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Die alten Fahrradständer am Bahnhof in Penzberg.

Neue Abstellanlage für Fahrräder

Pläne am Penzberger Bahnhof: Radl-Garage plötzlich nur noch halb so teuer

  • vonWolfgang Schörner
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Die geplante doppelstöckige Radl-Garage am Penzberger Bahnhof schien schon ad acta gelegt zu sein – wegen der drohenden Kosten in Höhe von 600 000 Euro. Nun kehrt sie in abgespeckter Form zurück – für rund 284 000 Euro. Im Bauausschuss wunderte man sich über die purzelnden Preise.

Penzberg – Die Überlegungen, am Penzberger Bahnhof eine große, moderne Abstellanlage für Fahrräder zu schaffen, gibt es bereits seit gut einem Jahr. Die Anlage soll die rund 80 alten Fahrradständer unter dem löchrigen Wellblechdach ersetzen. Im vergangenen Herbst schienen die Pläne allerdings jäh gestoppt. In der Haushaltsberatung war plötzlich die Rede davon, dass dies 600 000 Euro kosten würde. Angesichts dieses Preises ließen sich die Ausschussmitglieder auch nicht davon beruhigen, dass Fördergeld in Höhe von 350 000 Euro zu erwarten ist. Sie strichen die 600 000 Euro aus dem Finanzhaushalt für 2020 und beließen dort nur noch 30 000 Euro für die weitere Planung.

Verwunderung im Bauausschuss über Preisverfall

Nun kehren die Pläne für eine Radl-Garage doch schneller aus der Schublade zurück als gedacht, und zwar in abgespeckter Form. Das Stadtbauamt hatte nach Möglichkeiten gesucht, Kosten zu sparen. Das Ergebnis stellte Stadtbaumeister Klement nun im Bauausschuss vor. Demnach würden statt der ursprünglich geplanten 200 Fahrrad-Stellplätze nur noch 150 entstehen. Die Gesamtsumme des Bauvorhabens, so Klement, reduziere sich auf rund 284 000 Euro inklusive Planungskosten. Was sogar weniger ist, als jene rund 400 000 Euro, die im vergangenen April vor der Preis-Explosion genannt wurden und auch schon umstritten waren.

Im Bauausschuss sorgte der Preisverfall für Verwunderung. „Wir sparen die Hälfte ein, indem 50 Plätze weggenommen werden?“, fragte Thomas Keller (SPD). „Da stimmt das Verhältnis nicht.“ Er sei ein großer Verfechter von 200 Abstellplätzen und würde es auch gern so belassen. „Aber wenn 50 Plätze 300 000 Euro kosten, machen wir das natürlich nicht.“

Pläne für Radl-Garage am Penzberger Bahnhof in abgespeckter Form

Laut Stadtbaumeister sind die eingesparten 50 Abstellplätze tatsächlich der große Unterschied. Diese Reduzierung habe zur Folge, dass die Anlage kleiner wird. Wegfallen würden der hintere Bereich des Grundstücks und der teure Bodenaustausch („ein großes Problem“), der im vergangenen April auf 180 000 Euro taxiert worden war. Klement fügte zudem an, die Konstruktion des Daches sei vereinfacht worden. Dies bedeute einen „deutlichen Preisunterschied“, weil man bei Konstruktion und Gründung spare. Doppelstöckig soll die Anlage aber trotzdem sein. Schwer tat sich der Stadtbaumeister mit einer Antwort auf die Frage, wann denn die Radl-Garage fertig sein könnte. „Vielleicht im Herbst, jedenfalls nächstes Jahr“, lautete seine Schätzung.

Fördergeld wird erwartet - Höhe ist aber noch offen

Bürgermeisterin Elke Zehetner rechnet damit, dass auch für die neue Variante Fördergeld fließen wird, die dann – wenn es um den städtischen Anteil geht – von den 280 000 Euro abzuziehen sind. Wie hoch dieser Zuschuss ist, wisse man noch nicht, sagte sie. Dies könne man erst nach einem Beschluss mit den zuständigen Stellen abstimmen.

Wolfgang Schweiger (Grüne) stellte zudem die Frage nach einem zweiten Fahrrad-Parkplatz an anderer Stelle, was schon in der Haushaltsberatung als Möglichkeit diskutiert worden war. Laut Zehetner und Klement wären Anlagen jenseits der Bahngleise sowie beim „Video-Reisezentrum“, zum Beispiel für hochwertige E-Bikes, denkbar. Für die Variante mit 150 Plätzen sprach der Bauausschuss am Ende eine einstimmige Empfehlung aus. Entscheiden muss darüber letztlich der Stadtrat am Dienstag.

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