Impressionen bayerischer Landesgartenschauen: ein neuer Steg 2019 in Wassertrüdingen.
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Impressionen bayerischer Landesgartenschauen: ein neuer Steg 2019 in Wassertrüdingen.

Große Pläne in Penzberg

Stadtrat sagt Ja zu Landesgartenschau

  • vonWolfgang Schörner
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Die Stadt Penzberg wagt einen zweiten Anlauf, eine Landesgartenschau nach Penzberg zu holen. Der Stadtrat hat am Dienstag einstimmig sein Interesse an einer erneuten Bewerbung bekundet, und zwar für eine der Gartenschauen der Jahre 2028 bis 2032.

Penzberg – Alle Stadtratsfraktionen stimmten am Dienstagabend für einen ersten Schritt in Richtung Landesgartenschau. Dabei ging es um eine Interessensbekundung, die bis Ende Juni bei der „Bayerischen Landesgartenschau GmbH“ eingereicht werden muss. Angeblich gibt es schon mehrere Interessenten für die Jahre 2028 bis 2032, darunter Starnberg für 2030. Die eigentliche Bewerbung folgt erst im zweiten Schritt. Dafür hat Penzberg Zeit bis April 2022. Bis dann muss ein Konzept vorliegen. Ein Fachbeirat entscheidet im Sommer 2022, welche Kommunen den Zuschlag erhalten. Bei diesem Punkt war die Stadt Penzberg 2014 gescheitert: Sie verlor damals gegen Lindau, als es um die Gartenschau 2021 ging.

Geschäftsführer Martin Richter-Liebald erläuterte dem Stadtrat am Dienstag das Vorgehen. Es sei „keine Blümchenschau“, es gehe um moderne Konzepte der nachhaltigen Stadtentwicklung, um die Schaffung von Erholungsräumen mit aktiver Bürgerbeteiligung. Dazu zeigte er einige Beispiele, darunter die Lindauer Insel, wo aus einem Autoparkplatz eine grüne Parkanlage wird.

Nach den Kosten fragte SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber. Laut Richter-Liebald werden die dauerhaften Maßnahmen vom Freistaat mit bis zu 50 Prozent, maximal fünf Millionen Euro, bezuschusst. Nicht eingerechnet sind die Ausgaben für das Gartenschaufest selbst. Ihm zufolge ist zudem für die Bewerbung ein Landschaftsarchitekturbüro nötig. Für die Realisierung gründen Kommune und Gartenschau-GmbH eine Projektgesellschaft. Auf die Nachfrage, was in Zahlen bedeutet, sagte er, dass Lindau an die acht Millionen Euro investiert und 2,5 Millionen Euro erhalten habe. Die Durchführung selbst sei mit fünf Millionen Euro veranschlagt. An Einnahmen wird mit drei Millionen Euro gerechnet.

In der Regel, sagte er, handle es sich bei den Investitionen um Aufgaben, die eine Kommune sowieso plant. Mit der Gartenschau gehe die Realisierung nur schneller. Stadtbaumeister Justus Klement sagte, dass für Penzberg als Projektgebiet der Bereich am Säubach in Frage käme, wo eine Regenrückhaltefläche als Hochwasserschutz vorgesehen ist. Es würde passen, weil wir das ohnehin machen wollen, sagte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU). Laut den Vorgaben müssen Gartenschau-Flächen zwar in kommunalen Besitz sein, Fördermittel gebe es aber auch, wenn sie noch mindestens für 24 Jahre – wie im Penzberger Fall – gepachtet sind, so Richter-Liebald. Auf eine Frage von Katharina von Platen (Grüne) antwortete Klement zudem, dass das Flächennutzungsplanverfahren „eine ideale Begleitung“ wäre.

Anette Völker Rasor (PM) sagte, dass das Ergebnis „ein gewaltiger Sprung nach vorne sein“ könne. Sie hofft, dass Grünflächen aufgewertet, Biotope vernetzt, das Stadtklima verbessert und die Fuß- und Radwege ausgebaut werden, inklusive einer Brücke am Schlossbichl. Von vielen Chancen sprach CSU-Fraktionschefin Maria Probst. Man sehe gerade in der heutigen Zeit, wie wichtig Investitionen in die Lebensqualität und in die Naherholung seien. BFP-Fraktionschef Armin Jabs gab zu Bedenken, dass man angesichts der Ausgaben genau schauen müsse, an welcher Stelle man dafür spare. Elke Zehetner (SPD) stellte zudem die Frage, was sich geändert habe, dass Penzberg nun größere Chancen als 2014 hat. Beantworten konnte Richter-Liebald das zwar nicht. „Aber ich wäre nicht hier, wenn Penzberg keine Chance hätte“, sagte er.

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