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Einkaufsstraße in Penzberg: Der Stadtrat stimmte für einen Antrag zur „digitalen Einkaufsstadt“. 

Kaufverhalten hat sich verändert

Penzbergs Antwort auf die Online-Konkurrenz

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Zwei Aufgaben hat sich die Penzberger Wirtschaftsförderin Monique van Eijk derzeit vorgenommen. Zum einen geht es um eine „digitale Einkaufsstadt“. Dafür gab der Penzberger Stadtrat vor kurzem grünes Licht. Zum anderen arbeitet die Wirtschaftsförderin an einem Einkaufsgutschein-System – was gar nicht so einfach ist.

Penzberg – Eine „digitale Einkaufsstadt“ sei eine spannende Sache, sagt Monique van Eijk. Sie sieht dies quasi als eine Antwort auf die Konkurrenz der Online-Händler. Denn das Käuferverhalten, so die Wirtschaftsförderin, habe sich geändert. „Die Leute wollen gleich alles online anschauen.“ Doch was steckt hinter einer „digitalen Einkaufsstadt“? Die Bandbreite ist groß – sie reicht vom Eintrag in Online-Kartendiensten bis zum Online-Shop, in der das komplette Einzelhändler-Angebot einer Kommune vereint ist.

In Penzberg, so Monique van Eijk, gebe es bei der Online-Präsenz große Unterschiede. Sie reiche vom Einzelhändler mit eigenem Online-Shop bis zum Geschäft, das nicht einmal beim Online-Kartendienst Google-Maps zu finden ist. Als ersten Schritt schwebt der Wirtschaftsförderin vor, den kompletten Einzelhandel mit den Grunddaten wie Öffnungszeiten und aktuellen Kontakten abzubilden. Sie denkt dabei zum einen an eine optisch ansprechende und nutzerfreundliche Gewerbedatenbank, in der auch Gastronomie und Dienstleister vorkommen, eingerichtet und gepflegt von der Stadt. Zum anderen, so van Eijk, will sie Experten-Workshops über die Präsenz bei Online-Kartendiensten anbieten. Dabei, erklärt sie, könnten auch „internetaffine Schüler quasi als Unternehmensberater auftreten“. Informieren würde die Wirtschaftsförderin auch gern über Möglichkeiten, wie analoge und digitale Vertriebsformen in Einklang gebracht werden können („Omnichannel-Marketing“). Dafür würde es auch Penzberger Experten geben, die die verschiedenen Kanäle erfolgreich bedienen, sagt sie.

Zunehmender Onlinehandel setzt Geschäfte unter Druck

Ihre Ideen hatte Monique van Eijk vor kurzem im Penzberger Stadtrat vorgestellt. Hintergrund war ein Antrag der SPD-Fraktion, notwendige Ressourcen zu ermitteln, um Penzberg zu einer „digitalen Einkaufsstadt“ zu machen, sowie beim Gewerbe das Interesse abzufragen. Die Fraktion begründete ihren Antrag mit dem zunehmenden Onlinehandel, der die Geschäfte unter Druck setzt. Die SPD verwies dabei auch auf einen Modellversuch des bayerischen Wirtschaftsministeriums in Coburg, Günzburg und Pfaffenhofen an der Ilm. „Der Modellversuch war ein großer Erfolg“, so Stadtratsmitglied Thomas Keller (SPD). Für Penzberg, so der Vorschlag, könnte ein Modell entworfen werden, das zu der Stadt passt.

Im Stadtrat wurde der Vorschlag positiv aufgenommen – falls, so die Voraussetzung, die Einzelhändler an der Unterstützung interessiert sind. Vor diesem Hintergrund beauftragte der Stadtrat einstimmig die Wirtschaftsförderin, in Zusammenarbeit mit „Pro Innenstadt“ und anderen Beteiligten ein Konzept für eine „digitale Einkaufsstadt“ zu erstellen.

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Weiteres Projekt der Wirtschaftsförderin: Einkaufsgutschein für Penzberg

Aus der analogen Welt ist ein anderes Projekt, mit dem sich Monique van Eijk derzeit beschäftigt: einen Einkaufsgutschein für Penzberg, vergleichbar mit „Der Tölzer“. Geboren wurde die Idee vom Penzberger Gutschein im Seniorenbeirat (wir berichteten). In dessen jüngster Sitzung stellte van Eijk („Ein Einkaufsgutschein ist Wirtschaftsförderung par excellence“) die einzelnen Schritte zu einem Gutschein-System vor – und dabei gibt es offenbar viel zu klären.

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So stellt sich ihr zufolge zum Beispiel die Frage, wie die Gutscheine gestückelt werden sollenoder ob Nutzer individuelle Beträge eintragen sollen. „Von Vorteil bei der Abwicklung wäre eine feste Stückgröße“, so van Eijk. Andere Fragen sind, welcher Händlerkreis dabei sein soll und ob die Liste auch online abrufbar sein soll, aus welchem Material der Gutschein ist, welches Design und welchen Namen er erhält. Geklärt werden müsse auch, wo die Gutscheine erworben werden können. Benötigt werde ebenso ein elektronisches Abrechnungssystem, das erfasst, welche Gutscheine im Umlauf sind, und eine Stelle, bei denen die Unternehmen ihr Geld für die angenommen Gutscheine erhalten. Voraussetzung von alledem ist laut van Eijk aber, dass die Geschäfte ein Interesse am Einkaufsgutschein haben, zumal manche Einzelhändler schon eigene Gutscheine ausgeben. Wann die Idee realisiert werden kann, vermochte sie in der jüngsten Seniorenbeiratssitzung nicht zu sagen. Am liebsten, so zeigte sich, hätte der Seniorenbeirat den Einkaufsgutschein bereits Anfang Oktober bei seiner „Herbstlicht“-Veranstaltung vorgestellt. Das, so van Eijk angesichts der vielen Vorarbeiten, „kann ich nicht garantieren“.

wos

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