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Mit zwei Lämmern auf dem Arm: Julian Lademann und Sandra Gassert.

Corona-Krise

Phantasie ist gefragt: Videoclip mit zwei Lämmern - wie man die Gläubigen erreicht

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Phantasie ist in der Corona-Krise gefragt, um die Gläubigen zu erreichen, zum Beispiel per E-Mail, wie es der katholische Pfarrer Bernhard Holz vorhat. Einen Film drehten die evangelischen Pfarrer Julian Lademann und Sandra Gassert, mit Lämmern auf dem Arm. Auch Imam Benjamin Idriz setzt auf Videobotschaften und erreicht mehr Menschen als vorher.

Penzberg – Mit zwei Lämmern auf dem Arm stehen die evangelischen Pfarrer Julian Lademann und Sandra Gassert auf einer Wiese bei Jenhausen. Sie sprechen über die Unsicherheit, die die Menschen derzeit begleitet, darüber, dass man nicht wisse, was auf uns zukommt. „Was wir aber wissen, gerade in Hinblick auf diese süßen beiden Gemeindemitglieder, ist, dass wir keine Angst zu haben brauchen“, sagt Gassert mit Blick auf die zwei Lämmer. „Gott hat gesagt: Ich bin der gute Hirte. Und wir wissen, dass wir seine Schäfchen sind, uns wird nichts mangeln“, fügt Lademann an. Sie schließen mit der Bitte an ihre Zuschauer, auf sich zu achten, und dem Wunsch, gesund zu bleiben.

Keine Gottesdienste: Phantasie ist gefragt

Weil die Kirchen momentan geschlossen sind, überlegen sich evangelische wie katholische Gemeinden andere Wege, die Gläubigen zu erreichen, auch in Penzberg. Keine zwei Minuten dauert das Video der beiden evangelischen Pfarrer. Kurz sollte es sein, keine lange Predigt und etwas Tröstliches, erzählt Lademann. Und weil Gemeindemitglied Verena Hausmann in Jenhausen Bergschafe hat, kamen sie auf die Idee mit den Lämmern. So machten sie sich noch vor der Ausgangsbeschränkung nach Jenhausen auf. Als sie auf die Weide gingen, erzählt Lademann, sei es wie eine kleine Prozession gewesen. Vier Lämmer und drei Katzen folgten ihnen. Mit dem Video, zu sehen auf der Internetseite der evangelischen Gemeinde Penzberg, wollten sie Hoffnung machen und zeigen, „dass wir da sind“, so der Pfarrer. Sie hätten viele Rückmeldungen erhalten, auch von Menschen über 70. Wahrscheinlich wird es nicht das letzte Video sein.

Keine Gottesdienste: Gedanken per E-Mail

Der katholische Pfarrer Bernhard Holz will für Ostern, voraussichtlich Palmsonntag, per E-Mail seine Gedanken zum Evangelium und zum jeweiligen Tag verschicken. Auch über ein Video denkt er nach. Laut Diözese gibt es auch an den Kar- und Ostertagen keine öffentlichen Gottesdienste. So steht Holz weiterhin jeden Tag allein im Gebetsraum des Pfarrzentrums, um für die Menschen zu beten. Für die Seelsorge bleibt er wie seine evangelischen Kollegen aber erreichbar.

Videobotschaften erreichen mehr Menschen

Auf Videobotschaften und E-Mail setzt auch der Penzberger Imam Benjamin Idriz. Vorige Woche sei es die erste Freitagsansprache seines Lebens ohne Anwesenheit von Gläubigen gewesen. Auch die Penzberger Moschee ist geschlossen. In seiner Freitagsbotschaft spricht Idriz von der Ungewissheit, aber auch von Geduld und von Vertrauen auf Gott, auf den Staat, die Mediziner und auf die Solidarität der Menschen. Er wendet sich gegen Verschwörungstheorien und bittet die Gläubigen, zu Hause zu beten. Auch Idriz selbst betet in seiner Wohnung, nicht in der Moschee, wie er sagt. Normalerweise, erzählt er, erreiche er 200 bis 250 Menschen. Seine Videobotschaft zählte dagegen circa 2000 Aufrufe.

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