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Die Rathauspassage steht im Mittelpunkt eines Ideen-Prozesses: von links Moderator und Innenarchitekt Frank Magener, Volkshochschulleiterin Katja Wippermann, Moderator und Bibliotheken-Berater Andreas Mittrowann, Stadtbücherei-Mitarbeiterin Ilka Heissig, Moderator Johannes Krause (beide hinten) und Stadtbüchereileiterin Katrin Fügener.

Ideen-Sammlung in Penzberg

Rathauspassage als „Wohnzimmer“: Gebremst, aber nicht gestoppt

  • vonWolfgang Schörner
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Zu einem Bürgertreff, einer Art „Wohnzimmer“, einem Ort der Begegnung, soll sich die Penzberger Rathauspassage verwandeln. Eigentlich sollten dafür ab jetzt, gemeinsam mit der Bevölkerung, Ideen gesammelt werden. Die Corona-Pandemie hat den Prozess jedoch gebremst – allerdings nicht gestoppt. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen weiter.

Penzberg – Dreieinhalb Monate ist es her, dass Stadtbücherei und Volkshochschule mit der Idee an die Öffentlichkeit gingen, die Penzberger Rathauspassage zu einer Art „Wohnzimmer“ für die gesamte Bevölkerung zu machen, zu einem Bürgerhaus, in dem sich die Menschen zwanglos treffen können. Die Passage neben dem Rathaus, in der sich Café und Geschäfte, Stadtbücherei, Volkshochschule und Musikschulbüro befinden, sollte so aufgewertet werden.

Ideensammlung für Rathauspassage: Start soll nun Anfang Oktober sein

Eigentlich sollte es jetzt losgehen, gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen für das Projekt „wohnZimmer Rathauspassage“ zu sammeln. „Frei spinnen“, ohne sich gedankliche Schranken zu setzen, „Visionen zulassen“, wie Stadtbüchereileiterin Katrin Fügener es beschreibt. Die Corona-Pandemie hat das Projekt aber erst einmal gebremst. Workshops sind nicht möglich. Gestoppt wurde es jedoch nicht.Im Rahmen der „Stadtlesen“-Aktion Anfang Oktober, so der Plan, soll die Bürgerbeteiligung starten. In welcher Form ist noch nicht klar. Denkbar sind als Auftakt zum Beispiel Straßeninterviews.

Moderatoren-Trio für „Wohnzimmer“-Projekt

Im Hintergrund aber laufen die Vorbereitungen für den Ideenprozess. Katrin Fügener stellte am Dienstag die drei Moderatoren vor: der Diplom-Bibliothekar Andreas Mittrowann aus Recklinghausen, der Bibliotheken auf dem Weg in die Zukunft berät; Innenarchitekt Frank Magener aus Rosenheim, der die Penzberger Stadtbücherei geplant hat; Johannes Krause aus Penzberg, der die Bürgerbeteiligung moderieren wird.

Kulturstiftung des Bundes finanziert Ideenprozess

Mit im Boot ist auch weiterhin die Kulturstiftung des Bundes. Dort hatte sich die Stadtbücherei im Sommer 2019 mit ihrem Rathauspassagen-Projekt für das Programm „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ beworben. Sie erhielt den Zuschlag als eine von nur neun Bibliotheken in Deutschland neben Städten wie Frankfurt, Berlin und Würzburg. Die Stiftung fördert den Ideen-Prozess mit 79 600 Euro, für den 89 100 Euro vorgesehen sind. Ende 2021 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Am Montag kamen das Moderatoren-Trio und die Teams aus Stadtbücherei und Volkshochschule erstmals zusammen. Am Dienstagvormittag folgte ein Gespräch mit Bürgermeister Stefan Korpan (CSU), Stadtverwaltung und VHS-Vorstand.

Mehr Besucher - auch Geschäfte und Café sollen profitieren

Man habe über Zielgruppen und gesellschaftliche Trends gesprochen, erklärte Moderator Mittrowann am Dienstag. Auf dieser Basis seien inhaltliche Ziele entwickelt worden: Bildung positiv vermitteln, einladend gestalten, niedrigschwellig, für alle Generationen und konsumfrei. Wobei „konsumfrei“ bedeute, „dass man nicht konsumieren muss“, wie Ilka Heissig von der Stadtbücherei erklärte. Fügener ist sich sogar sicher, dass Geschäfte und Café in der Passage profitieren, wenn durch den Bürgertreff mehr Besucher angezogen werden.

Wie könnte so ein Bürgertreff aussehen? Der Passagen-Bereich unter der Glaskuppel wäre das Zentrum, der „flexibel bespielt“ wird und zu dem sich die anderen Bereich öffnen können, sagt Moderator Frank Magener. Mehr möchte er dazu momentan gar nicht sagen, um die Ideenfindung nicht einzuengen. „Es bringt nichts, wenn man etwas vorgibt“, sagt Moderator Johannes Krause.

Realisierung der Ideen steht auf einem anderen Blatt

Beim „Wohnzimmer“-Prozess geht es zunächst einmal nur um Ideen. Ob sie irgendwann realisiert werden, steht auf einem anderen Blatt, zumal eine Umgestaltung der Rathauspassage Geld kosten würde. Büchereileiterin Fügener hält das Ganze trotzdem „nicht für ein Luftschloss“. Sonst hätte man sich nicht um die Förderung der Kulturstiftung beworben, sagt sie. Und bei der Präsentation im Sozialausschuss im Februar habe sie keine Skepsis gespürt. Außerdem müsse in die 22 Jahre alte Passage irgendwann investiert werden. Ein bis dahin vorliegendes Konzept, so Moderator Magener, böte dann eine Chance.

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