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Von Penzberg nach Sindelsdorf: EVA hält an Wertstoffhof-Umzug fest - heuer könnte Vorentscheidung fallen

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Von: Wolfgang Schörner

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Den Wertstoffhof bei Penzberg-Schönmühl wurde von den Erbenschwanger Abfallentsorgern (EVA) im Januar 1994 eröffnet.
Den Wertstoffhof bei Penzberg-Schönmühl wurde von den Erbenschwanger Abfallentsorgern (EVA) im Januar 1994 eröffnet. © Wolfgang Schörner

Die Erbenschwanger Abfallentsorger (EVA) halten an ihrem Plan fest, den seit 28 Jahren bestehenden Recyclinghof in Penzberg aufzulösen. Als Alternative soll zwischen Sindelsdorf und Habach ein großer Wertstoffhof für die gesamte Penzberger Region entstehen. Im Laufe des Jahres könnte dazu eine Vorentscheidung fallen.

Penzberg – Seit gut zwei Jahren gibt es die Überlegung, den alten Wertstoffhof bei Penzberg-Schönmühl aufzulösen und als Alternative ein neuen Wertstoffhof an der B472 zwischen Sindelsdorf und Habach zu errichten. Entstehen würde er auf dem Gelände einer Kiesgrube, auf der sich seit 2014 bereits eine Grüngutsammelstelle der EVA befindet.

Zwischen Sindelsdorf und Habach: „Optimaler Standort“

Die Pläne würden weiterverfolgt, erklärte EVA-Geschäftsführer Holger Poczka auf Nachfrage. Es handle sich um einen „optimalen Standort“. Allerdings sei es auch eine komplexe Sachlage. Deshalb könne er noch nicht zu hundert Prozent sagen, ob etwas daraus wird. Zu klären gibt es ihm zufolge noch Detailfragen zum Bebauungsplan mit dem Eigentümer und der Gemeinde Sindelsdorf, auf deren Flur das Gelände liegt. Der Geschäftsführer ist aber optimistisch. „Ich glaube, dass wir es hinkriegen.“ Die Signale seien positiv, alle seien interessiert, dass das Projekt realisiert wird. Poczka hofft, dass in nächster Zeit ein Bebauungsplanentwurf ins Verfahren geschickt werden kann.

Nicht zu verwechseln ist dieses Vorhaben mit dem Wunsch eines Investors, an der Bundesstraße zwischen Sindelsdorf und Habach Einkaufsmärkte und eine Tankstelle zu errichten. Diese Fläche liegt auf der anderen Seite der Bundesstraße.

Wertstoffhof bei Penzberg-Schönmühl gibt es seit 1994

Den Wertstoffhof bei Penzberg-Schönmühl gibt es seit 1994. Er ist einer von vier Wertstoffhöfen im Landkreis Weilheim-Schongau. Er befindet sich auf einer alten Deponie, die Anfang der 1990er Jahre verfüllt worden war. Bereits vor zwei Jahren hatte Poczkas Vorgänger Fritz Raab erklärt, dass der Wertstoffhof eigentlich modernisiert oder vergrößert werden müsste, ähnlich wie die Wertstoffhöfe in Weilheim und Peißenberg. Der Untergrund in der moorigen Gegend sei aber ungünstig und der Aufwand für eine Optimierung sehr groß, so Raab damals. Zudem sei der Standort an der Landkreisgrenze nicht optimal.

Aktueller Standort entspricht nicht mehr Stand der Technik

An der Einschätzung hat sich nichts geändert. Der aktuelle Standort entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, bestätigt EVA-Geschäftsführer Poczka. Als Beispiel verweist er auf den Wertstoffhof in Weilheim. Er hat einen überdachten Bereich, um Wertstoffe trocken zu halten. Die kostenlose Anlieferung und die kostenpflichtige Abgabe, die über eine Waage und ein Büro abgewickelt werden, sind durch verschiedene Zufahrten getrennt. Das alles gibt es in Penzberg nicht. Laut Poczka bräuchte ein Wertstoffhof eine Fläche von mindestens 5000 Quadratmetern.

Auf dem Gelände an der Bundesstraße zwischen Sindelsdorf und Habach wäre dafür ausreichend Platz. Der Standort sei „ideal für eine solche Einrichtung“, so der EVA-Geschäftsführer. Die Verkehrsanbindung sei gut. Ebenso verhält es sich ihm zufolge wegen des Abstands zur Wohnbebauung mit dem Immissionsschutz. Außerdem liege der Standort zentral für die Gemeinden der Penzberger Region.

Wann zieht der Wertstoffhof um? Prognose ist schwierig

Schwierig ist allerdings eine Prognose, wann der neue Wertstoffhof realisiert wird. Er wolle alles daran setzen, dass das Bebauungsplanverfahren heuer abgeschlossen wird, so Geschäftsführer Poczka. Mit viel Glück könne man vielleicht noch im Herbst mit der Umsetzung beginnen – was jedoch „sehr sportlich“ wäre. Denn wenn das Verfahren beendet ist und Investitionssicherheit herrscht, müssen die Erbenschwanger erst einmal selbst in die detaillierte Planung einsteigen und ein Bauunternehmen finden, das Zeit hat. Deshalb könnte es laut Poczka auch 2023 werden.

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