+
Das Pfründnerheim gehört zum  Seniorenzentrums. Dort könnten einige Räume für betreutes Wohnen entstehen.

Einrichtung in Penzberg

Seniorenzentrum: Lage bei der Übernahme war „desolat“ - neuer Betreiber blickt jetzt aber nach vorn

  • schließen

Anfang Oktober übernahm die AWO München von Novita das Penzberger Seniorenzentrum an der Gartenstraße . Man habe „schwierigste Umstände vorgefunden“, so Geschäftsführer Hans Kopp. Jetzt schaue man aber nach vorne. Er stellte nun die Pläne für das Seniorenzentrum vor. Ziel-Größe sind circa 130 Plätze.

Penzberg – Seit zwei Monaten betreibt die AWO München das Seniorenzentrum an der Gartenstraße. Die Situation, die man vorgefunden habe, sei „desolat“ gewesen, sagte Hans Kopp, Geschäftsführer der AWO München, am Mittwochabend im Penzberger Sozialausschuss. Den wegen fehlender Fachkräfte bestehenden Aufnahmestopp (65 Bewohner bei einem auf 116 Bewohner ausgelegten Haus) habe man vorerst beibehalten müssen. Es sei „vom Wirtschaftlichen her höchst prekär, was wir da an Geld mitbringen mussten“, erklärte er. „Es war uns aber bewusst, so wie wir die Vorgängerfirma eingeschätzt haben.“ Allerhöchstes Ziel sei seit der Übernahme, dass die Bewohner gut aufgehoben sind und die Einrichtungssituation stabilisiert wird, sagte er. Dazu mussten Mitarbeiter aus München geholt werden. Er sei aber zuversichtlich: Man habe in Penzberg schon einen Mitarbeiter-Zuwachs und wolle baldmöglichst den Aufnahmestopp beenden. Allerdings würden zum 1. Januar die Heimkosten steigen, um die Mitarbeiter „anständig zu bezahlen“.

Seniorenzentrum Penzberg: AWO München gibt Ausblick auf Umbauten

Kopp gab am Mittwoch ebenso einen Ausblick auf die bevorstehenden Umbauten im Seniorenzentrum. Sie sind nötig, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Die von der Landkreis-Heimaufsicht auferlegte Betriebserlaubnis läuft beim neueren Gebäudeteil nur noch bis Ende 2022 und beim denkmalgeschützten Pfründnerbau bis Ende 2024. Der Umbau werde in fünf Abschnitte gegliedert, mit dem ersten gehe es bald los, sagte Kopp. Wichtig sei dabei, „die Beeinträchtigung der Bewohner in Grenzen zu halten“. Wie berichtet, soll auch ein neuer Anbau entstehen. Derzeit werde mit dem Bebauungsplan abgeglichen, „was vom Baurecht her möglich ist“, sagte Kopp. Anfang 2020 würden die Unterlagen im Stadtbauamt eingereicht, kündigte Peter Pinck an, der seit heuer Geschäftsführer der Thomas-Wimmer-Stiftung ist, dem Eigentümer des Hauses. „Wir sind erleichtert, dass wir der Stadt eine Perspektive bieten können“, sagte er.

Seniorenzentrum Penzberg: Ziel-Größe sind circa 130 Plätze

Ziel-Größe für das Seniorenzentrum sind laut Kopp nach vorläufiger Planung circa 130 Plätze. Er sei zuversichtlich, dass man dafür in den nächsten Jahren genug Mitarbeiter haben werde – auch durch eigene Ausbildung und Mitarbeiter aus osteuropäischen Ländern.

Seniorenzentrum Penzberg: Neuer Betreiber über Tagespflege und Co.

Der Geschäftsführer ging in der Sitzung ebenso auf die Wünsche der Stadt ein. Das Haus soll sich ihm zufolge noch mehr öffnen, eine Begegnungsstätte werden, zum Beispiel, was das Café oder einen sozialen Mittagstisch betrifft. Wobei schon jetzt viele Ehrenamtliche, Schulen, Kindergärten und Vereine ins Seniorenzentrum kommen, wie Christian Schultz („Das ist sensationell“) sagte, der das Haus leitet.

Eine Tagespflege soll laut Kopp „mittelfristig“ eingerichtet werden. Dafür müssten Räume umgebaut werden. „Uns schwebt eine kleine Tagespflege für maximal zehn Bewohner pro Tag vor“, sagte er. Bevor aber eine ambulante Pflege eröffnet wird, „müssen wir erst aus dem Gröbsten raus sein und die Pflegeeinrichtung stabilisiert haben“. Eine Überlegung ist ihm zufolge auch das von der Stadt gewünschte „betreute Wohnen“. Gut geeignet sei das Pfründnerheim. Dort könnten einige Zimmer dafür verwendet werden, sagte er. Auch für weitere Mitarbeiterwohnungen wäre dort „noch Luft“. Die Kurzzeitpflege wird laut Christian Schulz bereits jetzt „eingestreut“. Das heißt ihm zufolge: Wenn ein Vollzeitplatz frei ist, wird das Bett für die Kurzzeitpflege verwendet und danach wieder zurückverwandelt.

Lesen Sie auch: Wechsel im Penzberger Seniorenzentrum vollzogen: AWO München ist da

Und: Seniorenzentrum in Penzberg: Novita geht, AWO München kommt - so kam es zur Einigung

Auch interessant: Radweg Beuerberg-Penzberg endet abrupt - wann die Fortsetzung kommt, steht in den Sternen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pfarrerin Schwager verlässt Penzberg: Umzug ins Ungewisse
Über fünf Jahre arbeitete Ursula Schwager als Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde in Penzberg. Nun zieht sie nach Hamburg – ihrem Sohn zuliebe. Für die …
Pfarrerin Schwager verlässt Penzberg: Umzug ins Ungewisse
Etwas früher als geplant: Richtfest für Anbau ans Sportheim des TSV Weilheim
Der TSV Weilheim ist auf die Zielgerade eingebogen – mit einer sehr guten Zwischenzeit. Das Richtfest für den Anbau „Nord“ ans Sportheim konnte etwas früher als geplant …
Etwas früher als geplant: Richtfest für Anbau ans Sportheim des TSV Weilheim
Podiumsdiskussion in Wielenbach: Drei Kandidaten, 300 Besucher
„Es ist eine einmalige Veranstaltung“, so Andreas Rutzmoser zur Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeisterkandidaten in Wielenbach. Über 300 Besucher waren am Dienstag …
Podiumsdiskussion in Wielenbach: Drei Kandidaten, 300 Besucher
Abschluss an der Berufsschule Schongau: „Da draußen wartet man auf Sie“
123 gut ausgebildete Fachkräfte haben im Winter an der Staatlichen Berufsschule Schongau ihren Abschluss gemacht. Fünf von ihnen mit der Traumnote 1,0. 35 Schüler wurden …
Abschluss an der Berufsschule Schongau: „Da draußen wartet man auf Sie“

Kommentare