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Mütter und ihre Kinder: Weibliche Schafe und deren Nachwuchs beweiden derzeit eine der beiden Solarparks. Die männlichen Tiere grasen auf der zweiten Anlage. 

„Energiewende und Ökologie sind vereinbar“

Schafe in Penzberger Solarparks: Bio-Rasenmäher sind Ausbrecherkönige

Auf voll biologische Rasenmäher setzen die Betreiber der beiden Solarparks am Ortseingang von Penzberg. Doch die Schwarznasenschafe gehen gern auf Entdeckungsreise.

Penzberg – „Mei sind die süß!“ Dieser Ausruf kommt automatisch tierlieben Menschen über die Lippen, wenn sie die neuen Bewohner sehen, die seit kurzem das Gelände der beiden Solarparks an der Bichler Straße nahe der Ortseinfahrt nach Penzberg bevölkern: Flauschiges weißes Fell, schwarze Köpfchen und kunstvoll gedrehte Hörner. Gestatten: Walliser Schwarznasenschafe. Sie werden künftig zweimal im Jahr für jeweils zwei Monate das Gras der beiden Freiflächen-Anlagen abweiden.

Die Idee dazu hatte Bürgermeisterin Elke Zehetner. Denn das Vorhaben, Solarparks auf die grüne Wiese zu bauen, um damit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, habe durchaus Kritiker. Sowohl im Stadtrat als auch in der Bevölkerung. Indem man nun die Flächen von Tieren statt von einem Mähroboter mähen lasse, habe sie diesen Kritikern zeigen wollen, „dass Energiewende und Ökologie miteinander vereinbar sind“.

Gedacht habe man zuerst an Ziegen

Ursprünglich, sagt Zehetner, habe sie bei den Tieren an Ziegen gedacht. Fachleute hätten davon aber abgeraten, denn: „Ziegen springen überall drauf.“ Die Gefahr, dass dabei die Photovoltaik-Module Schaden nehmen, sei zu groß gewesen. Also Schafe. Aber auch da gab es einiges zu bedenken: Denn die weißen Schafe etwa, die man üblicherweise in der Region sieht, seien Gourmets, die nicht alles fressen, was so auf einer Wiese wächst. Anders die Walliser Schwarznasen: „Sie sind die typischen Rasenmäher“, so Zehetner.

24 dieser Tiere sorgen nun auf dem Gelände der stadtnäheren Anlage für den richtigen Gras-Schnitt. Es sind ausschließlich weibliche Schafe und Mutterschafe mit ihrem Nachwuchs, darunter Lämmer, die erst vor wenigen Wochen geboren wurden – und zwar auf dem Gelände, wie Zehetner erzählt.

Weitere sechs Tiere – alles Böcke – weiden derzeit auf der zweiten Anlage nur wenige hundert Meter entfernt. Alle Tiere gehören einem Schäfer aus Pöcking (Landkreis Starnberg), berichtet Projektingenieur Stefan Fußeder von Vispiron.

Schafe weiden auch in München - etwa auf begrünten Dächern

Erfahrung mit Weideflächen der etwas anderen Art haben diese Tiere übrigens bereits. Wie Fußeder erläutert, habe der Schäfer so manches seiner Tiere bereits nach München geschickt. Dort sollen sie die begrünten Dächer der Häuser auf dem Pfanni-Gelände („Kunstpark-Ost“) abgrasen.

Unter und rund um die 5000 Photovoltaik-Module in Penzberg scheinen sich die Schafe nun pudelwohl zu fühlen. Wie Fußeder erklärt, kämen die Tiere ohne Probleme an das Gras, das unter den Modulen wächst, heran. Die Module selbst seien zudem ein beliebter Schatten-Platz bei Sonnenschein und Rückzugsort bei Regen. Die Anlage selbst sei auf die Beweidung durch Schafe vorbereitet gewesen. So seien Kabel beispielsweise extra hochgebunden worden, um Schäden an der Technik oder Verletzungen bei den Tieren zu vermeiden. Was die Kosten betrifft sei es für die Betreiber „egal“, ob ein Mähroboter oder Schafe die Wiese kürzen.

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Akzeptanz für Anlage soll durch Schafe wachsen

Bürgermeisterin Zehetner hofft, dass durch die Schafe die Akzeptanz bei der Bevölkerung für die Freiflächen-Anlage wächst. Denn durch die Tiere werde aktiver Naturschutz betrieben. Wie Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer erläutert, seien die beiden Flächen früher fünfmal im Jahr gemäht und häufig gedüngt worden. Nun werde das Gelände der Solarparks nur noch zweimal im Jahr gemäht – nämlich durch die Schafe. Gedüngt werde gar nicht mehr – abgesehen von den Schafen. Damit sei aus der einstigen intensiven Nutzung eine extensive geworden, die für viele Tier- und Pflanzenarten Lebensraum biete.

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Übrigens gab es einigedurchaus einige Startschwierigkeiten beim Projekt „Schwarznasenschafe“: Immer wieder gelang es nämlich Tieren in den ersten Tagen, unter dem Zaun, der das Gelände begrenzt, durchzuschlüpfen. Auf die Staatsstraße sei zwar kein Schaf gelaufen, versichert Zehetner. Dennoch habe es natürlich derartige Befürchtungen gegeben. Nun wurde zusätzlich ein Elektrozaun gezogen, um die Tiere mit Solarstrom am Ausbüxen zu hindern.

Von Franziska Seliger

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