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Übernahme des Drohnenherstellers EMT durch Rheinmetall ist jetzt perfekt

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Von: Wolfgang Schörner

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1978 wurde EMT gegründet, im Bild eine Ausstellung der Flugsysteme zum 40-jährigen Firmenjubiläum.
1978 wurde EMT gegründet, im Bild eine Ausstellung der Flugsysteme zum 40-jährigen Firmenjubiläum. © fn/Archiv

Die Übernahme des Penzberger Drohnenherstellers EMT durch den Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern ist perfekt. Laut einer Mitteilung sind alle vertraglich vereinbarten Bedingungen erfüllt worden: Zuletzt hatte der Gläubigerausschuss am 28. Dezember der Transaktion zugestimmt. Die Investorenlösung wurde zum 1. Januar vollzogen.

Penzberg - Die Zukunft von EMT sei gesichert, hieß es am Montag in der Mitteilung, Alle 190 Mitarbeiter würden übernommen. Die Beschäftigten an den Standorten Penzberg, Iffeldorf, Abenberg und Osterrönfeld hätten ebenfalls der Lösung zugestimmt. Die Übernahme hatte sich, wie berichtet, im November abgezeichnet. Damals hatten beide Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die Übernahme des Geschäftsbetriebs erfolgt im Rahmen eines Asset-Deals. Zuvor hatte es Pläne gegeben, dass das israelische Rüstungsunternehmen „Rafael Advanced Defense Systems“ als Investor einsteigt. Dazu kam es aber nicht.

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

EMT ist laut Eigenbeschreibung seit über 40 Jahren ein führender Hersteller von Drohnen zur Aufklärung. Sie werden überwiegend zur militärischen Nutzung ausgeliefert. Wegen Liquiditätsproblemen hatte EMT vor über einem Jahr die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Weilheim gab dem am 4. Dezember 2020 statt. Am 1. März 2021 wurde das Verfahren eröffnet und Ivo-Meinert Willrodt von der „Pluta Rechtsanwalts GmbH“ zum Sachwalter bestellt. „Die nun erfolgte Zustimmung zur Vereinbarung im Gläubigerausschuss und auch in der Gläubigerversammlung ist sehr erfreulich. Mit einem renommierten Investor ist der Drohnenhersteller für die Zukunft gut aufgestellt“, erklärte Willrodt. Es zeige sich, dass die Eigenverwaltung hier das passende Instrument für die Neuausrichtung war.

„Mitarbeiter haben mit uns an einem Strang gezogen“

Der EMT-Generalbevollmächtigte Oliver Liersch von der Kanzlei „Brinkmann, Weinkauf Rechtsanwälte“ erklärte, dass die vergangenen Monate „sicherlich nicht leicht, aber sehr konstruktiv“ gewesen seien. „Die Mitarbeiter haben mit uns an einem Strang gezogen und ihre Zustimmung zur vereinbarten Lösung erteilt.“ Auch die Lieferanten und Kunden hätten den Weg begleitet und dem Unternehmen die Treue gehalten. Dies sei nicht selbstverständlich, so Liersch. In den vergangenen Monaten wurden laut Mitteilung beispielsweise Verträge neu verhandelt, während der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortgeführt wurde. Massekredite der beteiligten Kreditinstitute hätten dies maßgeblich unterstützt.

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