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Fahrradweg

Radverkehrsprojekt auf alter Gleistrasse

Pläne in Penzberg: Radeln auf dem „Bahnbogen“

  • VonWolfgang Schörner
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Die Stadt Penzberg will heuer die Planung für einen neuen Radweg aufnehmen, der vom Bahnhof in einem Bogen an der „Westend“-Siedlung vorbei auf die Seeshaupter Straße trifft – entlang früherer Bahngleise. Das ist das Ergebnis eines Radverkehr-Antrags der Grünen, auch wenn dieses Projekt nicht deren Favorit ist.

Penzberg – „Bahnbogen“: So hat die Stadt das Projekt getauft. Geplant ist, die frühere Gleistrasse, die vom Penzberger Bahnhof in einem weiten Bogen zur Seeshaupter Straße/Karlstraße verläuft, zu einem Radweg auszubauen. Jenseits der Staatsstraße würde er an den Radweg in Richtung Nonnenwaldstadion andocken. Ende dieses Jahres soll die Planung beginnen, so die Stadtverwaltung. Die Idee für diesen Radweg ist nicht neu. Schon in der Vergangenheit tauchte der Vorschlag immer wieder auf. Der Radweg war vor fünf Jahren bereits Teil des städtischen Entwicklungskonzepts ISEK.

Bahnbogen-Projekt basiert auf einem Antrag der Grünen

Dass das „Bahnbogen“-Projekt jetzt wieder auf den Tisch kam, ist die Folge eines Antrags der Grünen. Deren Fraktion hatte im vergangenen Februar die Stadt aufgefordert, ein Radverkehrsprojekt zu entwickeln und dafür einen Fördertopf des Bundesumweltministeriums anzuzapfen, für den die Antragsfrist von Anfang August bis Ende Oktober läuft.

Die Grünen schlugen vor, umgehend ein Teilprojekt zu entwerfen, um die Chancen auf das Fördergeld zu nutzen. Zugleich verwiesen sie darauf, dass im November der Ausbau des Radwegenetzes als Teil des Penzberger Klimaschutzpakets beschlossen worden war. Vor fünf Jahren hat der Grünen-Ortsverband, als Ergänzung zu den ISEK-Leitlinien, schon einmal eine Liste mit Vorschlägen vorgelegt, bei denen es unter anderem um die Vernetzung der Stadtteile, um Fahrradstraßen und um neue Fahrradwege ging – darunter auch auf der alten Bahntrasse beim „Westend“.

Bahnbogen: Im Haushalt sind rund 800.000 Euro vorgesehen

Das Penzberger Stadtbauamt empfahl nun, den „Bahnbogen“, als Teilprojekt in Angriff zu nehmen – weil offenbar die Überlegungen dafür am weitesten gediehen sind. Vermessung und Bauleitplanung seien abgeschlossen, hieß es vor kurzem in einer Stadtratssitzung. Laut Bauamt wären dafür auch rund 800.000 Euro im Haushalts- und Finanzplan bis 2021 vorgesehen. Zugleich wird mit einer Förderung von 240.000 Euro gerechnet.

Sebastian Fügener (Grüne) begrüßte es in der Sitzung, das „Bahnbogen“-Projekt anzugehen. Er verwies aber ebenso auf das ISEK-Papier, wonach in Penzberg auch andere Verbindungen fehlen, auf denen Radfahrer direkt und abseits der Hauptverkehrsstraßen schneller durch die Stadt kommen. Es gebe deutliche Lücken, so Fügener.

Radweg-Überlegungen für die Philippstraße

Ebenso sprach er die Innenstadt an, speziell die Philippstraße. Kerstin Engel erklärte, dass sich die Grünen schon sehr lange ein Mobilitätskonzept wünschten. Der „Bahnbogen“ sei nicht ihr Favorit als aktuelles Teilprojekt. Er würde besser in das „Stadtgrün“-Förderprogramm passen, weil es nicht nur um einen Radweg gehe. Sie schlug vor, „noch mal eine Runde“ zu überlegen, „welche Projekte wir noch haben“.

Zur Philippstraße sagte Stadtbaumeister Justus Klement, dass man sicher über einen Radweg diskutieren werde, wenn der Straßenzug neu gestaltet wird. Wobei sich Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann dazu eher kritisch äußerte. Wenn ein Radweg an der Philippstraße entstehe, werde es dort keine Parkplätze mehr geben, warnte er. So etwas müsse ganzheitlich betrachtet werden, bat Holzmann.

So blieb es beim „Bahnbogen“. Er sei „schon lange überfällig“, sagte Christian Abt (CSU). Zugleich gab er den Grünen recht, dass Penzberg „radlgerechter“werden müsse. Hardi Lenk (SPD) sprach davon, dass der „Bahnbogen“ „doch ein schönes Projekt zum Start“ wäre. Er wäre „relativ einfach zu realisieren“ und der Bau könnte bald beginnen. Danach, so Lenk, könne man weitermachen. Auch Markus Bocksberger (PM) sagte für seine Fraktion Unterstützung zu. Woraufhin sich Sebastian Fügener für die Grünen noch einmal zu Wort meldete. „Wir wollten nur nicht, dass vergessen wird, dass wir in der Innenstadt eine Riesengeschichte haben. Ansonsten ist das Bahnbogen-Projekt super.“ Der Beschluss, es anzugehen, fiel einstimmig.

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