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Am Übergang von Bichler Straße und Karlstraße ist einer der beiden Kreisel geplant.

Pläne für Kreisverkehr

Studie: Zwei neue Kreisel in Penzberg sind machbar - aber es gibt auch Einwände

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In Penzberg sind zwei neue Kreisverkehre in Planung: an der Bichler Straße nahe dem Rewe-Markt und an der Seeshaupter Straße bei der Abzweigung zum früheren Wellenbad. Das beauftragte Planungsbüro hat nun zwei Machbarkeitsstudien vorgelegt. Nicht alle im Stadtrat sind mit dem Ergebnis zufrieden.

Penzberg – Für zwei neue Kreisel hatte die Stadt Penzberg im vergangenen März Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Das Planungsbüro „Bauen und Umwelt“ aus Kempten legte nun die Ergebnisse vor. Demnach wären in beiden Fällen Kreisverkehre möglich. Dabei wurde auch getestet, ob Busse und Sattelzüge durchkommen, was laut Büro der Fall ist. Mit den Kreiseln, so Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, sollen Sicherheit und Verkehrsfluss verbessert werden.

Penzberger Kreisverkehr-Pläne an Bichler Straße und Seeshaupter Straße

Der eine Kreisel ist am Knotenpunkt von Karlstraße und Bichler Straße nahe dem Rewe-Markt vorgesehen. Laut Planungsbüro könnte er, je nach Variante, einen Durchmesser von 26 oder 28 Meter haben. Zum Vergleich: Der Kreisverkehr an der Seeshaupter Straße bei der MöbelCentrale hat laut Stadt einen Durchmesser von 35 Metern. Nicht vorgesehen beim Kreisel an der Bichler Straße ist eine direkte Anbindung der „Straße des 28. April 1945“. Der zweite Kreisel soll an der Seeshaupter Straße bei der Abzweigung zur Birkenstraße, also zum neuen Hallenbad, entstehen. Mit einem Durchmesser von 30 Metern, so der Vorschlag des Planungsbüros. Von einer direkten Anbindung des Weidenwegs rät es ab.

Ordnungsamtsleiter Holzmann erklärte, dass die beiden Studien noch mit dem Staatlichen Bauamt abzustimmen seien. Priorität sollte ihm zufolge der Kreisverkehr an Bichler Straße und Karlstraße haben. „Es wäre der wichtigere Kreisverkehr“, erklärte er. Anvisiert wird seitens der Stadt offenbar ein Baubeginn im nächsten Jahr, vorausgesetzt es wird die Planung bis Frühjahr abgeschlossen und danach eine Firma gefunden.

Einwand zu Kreisverkehr-Plänen: „Straße des 28. April 1945“ nicht angebunden

Einwände gab es allerdings in der jüngsten Stadtratssitzung. Kerstin Engel kritisierte, dass beim Kreisel an der Bichler Straße die „Straße des 28. April 1945“ nicht angebunden werden soll. „Es wäre für mich essenziell.“ Sie schlug vor, mit dem Rewe-Markt eine Fläche zu tauschen, um den nötigen Platz zu erhalten. Unglücklich sei sie auch damit, sagte sie, dass der Kreisverkehr trotz des Lkw-Verkehrs relativ klein werde. Dem Einwand wegen der „Straße des 28. April 1945“ schlossen sich ihr Fraktionskollege Johannes Bauer („Ich würde gegen die jetzige Lösung stimmen“) und Jack Eberl (FLP) an. Der Vorteil eines Kreisverkehrs wäre marginal, wenn er das Problem mit der „Straße des 28. April 1945“ nicht löst, sagte Eberl. Auch er schlug vor, sie durch einen Grundstückstausch zu integrieren. Oder es sollte, so Eberl, die Möglichkeit eines zusätzlichen Minikreisels geprüft werden.

Anders sah dies Michael Zöller (SPD). Die „Straße des 28. April 1945“ sei an der Stelle nicht das Hauptproblem, sagte er. „Ich bin da noch nie länger als bei anderen Straßen gestanden; man geht da sehr vernünftig miteinander um und lässt die anderen im Reißschlussverfahren raus.“ Zudem warnte Zöller, dass eine Anbindung auf Kosten des städtischen Parkplatzes gehen würde.

Kerstin Engel übte ebenso Kritik am geplanten Kreisel an der Seeshaupter Straße. Sie halte ihn für gefährlich, weil man dort viele Fußgänger und Radfahrer habe. Ordnungsamtsleiter Holzmann vertrat dagegen die Ansicht, dass man dieses Problem lösen könne.

Laut Holzmann werden die Studien nun zunächst mit dem Staatlichen Bauamt besprochen. Danach, so sein Vorschlag, soll das Planungsbüro die Varianten im Stadtrat erläutern, um über die Kritikpunkte zu sprechen.

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