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Tierhasser in Penzberg? Taube mit Pfeil im Hals: „Der Anblick ist herzzerreißend“

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Von: Franziska Seliger

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Taube  mit Blasrohr-Pfeil im Hals
Es sieht schrecklich aus: Die Taube mit dem Blasrohr-Pfeil im Hals, mit dem sie ein unbekannter Täter beschossen hat. © privat

Das Foto ist schrecklich: Auf einer Wiese sitzt eine Taube – ihr Hals durchbohrt von einem Blasrohr-Pfeil. Es ist nicht das erste Tier, das so verletzt wurde.

Penzberg – Es ist in Penzberg nicht die erste Taube, die mit einem Blasrohr beschossen wurde. Mindestens zweimal wurde in den vergangenen Monaten im Stadtgebiet mit einem Blasrohr auf Tauben geschossen. Und erst Ende Mai, so der Leiter der Penzberger Polizeistation Matthias Krümpel auf Nachfrage, sei „im Bereich Penzberg“ erneut eine verletzte Taube gefunden worden. Laut Tierarzt habe sie ein Luftprojektil im Rumpf gehabt. Da dieser Fall aber an einer ganz anderen Stelle der Stadt passiert sei, wisse man nicht, ob es zwischen diesem Fall und den vorangegangenen einen Zusammenhang gebe, so Krümpel.

Erstmals wurde am 28. Oktober vergangenen Jahres an der Straße „An der Freiheit“ eine Taube gefunden, die durch einen Blasrohr-Pfeil verletzt worden war. Das Tier musste eingeschläfert werden.

Tauben mit Blasrohr beschossen: „Wie kann ein Mensch zu einer so grauenvollen Tat fähig sein?“

Ein paar Wochen später, am zweiten Weihnachtsfeiertag, meldete eine Anwohnerin der Barbarastraße eine zweite Taube, die mit einem Blasrohr angeschossen worden war, aber noch wegfliegen konnte. Ende März wurde in der Barbarastraße erneut eine Taube gesichtet, die einen Pfeil im Hals stecken hatte – bei den beiden letzten Beobachtungen könnte es sich um dasselbe Tier handeln.

Vermutlich ist es auch diese Taube, die ein Leser unserer Zeitung mittlerweile regelmäßig in einem Gartengrundstück in der Stadt sieht. Dort stehe eine Wassertränke, an die verschiedene Vögel regelmäßig zum Trinken kämen, erklärt er in einer Mail. Er habe sich dem Tier bis auf rund eineinhalb Meter nähern und es fotografieren können und sei erschüttert: „Der Anblick dieser Taube mit dem Pfeil im Hals ist jedes Mal herzzerreißend.“

Er frage sich, wie ein Mensch zu einer so grauenvollen Tat fähig sein könne. „Welche Motivation steckt dahinter? Ist es nur Spaß? Oder handelt es sich hier schlichtweg um Taubenhasser?“ Tiere müssten vor derartigen Übergriffen geschützt werden, fordert er und betont: „Wer Tiere zum Spaß quält, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurück.“

Taube mit Pfeil im Hals: Tier kann trotzdem fressen und trinken

Die Penzberger Tierärztin Dr. Susanne Gloger-Höck möchte aus der Ferne natürlich keine konkrete Diagnose zur Schwere der Verletzung abgeben. Sie könne auch nicht sagen, ob das Tier Schmerzen habe. Denkbar seien Schmerzen beim Schlucken, wenn der Pfeil Muskeln im Hals verletzt habe. Gelinge es, das Tier zu fangen, könne man ihm aber möglicherweise helfen und den Pfeil entfernen.

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Regelmäßig, schreibt unser Leser, käme die Taube zum Trinken in den Penzberger Garten. „Trotz des Pfeils im Hals ist sie beim Trinken nicht beeinträchtigt und scheint offensichtlich in einem guten körperlichen Allgemeinzustand zu sein“, hat er beobachtet. Ein gutes Zeichen. Denn laut Tierärztin Gloger-Höck hänge die Lebenserwartung des Tieres wesentlich davon ab, in welcher körperlichen Verfassung sie ist. Ist sie abgemagert, sinke die Lebenserwartung.

Taube mit Pfeil im Hals: Beobachter hofft, sie bald einfangen zu können

Doch laut dem Leser ist die Taube munter und kann schnell wegfliegen. Sie einzufangen, sei daher bisher nicht gelungen. „Jetzt wird sie aber immer zutraulicher.“ Er hoffe deshalb, dass die Taube doch noch eingefangen und zum Tierarzt gebracht werden kann, so der Leser.

Wie Polizeichef Krümpel sagt, sind zu den beiden Blasrohr-Vorfällen im Oktober und Dezember vergangenen Jahres bisher keine Hinweise auf den Täter eingegangen. Es werde gegen unbekannt ermittelt. Wie ein Polizeisprecher im März sagte, bewegt sich eine mögliche Strafe für den Täter zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.  

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