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Grünen-Vorschlag abgelehnt: Der Stadtplatz heißt weiterhin „Stadtplatz“

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Von: Wolfgang Schörner

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Bekommt keinen neuen Namen: der Penzberger Stadtplatz, hier ein Bild vom Dezember 2019, als noch das Eismärchen stattfand, fotografiert vom Hotel „K33“ aus, dem ehemaligen „Olympia“.
Bekommt keinen neuen Namen: der Penzberger Stadtplatz, hier ein Bild vom Dezember 2019, als noch das Eismärchen stattfand, fotografiert vom Hotel „K33“ aus, dem ehemaligen „Olympia“. © Wolfgang Schörner

Der Penzberger Stadtplatz bekommt keinen neuen Namen. Er darf weiterhin schlicht „Stadtplatz“ heißen. Der Stadtrat hat mit deutlicher Mehrheit einen Antrag der Grünen-Fraktion abgelehnt, ihn in „Platz der Vielfalt“ umzutaufen. Die Grünen wollten damit auf die kulturelle Vielfalt und Offenheit Penzbergs hinweisen.

Penzberg – Bereits vor knapp einem Jahr hatte die Penzberger Grünen-Fraktion den Antrag gestellt, den Penzberger Stadtplatz in „Platz der Vielfalt“ umzubenennen. Am Dienstagabend befasste sich der Stadtrat nun mit dem Wunsch. Und er war schnell wieder vom Tisch. Alle Stadtratsfraktionen – bis auf die Grünen – lehnten eine Umbenennung ab. Über den Vorschlag war bereits zuvor kontrovers in den sozialen Medien diskutiert worden.

Grünen-Fraktion wirbt für „Platz der Vielfalt“

Katharina von Platen hatte in der Sitzung noch für die Umbenennung in „Platz der Vielfalt“ geworben. „Vorweg: Wir mögen den Stadtplatz, er könnte nur ein bisschen mehr Grün vertragen“, sagte sie. Der Stadtplatz solle auch Stadtplatz bleiben, egal wie er benannt wird, fügte von Platen an. Der Stadtplatz, erklärte sie, liege inmitten einer vielfältigen Stadt, die sich von einer Bergwerksstadt zu einem attraktiven Ort mit vielen verschiedenen Betrieben, Geschäften und Gastronomien gemausert habe. Von Platen hob hervor, dass in Penzberg Menschen aus über 80 Nationen leben und sich die Stadt einen Ehrenamtsförderer leiste, der die Vielfalt des Vereinslebens fördert. „Penzberg als vielfältige Stadt zeichnet sich durch seinen Zusammenhalt aller Menschen aus, egal, woher sie kommen, egal, wen sie lieben, an wen sie glauben, ob krank oder gesund, arm oder reich“, sagte sie. Dem wolle man mit einer Umbenennung in „Platz der Vielfalt“ Rechnung tragen.

Begeisterung bei anderen Fraktionen hält sich in engen Grenzen

Die Begeisterung bei den anderen Stadtratsfraktionen hielt sich allerdings in sehr engen Grenzen. CSU-Fraktionschefin Maria Probst sagte, dass sich die Bezeichnung „Stadtplatz“ aus der Lage im Zentrum ergeben. „Das ist einfach, deswegen aber nicht banal“, erklärte sie. Es mache keinen Sinn, den logischen Namen in einen „vielleicht etwas sperrigen Namen“ zu verändern, weil damit kein Mehrwert verbunden sei, so Probst. Vielfalt sei gut, sie erstrecke sich aber über das ganze Stadtgebiet und könne nicht auf den Stadtplatz reduziert werden. „Deswegen würden wir gern unseren Stadtplatz behalten“, appellierte sie. Ähnlich sah es Regina Bartusch (SPD), die im Namen ihrer Fraktion ebenfalls für die Beibehaltung des bisherigen Namens plädierte. BfP-Fraktionschef Armin Jabs („ein emotionales Thema“) sagte, dass von Platen selbst das Argument geliefert habe, als sie sagte, es werde der Stadtplatz bleiben. Wieso solle man ihn dann in „Platz der Vielfalt“ umbenennen. Diesen bürokratischen Aufwand könne man sich sparen, sagte Jabs.

Einen eigenen Blick auf den Penzberger Stadtplatz hatte Stadtbaumeister Justus Klement. Weil die umgebende Bebauung des Stadtplatzes so „heterogen“ ist, erklärte er in der Verwaltungsvorlage, könnte der beantragte Name zu einer „fälschlichen Auslegung“ führen.

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