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Stellvertretend für Antonia Michaelis nahm ihre Mutter zusammen mit Illustratorin Claudia Carls die Skulptur von der Kinder-Jury entgegen.

Kinder- und Jugendliteraturpreis 2019

Penzberger „Urmel“-Preis geht nach Madagaskar - für „Das Blaubeerhaus“ von Antonia Michaelis

Bereits zum achten Mal wurde der „Urmel“-Preis vergeben – benannt nach der von Max Kruse geschaffenen Kinderbuchfigur. Der alle zwei Jahre verliehene Kinder- und Jugendliteraturpreis 2019 geht heuer an die Autorin Antonia Michaelis und die Illustratorin Claudia Carls für ihr Buch „Das Blaubeerhaus“.

VON FRANZISKA SELIGER

Penzberg – Das Besondere am Penzberger Kinder- und Jugendbuch-Literaturpreis „Urmel“ ist, dass eine Kinderjury über den Sieger entscheidet. Die Buben und Mädchen im Alter zwischen 9 und 13 Jahren hatten sich in den vergangenen Monaten zehn Bücher vorgenommen,die zuvor eine Erwachsenenjury ausgewählt hatte. Sie bewerteten nicht nur die Geschichten, sondern auch die Illustrationen, sie lasen viel, diskutierten miteinander – und kürten schließlich nach einem harten Kopf-an-Kopf-Rennen das 2015 im Oetinger-Verlag erschienene „Blaubeerhaus“ zum diesjährigen Siegertitel.

Urmel-Preis: Blaubeerhaus-Autorin unterstützt in Madagaskar den Bau einer Schule

Dessen Autorin Antonia Michaelis, 1979 in Kiel geboren, hat bereits zahlreiche Preise für ihre Kinder- und Jugendbücher erhalten; unter anderem den Deutschen Fantasy Preis 2011. Michaelis schrieb bereits im Kindesalter erste Geschichten, studierte nach dem Abitur in Augsburg aber zunächst Medizin, bevor sie auf ihren zahlreichen Reisen durch die Welt viel Wissen und Erfahrungen sammelte, die ihre Bücher auf vielschichtige Weise prägen. Mittlerweile existieren von ihr mehrere Serien wie „Kreuzberg 007“, „Ella Fuchs“ oder „Ein Fall für die Katz“.

Heute lebt Michaelis mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf gegenüber der Insel Usedom – eigentlich, denn persönlich entgegen nehmen konnte sie den „Penzberger Urmel 2019“ beim Festakt am Freitag nicht. Bereits seit rund einem Jahr ist sie mit Mann und Kindern in Madagaskar, um dort den Bau einer dringend benötigten Schule zu unterstützen, wie ihre Mutter Ingrid Michaelis sagte. Sie nahm den Preis stellvertretend für ihre Tochter entgegen. Das mit dem „Urmel“ verbundene Preisgeld wolle ihre Tochter für das Schulprojekt verwenden.

Gefreut über die Auszeichnung habe sich ihre Tochter schon, auch wenn sie lieber kritische Stimmen zu ihren Werken höre wie lobende. „Hoppla!“ sei der spontane Ausruf ihrer Tochter gewesen, als sie vom „Urmel“-Preis erfahren habe, so die Mutter.

Urmel-Preis: Illustratorin freut sich über Kinderjury-Votum

Persönlich eigens für die Preisverleihung aus Hamburg angereist war dagegen llustratorin Claudia Carls. Die 1978 in Hamburg geborene Künstlerin, die Illustration und Kommunikationsdesign studiert hat und nun als freischaffende Illustratorin und Autorin arbeitet, freute sich sichtlich über die Auszeichnung. „Ich habe mich unheimlich darüber gefreut. Das ist eine tolle Sache“, sagte Carls. Sie habe zwar bereits Preise für diverse Plakate bekommen, sei aber noch nie von einer Kinderjury ausgezeichnet worden. Überhaupt sei es sehr selten, dass Autor und Illustrator eines Buches gleichberechtigt einen Preis erhielten. Moderiert wurde die Preisverleihung von den beiden Gymnasiasten Lara Rose und Nikolaus Heissig sowie dem bereits „Urmel“-erfahrenen Moderator Elias Schlögel, dessen „The Red Flying Cheese Bread“-Band den Abend musikalisch pfiffig umrahmte.

Urmel-Preis: Auszeichnung für Schülergruppen

Außerdem wurden beim Festakt in der Stadthalle zwei Schülergruppen mit jeweils einem „Urmel“-Wanderpokal ausgezeichnet, die im Sommer die beste Präsentation eines der Finalbücher gezeigt hatten: die damalige Klasse 5e des Penzberger Gymnasiums für ihren Film zum Buch „Mount Caravan“ von Anna Ruhe und Max Meinzold sowie die damalige Klasse 3c der Birkenstraßen-Grundschule für den Film zu „König Guu“ von Adam Stower.

Lesen Sie auch: „Du spinnst wohl!“: Urmel-Literaturpreis 2017 für Kai Pannen

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