winter dem eigentlichen Innenausbau zu widmen.

Sporthallen-Sanierung: Mehr als sechs Jahre ohne Sport

Kann die Sporthalle tatsächlich im September 2021 eröffnet werden, geht eine mehr als sechs Jahre sportlose Zeit vorbei. Die Regierung von Oberbayern hatte die Halle von Juni 2015 bis März 2016 zur Asylbewerberunterkunft gemacht. Als sie danach auf Schäden untersucht wurde, traten Mängel zutage, die aus der Bauzeit herrühren. Der Sanierungsumfang weitete sich in Folge immer mehr aus. Zudem mussten die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Seit November 2018 gehört die Halle der Stadt, zuvor war der Landkreis daran beteiligt.

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