Tipps für den Umgang am Computer: Liselotte Schloßbauer vom Seniorenbeirat und Ernst Schönberner, der zu den ehrenamtlichen Helfern gehört – hier bei der Premierenfeier der „Computersenioren“.
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Tipps für den Umgang am Computer: Liselotte Schloßbauer vom Seniorenbeirat und Ernst Schönberner, der zu den ehrenamtlichen Helfern gehört – hier bei der Premierenfeier der „Computersenioren“.

in der Rathauspassage

Premiere für die Penzberger „Computersenioren“ - wie man einen Graben zuschaufelt

  • VonWolfgang Schörner
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Nach einem Jahr Vorbereitungszeit sind in Penzberg die „Computersenioren“ an den Start gegangen. Der Treff soll künftig einmal im Monat bei der Volkshochschule stattfinden und älteren Menschen beim Umgang mit Computer, Tablet oder Smartphone helfen. 13 Ehrenamtliche haben sich gemeldet, um ihnen Tipps zu geben.

Penzberg – „Ich bin froh, dass es geklappt hat“, sagte Herbert Preuß vom Penzberger Seniorenbeirat, von dem die Initiative zu dem Computer-Treff ausgegangen war. Zwischen der digitalen Welt und den Senioren existiere ein Graben, sagte er. Diesen Graben „schaufeln wir jetzt peu à peu zu“. Um den Start zu feiern, waren jetzt Senioren und Ehrenamtliche zusammengekommen. Künftig soll der Treff der „Computersenioren“ jeden zweiten Donnerstag im Monat stattfinden. Träger ist die Penzberger Volkshochschule.

Der Seniorenbeirat könne das Projekt nun erfolgreich abhaken, sagte Preuß bei der kleinen Feier. „Jetzt beginnt die Routine.“ Naja, Routine ist es noch nicht. So sagte es jedenfalls VHS-Leiterin Katja Wippermann bei der Feier. „Wir betreten Neuland“, womit sie sowohl die Senioren, die Ehrenamtlichen als auch die Volkshochschule meinte. Dass der neue Treff wichtig ist, steht für Wippermann außer Frage. Das zeigt ihr zufolge schon allein die Erfahrung aus der Pandemie. Als die Volkshochschule vergangenes Jahr keine Präsenzkurse mehr anbieten konnte, stellte sie auf digitale Kurse um. Dabei habe sie gemerkt, dass es Leute gibt, die zwar gerne die Kurse belegen würden, aber unsicher waren, wie sie das machen. „Es gibt keine Altersgrenze, um in der digitalen Welt fit zu werden“, sagte die VHS-Leiterin. Und: „Gesellschaftliche Teilhabe ist ohne digitale Kompetenz nicht mehr möglich“.

13 ehrenamtliche Berater haben sich gemeldet: „Sie sind das Fundament“

Stolz sind die Initiatoren auch, dass sich 13 Ehrenamtliche meldeten, die die Senioren unterstützen wollen. „Sie sind das Fundament, auf dem das Projekt aufbaut“, sagte Katja Wippermann.

Einer dieser Stützen ist der Penzberger Ernst Schönberner. Der 56-jährige arbeitet beruflich als IT-Berater. Er wisse, dass es schwierig ist, den Graben zu überwinden. Dabei wolle er helfen, sagt er. Auch ihm selbst sei früher geholfen worden. Nun möchte er sein Wissen und seine Erfahrung zurückgeben, als Beitrag für die Gesellschaft. Eine weitere Ehrenamtliche ist Christina Müller-Wilke. Die 30-jährige Penzbergerin arbeitet beim Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Es werde heute als selbstverständlich vorausgesetzt, dass man sich am Smartphone oder Computer, mit WhatsApp und Zoom auskennt, sagt Müller-Wilke. Aber nicht jeder kenne sich aus. Und sich diese Fertigkeiten selbst anzueignen, ist eben schwierig. Deshalb sei sie hier.

Beim ersten Treff samt Feier waren auch schon die ersten Senioren dabei, die sich Tipps holen wollten. Es sei eine sehr gute Möglichkeit, sagte eine 75-jährige Frau über das Angebot. Sie wolle es selber nutzen. „Die ganze digitale Entwicklung“, sagte sie, „geht so schnell voran.“

Hilfe kommt auch von der Sparkasse Oberland, und zwar in Form von 1000 Euro. Georg Summerer, Direktor der Sparkasse in Penzberg, sagte, wenn Ängste abgebaut werden, mache die Digitalisierung das Leben einfacher, und wenn es nur darum geht, nachzuschauen, wann ein Geschäft geöffnet hat. Freudig begrüßt wurde der Zuschuss von VHS-Leiterin Wippermann. Denn bei den „Computersenioren“ wolle man nicht nur am Nachmittag die Leute zusammenbringen. Man plane auch, abends Experten zu Vorträgen einzuladen, zum Beispiel zu Internetsicherheit oder Facebook-Daten. Mit dem Zuschuss könne man dann diese Experten bezahlen.

Computer-Treff soll jeden zweiten Donnerstag im Monat stattfinden

Die „Computersenioren“-Treff findet jeden zweiten Donnerstag im Monat, das nächste Mal also am 12. August, von 15 bis 17.30 Uhr bei der VHS in der Rathauspassage statt. Es handelt sich um einen offenen Treff ohne Themenvorgabe. Coronabedingt ist momentan allerdings noch eine Anmeldung nötig: Telefon 08856/3615 oder per E-Mail an „info@vhs-penzberg.de“.

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