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Weniger Straftaten als in Vor-Corona-Zeiten - Polizei registriert 727 Fälle

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Von: Wolfgang Schörner

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Ein Streifenwagen sperrt eine Straße. (Symbolbild)
727 Straften registrierte die Penzberger Polizei 2021 in ihrem Dienstbereich (Symbolfoto) © Arne Dedert/dpa

727 Straftaten hat die Penzberger Polizei im vergangenen Jahr in ihrem Dienstbereich registriert, der den östlichen Teil des Landkreises umfasst. Das ist weniger als noch in den Jahren vor Corona. Damals bewegte sich die Zahl der Straftaten um die 1000.

Penzberg – „Die Menschen im östlichen Landkreis Weilheim-Schongau leben sicher und können beruhigt schlafen.“ Diese Bilanz zieht der Penzberger Polizeichef Matthias Krümpel. Er legte jetzt den Sicherheitsbericht 2021 für den Dienstbereich der Penzberger Polizeiinspektion vor, der von Penzberg bis Obersöchering und Bernried reicht.

In dem Bericht führt der Erste Polizeihauptkommissar, der seit April Inspektionsleiter in Penzberg ist, die „Häufigkeitszahl“ an, mit der einzelne Gebiete verglichen werden können und somit „als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung“ dienen. Demnach hat der Dienstbereich einen rechnerischen Wert von 2405 Fällen pro 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sind es 3958, in ganz Bayern 4138 auf 100 000 Einwohner.

Polizei registriert 727 Straften - vor Corona waren es um die 1000 im Jahr

Tatsächlich wurden laut Kriminalitätsstatistik der Penzberger Polizei im vergangenen Jahr 727 Straftaten registriert. Dies, so Krümpel, sei ein geringer Anstieg um vier Straftaten beziehungsweise 0,6 Prozent im Vergleich zu 2020. Zieht man die ausländerrechtlichen Delikte ab, waren es 715 Fälle. Insgesamt ging die registrierte Kriminalität seit Ausbruch der Corona-Pandemie massiv zurück. Das war bereits 2020 so. Der damalige Polizeichef Jan Pfeil hatte den Corona-Effekt auf die Einschränkungen im öffentlichen Leben zurückgeführt. Vor der Pandemie erfasste Penzbergs Polizei um die 1000 Fälle im Jahr.

Anstieg bei Eigentumsdelikten und Rauschgiftkriminalität

Laut Polizeichef ging die erfasste Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte, darunter Betrug, sowie die Gewaltkriminalität zurück, zu der zum Beispiel gefährliche und schwere Körperverletzung zählen. Einen starken Anstieg verzeichnete die Penzberger Polizei in ihrem Dienstbereich dagegen bei Eigentumsdelikten wie Diebstahl und bei der Betäubungsmittelkriminalität.

Polizeichef Krümpel legte dazu noch eine detailliertere Statistik vor. Demnach wurden bei der Gewaltkriminalität 22 Fälle (2020: 26 Fälle) registriert. Als Rohheitsdelikte, zu denen zum Beispiel Raub, Nötigung und Bedrohung zählen, wurden im vergangenen Jahr 142 Fälle erfasst. Die registrierte Zahl der einfachen und schweren Diebstähle stieg von 48 auf 63, die der Rauschgiftdelikte von 48 auf 77. Außerdem gab es ein versuchtes Tötungsdelikt: Im Juni hatte ein Mann in Penzberg seine Ehefrau mit einem Messer lebensgefährlich verletzt (wir berichteten). Im März wurde der Mann vor Gericht zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt.

40 Prozent der Tatverdächtigen waren Kinder, Jugendliche und Heranwachsende

Insgesamt ermittelt die Penzberger Polizei im vergangenen Jahr 423 Tatverdächtige. Kinder, Jugendliche und Heranwachsenden machten davon 40 Prozent aus (2020: 30,4 Prozent). Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger betrug 27,4 Prozent (2020: 32,6 Prozent). Die Aufklärungsquote lag vergangenes Jahr bei 67,8 Prozent. 2020 waren es noch 72,8 Prozent.

Was früher nicht in der Statistik auftauchte: Corona-Demonstrationen. Die Belastung der Penzberger Polizei durch Einsätze zur ordnungsgemäßen Begleitung von Versammlungen und Veranstaltungen sei 2021 im Zuge der Corona-Maßnahmen angestiegen, teilte Krümpel mit. Insgesamt wurden 14 öffentliche Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel sowie drei Veranstaltungen betreut worden. Der weit überwiegende Teil davon stand im Zusammenhang mit Corona-Protesten.

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