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Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg: Die Generalsanierung wird fortgesetzt.

Am Josef-Boos-Platz in Penzberg

Sporthalle: Stadtrat hält an millionenschwerer Sanierung fest - Abriss und Neubau noch teurer

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Der Penzberger Stadtrat hält an der Generalsanierung der Sporthalle am Josef-Boos-Platz fest, deren Kosten mittlerweile auf fast 10,8 Millionen Euro geschätzt werden. Vor dieser Entscheidung hatten Planer einige andere Varianten durchgerechnet. Ein Abbruch und Neubau in gleicher Größe an der Stelle würde demnach 14,5 Millionen Euro kosten.

Penzberg – Die städtische Sporthalle am Josef-Boos-Platz wird nicht abgerissen. Es bleibt bei der Generalsanierung, die im vergangenen August begonnen hat und im September 2021 beendet sein soll. Das beschloss der Penzberger Stadtrat diese Woche einstimmig. Das Gremium deckelte zugleich den Betrag: Mehr als 10,8 Millionen Euro dürfen es demnach nicht werden. Das entspricht ungefähr der aktuellen Kostenberechnung für die Sanierung: Der genaue Betrag, der diese Woche erstmals öffentlich genannt wurde, beläuft sich auf 10 763 881 Euro.

Sporthalle am Josef-Boos-Platz: Planer rechnen mehrere Varianten durch

Das Sporthallen-Planungsteam hatte zuvor im Auftrag des Bauausschusses mehrere andere Varianten durchgerechnet. Demnach würden ein kompletter Abbruch und ein Neubau der Turnhalle an derselben Stelle und in gleicher Größe, also mit den Vereinsräumen für Schützen und Kegler, 14,5 Millionen Euro kosten. Eine zweite Berechnung, bei der die Baugrube zuvor verfüllt wird, kam auf 14,2 Millionen Euro.

Die Planer rechneten auch durch, was es kosten würde, das Gebäude abzubrechen und eine „Standard-Sporthalle“ zu bauen, also ohne Vereins- und Zusatzräume. Dabei orientierten sie sich an der Turnhalle an der Birkenstraße. Dies Standard-Variante würde laut Planer 9,6 Millionen Euro kosten, wenn die bestehende Bodenplatte beim Josef-Boos-Platz genutzt wird. Würde man mit dieser Variante auf ein anderes Grundstück umziehen, wären nach der Berechnung knapp 11,4 Millionen Euro zu erwarten, wobei gegebenenfalls Grundstückskosten hinzuaddiert werden müssten, wie es hieß.

Weder Sanierung noch Neubau - das würde trotzdem 3,9 Millionen kosten

Das Team rechnete auch aus, was es kostet, wenn die ganze Sache abgeblasen wird, also die Sporthalle abgerissen, die Fläche aufgefüllt und zur „grünen Wiese“ wird, ohne eine neue Turnhalle zu bauen. Dies, so das Ergebnis, würde immerhin knapp 3,9 Millionen Euro kosten, wobei laut Planer noch zu klären wäre, ob die Bodenplatte auf dem Grundstück bleiben dürfte.

Bauausschuss empfahl, Generalsanierung nicht zu stoppen

Diese Varianten lagen dem Stadtrat diese Woche vor. Und die Empfehlung des Bauausschusses aus einer nicht öffentlichen Sitzung im Dezember, die Generalsanierung nicht zu stoppen. Diesem Vorschlag folgte der Stadtrat einstimmig. „Es gibt keine andere Lösung als die Generalsanierung, wir haben den Bürgern versprochen, dass sie die gleiche Halle wiederbekommen“, sagte Michael Kühberger (FLP). Bei einer kleineren Halle hätten Schützen und Kegler „keine Heimat mehr“. Würde man in diesem Fall für sie eine Alternative suchen, sagte er, „sind wir auch bei Kosten von drei bis fünf Millionen Euro“.

Als sinnvoll bezeichnete es Thomas Keller (SPD), erst eine Variantenprüfung gemacht zu haben. „Denn es stand im Raum, dass Abriss und Neubau billiger wären.“ Nun sei belegt, dass ein Neubau ein paar Millionen Euroteurer käme. Keller erinnerte aber auch daran, dass zu den steigenden Sanierungskosten „überwiegend einstimmige Beschlüsse“ beigetragen hätten. Er nannte die Erneuerung der Fassade und der Vereinsräume, die ursprünglich nicht auf der Rechnung standen. Für die Fortsetzung der Generalsanierung sprachen sich auch BfP-Fraktionschef Armin Jabs (BfP), Markus Bocksberger („Die Sanierung ist alternativlos“) und CSU-Fraktionschefin Christine Geiger aus, die zugleich empfahl, „einen Projektsteuerer für diese große Baustelle“ zu engagieren.

Sporthalle am Josef-Boos-Platz: Notbremse war im November gezogen worden

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss im November in einer nicht öffentlichen Sitzung die Notbremse gezogen und eine Prüfung verlangt. Zugleich verweigert er die Freigabe der Kostenberechnung. Bürgermeisterin Elke Zehetner hatte damals auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung einen Betrag von 10,7 Millionen Euro genannt. Anfang 2018 war die Stadt noch von 5,6 Millionen Euro ausgegangen, damals allerdings ohne Zusatzwünsche. Seither wurde die Kostenentwicklung als Geheimsache behandelt. Noch vergangenen August hieß es nur, dass die 5,6 Millionen Euro überschritten würden.

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