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Walter Huber (links, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Tölz) und Josef Kellner (Vorstandsvorsitzender der EWO) bei der INOLA-Konferenz. 

INOLA-Konferenz in Penzberg

Plädoyer für Ausbau der Photovoltaik

„Der Strombedarf kann gedeckt werden, bei der Wärme ist es schwieriger.“ Das ist die zentrale Aussage aus dem Streit bei der INOLA-Regionalkonferenz in Penzberg. 

Penzberg – Der Name „INOLA“ steht für „Innovationen für ein nachhaltiges Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene“. Ziel der Studie, an der unter anderem die Bürgerstiftung „Enerergiewende Oberland“ (EWO) und die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München mitwirken, ist es, die Potenziale an regenerativen Energien im Oberland zu ermitteln. Auch die tatsächliche Verwendung dieser und der nicht-regenerativen Energieformen spielt in der Studie eine Rolle, die aufzeigen soll, ob die Energiewende bis 2035 zu schaffen ist. Von Streit zeigte sich nicht optimistisch: „Deutschland war mal Vorreiter.“ Sie betonte dabei „war“.

Josef Niedermeier, Tölzer Landrat und Vorsitzender des „Planungsverband 17/Region Oberland“, meint, die Landkreise sollten mit gutem Beispiel vorausgehen. Er sieht aber auch die Realität: „Die Begeisterung ist da, aber bei der Akzeptanz beißt’s aus.“ Die Weilheim-Schongauer Landrätin Andrea Jochner-Weiß hofft, dass das Gutachten nicht nur belege, „wie toll ma san“, um dann in die Schublade gelegt zu werden.

Mischung der Energiequellen würde zur Versorgungssicherheit beitragen

Projektmitarbeiter Martin Danner präsentierte Zahlen zu dem, was in der Region machbar ist. Rund die Hälfte des Stroms könnte mit PV-Anlagen erzeugt werden, ein weiteres Drittel mit Wasserkraft, der Rest mit Geothermie, Biomasse und Windkraft. Die Mischung der Energiequellen würde auch zur Versorgungssicherheit beitragen. Um das Ziel der Vollversorgung zu erreichen, müsste allerdings die Photovoltaik ausgebaut werden, die derzeit bei einer Leistung von 200 Megawatt stagniere. 900 Megawatt wären nötig. Anlagen sollten vor allem auf Dächern gebaut werden, aber auch Freiflächenanlagen seien notwendig. Bei der Wärme sieht es laut Danner schlechter aus. 80 Prozent des Bedarfs seien ungedeckt. Dies liege vor allem an Altbauten, die einen hohen Wärmebedarf haben. Eine energetische Sanierung des Altbestands sei daher unbedingt nötig.

Tipps für Hausbesitzer und solche, die es werden wollen

Zum Abschluss der Veranstaltung hatte der geschäftsführende EWO-Vorstand Stefan Drexlmeier noch ein paar Tipps für Hausbesitzer und solche, die es werden wollen. Auf die Dächer sollten diese unbedingt PV-Anlage montieren und den Strom für den Eigenverbrauch nutzen. Dies sei nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Überschüssiger Strom sollte zum Aufladen eines Elektroautos oder zum Betrieb einer Wärmepumpe genutzt werden. In Neubaugebieten können die Bauherren laut Drexlmeier weitere Vorteile erzielen, indem sie Quartierspeicher bauen, wodurch die Speicherkosten sinken. Bei Altbauten bestehe ein hohes Einsparpotenzial, das aber im Einzelfall ermittelt werden müsse.

Auf den Websites der Energiewende Oberland und beim Energieatlas Bayern finden sich weitergehende Infos zum Energiesparen und zur Nutzung von regenerativen Energien.

Alfred Schubert

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