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Seit Oktober betreibt die AWO München das Penzberger Seniorenzentrum an der Gartenstraße.

Pläne an der Gartenstraße

Seniorenzentrum in Penzberg: AWO plant größer als bisher gedacht - allerdings fehlen Pflegekräfte

  • vonWolfgang Schörner
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Die AWO München will im Penzberger Seniorenzentrum an der Gartenstraße mehr Plätze schaffen, als bisher bekannt: 160 statt 130, weil der Neubau zwei Stockwerke mehr erhalten soll. Momentan haben die neuen Betreiber aber mit einem großen Problem zu kämpfen: Sie finden kaum Pflegefachkräfte.

Penzberg – Anfang Oktober hatte die AWO München das Penzberger Seniorenzentrum übernommen. Der Vorgänger, die Novita GmbH, hatte zuvor wegen fehlender Fachkräfte einen Aufnahmestopp verhängt. Damals hatte das Haus, das eigentlich 116 Plätze hat, nur 65 Bewohner. Die AWO München, die die Lage damals als „desolat“ beschrieb, ist seither dabei, das „Schiff auf einen ruhigen Kurs“ zu bringen, wie es Christian Schulz, Leiter des Seniorenzentrums, sagt.

Die AWO München hat ihm zufolge den Aufnahmestopp zwar aufgehoben. Allerdings hat sich die Zahl der Bewohner an der Gartenstraße nur gering erhöht: auf aktuell 69 Senioren und Seniorinnen. „Wir haben immer noch nicht genug Fachpersonal, um weitere Leute aufzunehmen“, so Schulz. Es sei „eine Herkulesaufgabe“, Fachkräfte in der Altenpflege zu finden. 1000 Euro zahlt die AWO München sogar bei Vermittlung einer Fachkraft.

Seniorenzentrum Penzberg: Pflegefachkräfte sind schwer zu finden

Das Problem schilderte Schulz vor kurzem dem Penzberger Seniorenbeirat, der zur Sitzung ins Seniorenzentrum gekommen war. Nach der gesetzlichen Regelung muss laut Schulz eine Fachkraftquote von 50 Prozent erfüllt sein. Die andere Hälfte besteht aus dem übrigen Personal. Bei 100 Bewohnern seien im Schnitt etwa 35 Pflegefachkräfte nötig. Oder anders gesagt: Kann eine Pflegekraft mehr eingestellt werden, können auch drei weitere Bewohner einziehen.

Dem Seniorenzentrum-Leiter schwant, dass es mit der neuen bundesweiten generalistischen Ausbildung nicht besser wird. Wie berichtet, werden nicht mehr speziell Altenpflegekräfte ausgebildet, sondern Fachkräfte für Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege. Schulz glaubt, dass sich danach höchstens ein Drittel für die Altenpflege entscheidet. Dabei komme eine Fachkraft mit Zuschlägen auf 3500 Euro brutto. Wobei, wie er einräumt, Nacht- und Wochenenddienste eine Herausforderung seien. Ein Lockmittel, sagte er, wäre auch eine Wohnung. „Also wenn sie eine zum Vermieten haben, melden sie sich“, sagte er in der Seniorenbeirat-Runde.

Umbau des Seniorenzentrums soll im März oder April beginnen

Schließlich hat die AWO München einiges vor mit dem Haus, damit die Betriebserlaubnis durch die Landkreis-Heimaufsicht bestehen bleibt. Nach den aktuellen Plänen soll zunächst ab kommenden März oder April der dreistöckige Verbindungsbau, der an das Pfründnerhaus anschließt, renoviert werden. Das heißt: Er wird barrierefrei und behindertengerecht, zudem erhalten die Zimmer Nasszellen.

Seniorenzentrum Penzberg: Ausbau auf 160 statt 130 Plätze

Ist diese Renovierung abgeschlossen, so Schulz, entsteht ab September gegenüber ein neuer viergeschossiger Querbau. Das sind zwei Stockwerke mehr als bisher geplant. So wolle man, sagt Schulz, einem Wunsch nachkommen: Im vierten Stock können zehn Appartements (35 bis 45 Quadratmeter) für betreutes Wohnen entstehen. Ebenso bedeutet dies, dass das Seniorenzentrum im Endausbau 160 Plätze hat. Bisher war von 130 die Rede.

Danach wird das Haupthaus des Seniorenzentrums renoviert. Dort werde man am Ende mehr Einzelzimmer, im Neubau dagegen mehr Doppelzimmer haben, so Schulz. Zugleich sagte er, dass eine Tagespflege eingerichtet und das „Essen auf Rädern“ aus der eigenen Küche ausgebaut werde. Kurzzeitpflege sei bereits jetzt möglich, falls ein Platz frei ist. Was er sich auch vorstellen kann: eine Wohnform für 18- bis 60-Jährige, die nach einem Unfall oder einer Krankheit pflegebedürftig sind.

Seniorenzentrum Penzberg: Überlegungen zu „Altenservicezentrum“

Schulz ging auch auf den Wunsch des Seniorenbeirats nach einem öffentlichen Seniorentreff ein. Die Cafeteria sei öffentlich, auch zum Mittagstisch könne jeder kommen und eine Essensmarke kaufen, sagte er. Geplant sei zudem ein „Altenservicezentrum“, ein Treff für Bewohner wie Besucher. Was beim Vorsitzenden Siegfried Höfler Begeisterung auslöste: „Das finde ich ganz stark.“

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