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In dem Gebäude war früher die Montessorischule, es könnte das Domizil der „Aktiven Schule“ werden.

Start als Grundschule

Penzberger wollen „Aktive Schule“ gründen - und haben ein sportliches Ziel

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In Penzberg entsteht womöglich eine neue Schule. Ein Kreis von Eltern, Erziehern und Lehrern plant für heuer die Gründung einer „freien Schule“ nach dem Konzept der „Aktiven Schule“. Ein Gebäude haben sie schon in Aussicht: das ehemalige Montessorischulhaus. Allerdings gibt es noch einige Hürden.

Penzberg – Ein sportliches Ziel haben sich die Schulgründer gesetzt: Starten wollen sie bereits zu Beginn des Schuljahrs im September 2020 mit einer gemischten Klasse, die die erste bis dritte Jahrgangsstufe vereint. Um eine Chance zu haben, müssen sie bis Ende März bei den Behörden den Antrag zur Schulgründung einreichen. Dieser beinhaltet Finanzplan, Gebäude, Lehrer und Schüler.

„Aktive Schule“ in Penzberg: Antrag soll Ende März gestellt werden

„Wir wissen, das ist sehr ambitioniert“, erklärt Juliane Malik, die dem Gründer-Kreis angehört. Deshalb würden noch engagierte Eltern, Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen gesucht, „die tatkräftig mithelfen möchten“. Ein sozialer Trägerverein hat sich bereits gegründet. Und natürlich werden Schüler gebraucht, insgesamt 15 Kinder. Am Mittwoch, 12. Februar gibt es einen öffentlichen Infoabend der Initiative (20 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses in Penzberg). Läuft alles glatt, wird es auch eine weiterführende Schule geben. Die Planung dafür laufe aber erst, wenn die Grundschule (mit Ganztagsbetreuung) – gestartet ist, so Juliane Malik.

„Aktive Schule“: selbstbestimmt, bewegt, demokratisch

Die „Aktive Schule“ hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Montessori-Konzept. Aber es gibt auch Unterschiede. „Unsere Kinder können jederzeit bestimmen, was sie machen möchten“, erklärt Juliane Malik. Das kann zum Beispiel heißen, dass sie lieber Fußballspielen gehen. „Sie sind komplett selbstbestimmt.“ Lernen würden die Kinder trotzdem. „Weil Kinder immer lernen wollen.“ Laut Malik legt die „Aktive Schule“ einen verstärkten Fokus „auf Bewegung und Demokratie“. Die Kinder, sagt sie, lernen viel besser, wenn sie sich bewegen können. Zudem bilden alle Schüler einen Klassenrat, der sich selbst Regeln gibt, Ideen und Probleme bespricht sowie demokratisch abstimmt. Aus den Kindern, sagt sie, würden „selbstständig denkende Menschen“, die auch besser auf das Wirtschaftsleben vorbereitet seien. Die Klasse werde zwei Lernbegleiter haben, die die Schüler unterstützen, wenn sie Hilfe brauchen, aber auch Projekte anbieten. Solche Projekte können dann zum Beispiel auf Englisch laufen, wodurch die Kinder die Fremdsprache intensiv lernen würden.

„Aktive Schule“ gibt es bereits seit 2009 in Petershausen

Eine „Aktive Schule“ gibt es bereits seit 2009 in Petershausen bei Dachau. Auch dort geht es um Lernen in Bewegung, Bewusstsein für die Umwelt, Selbstständigkeit, Demokratie sowie individuellen Lern- und Entwicklungsziele. Deren Konzept war eigentlich vor etwa zwölf Jahren von der ehemaligen Leiterin des Penzberger Waldkindergartens entwickelt worden, um eine „Aktive Schule“ in München zu gründen. Als dies nicht gelang, übernahmen die Petershausener das Konzept. Nun kommt es quasi auf diesem Umweg zurück nach Penzberg.

„Aktive Schule“ in Penzberg: Schulhaus in Aussicht

Vor Weihnachten hatte der Penzberger Kreis das Vorhaben bei Bürgermeisterin Elke Zehetner und Rathaus-Geschäftsleiter Roman Reis vorgestellt. Sie seien sehr offen dafür gewesen, sagt Juliane Malik. Ein Gebäude hätte der Kreis auch in Aussicht: das Haus an der Straße „Am alten Bahnhof“, in dem die Montessorischule von 2005 bis 2013 unterrichtete. Es sei schon mal als Schule zugelassen gewesen, liege zentral und habe nebenan ein Waldstück, das man nutzen könnte, erklärt sie. Auch deshalb hofft Juliane Malik, dass alles klappt und die Behörden Ja sagen. Denn: Wer weiß, ob das Gebäude in eineinhalb Jahren noch frei ist.

Kontakt für Interessenten: E-Mail an „juliane.aktiveschule@gmx.de“.

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