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Kinderhaus statt Jugendtreff?  Ortstermin von Stadtratsmitgliedern, Elternbeiräten, Vertretern der Stadtverwaltung und Architekt.

Neubaupläne in Penzberg

Standortsuche für neues Kinderhaus: „Chillout“ rückt ins Visier

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Für das geplante Kinderhaus in Penzberg kommt womöglich ein städtisches Grundstück in Frage, auf dem derzeit der Jugendtreff „Chillout“ steht. Laut Architekt Christian Holzer würde die Fläche für den Bau ausreichen. Allerdings wirft dieser neu vorgeschlagene Standort eine Reihe anderer Fragen auf.

Penzberg – Neu eröffnet ist die Standortsuche für das geplante Kinderhaus, seit der Elternbeirat der Birkenstraßen-Grundschule seinen Protest gegen einen Neubau auf dem Pausenhofgelände verstärkt hat. Seit Ende November ging es in der Debatte vor allem um eine Alternative östlich der Birkenstraße. Nun liegt ein weiterer Vorschlag vor, der womöglich eher realisierbar ist: eine Fläche nahe dem ehemaligen Wellenbad, dort, wo das Haus des Jugendtreffs „Chillout“ steht.

Standort für Kinderhaus: Ortstermin beim „Chillout“-Areal

Dieses städtische Grundstück an der Birkenstraße rückte bei einem kurzfristig anberaumten Ortstermin am späten Montagnachmittag ins Visier. Die Standortidee war angeblich vorige Woche in einer nicht öffentlichen Bauausschuss-Beratung geäußert worden. Für den Ortstermin hatten Rathaus und Architekt bereits Vorarbeit geleistet. Günter Fuchs vom Stadtbauamt sagte, dass der Bebauungsplan „Sondergebiet Freizeit- und Sportanlagen“ für diesen Bereich geändert werden müsste (der Punkt stand am Dienstag nach Redaktionsschluss auf der Stadtratstagesordnung). Dies sei im beschleunigten Verfahren möglich, dürfte also ein halbes Jahr dauern, schätzte Fuchs. Nicht nötig seien eine Änderung des Flächennutzungsplans und eine Artenschutzprüfung.

Standort für Kinderhaus: Architekt hält „Chillout“-Vorschlag für realisierbar

Eine Einschätzung im Auftrag der Stadt gab zudem Kinderhaus-Architekt Christian Holzer ab: „Es ist nicht ideal, funktioniert aber.“ Das Areal habe 4600 Quadratmeter, die eingeschränkt zur Verfügung stünden. Er habe „3000 Quadratmeter herausgeschnitten“. Das Kinderhaus könnte als zweigeschossiger L-förmiger Bau mit den gleichen Baumaßen und der gleichen Fläche untergebracht werden, sagte er. Mit zu berücksichtigen sei die geplante Zufahrt zum neuen Hallenbad, der geplante Kreisel an der Seeshaupter Straße und das benachbarte Hackschnitzelkraftwerk und dessen Lieferweg. Der Jugendtreff „Chillout“ müsste in jedem Fall abgerissen werden.

Was passiert mit dem Jugendtreff „Chillout“?

Was die Frage nach einer Alternative für das „Chillout“ aufwirft. Die kleine Gruppe begab sich deshalb am Montag auch zur ehemaligen Molkerei an der Christianstraße, und zwar in jenen Bereich, in dem momentan neun Vereine ihr Lager haben – eine Halle, die mit Spanplatten in Abteile untergliedert ist und wo einst die ersten Kleinkunstfestivals stattfanden. Dort traf die Gruppe auf „Chillout“-Leiterin Bettina Stocker, die etwas ungläubig schaute und sagte, sie wolle sich erst mit den Jugendlichen besprechen. Aufgeworfen wurde vor Ort die Frage: Wohin mit den Vereinsräumen, falls das „Chillout“ einzieht? Womöglich in die alte Stadtbücherei, wie es hieß?

Kinderhaus-Standort: Rundgang führt auch zum Grundstück östlich der Birkenstraße

Zu Beginn der Tour war die Gruppe auch zu dem Grundstück östlich der Birkenstraße gegangen, das zwei Eigentümerinnen gehört und vom Elternbeirat Ende November vorgeschlagen worden war. Günter Fuchs vom Bauamt sagte, dass für eine Bebauung der Bebauungsplan („landwirtschaftliche Fläche“) geändert werden müsste, was aber nicht im beschleunigten Verfahren möglich sei. Nötig wären ein Umweltbericht, eine artenschutzrechtliche Prüfung und eine Änderung des Flächennutzungsplans. Erwartbar seien auch Einwände von Anwohnern. Die Dauer allein des Bauleitverfahrens taxierte Fuchs auf mindestens zwei Jahre, allerdings bei unsicherem Ausgang. Problematisch könnte ihm zufolge auch die geringe Breite des potenziellen Zugangs sein.

Weitere Vorschläge machte Stadtrat Wolfgang Sacher (BfP) beim Rundgang: den Fichtenwald gegenüber dem „Chillout“´. Oder: Das neue Kinderhaus am Containerkrippen-Standort bauen und das Hallenbad-Parkhaus beim „Chillout“ errichten.

Elternbeirätin Julia Brettner sagte nach der Tour, dem Elternbeirat gehe es darum,ein Kinderhaus auf dem Pausenhof zu verhindern, um der Grundschule die Erweiterungsmöglichkeiten zu erhalten. Durch die Vorschläge seien „schöne neue Optionen aufgekommen“. Der Elternbeirat wünsche sich, dass Stadt und Stadtrat eine langfristige Lösung finden.

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