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Volle Bühne beim Familienmusical in Penzberg.

Penzberg und die „Spürnasen“: Trolle im Bergwerk, Saboteure bei Roche - so war das neue Musical

Es war eine tolle Show beim neuen Familienmusical: Das Ensemble um Ellen Hennen huldigte mit seinen „Penzberger Spürnasen“ der Stadt zum Jubiläum.

Penzberg – Proppenvoll ist die Stadthalle, die Erwartung und Vorfreude riesig. Kaum zu bändigen sind die Scharen von Kindern, die umeinanderwuseln, noch schnell einen eben gesichteten Freund begrüßen oder unbedingt noch den Sitzplatz wechseln wollen. Doch dann hebt sich der Vorhang – und für fast zwei Stunden herrschen Stille und Konzentration im Zuschauerraum.

Ein größeres Kompliment kann es für Ellen Hennen und ihre Truppe nicht geben. Und tatsächlich übertreffen sich die Akteure beim neuen Familienmusical „Penzberger Spürnasen“ wieder einmal selbst: Da ist Farbe, Action, Spannung auf der Bühne, untermalt von packender Musik (Extra-Kompliment an die im Dauereinsatz befindliche Band: Leonhard Güntner, Klavier, Felix Freude, Schlagzeug, Elias Schlögel, Gitarre, Florian Schöllhorn, E-Bass); ein tolles Bühnenbild und in der Stadt produzierte Einspielfilme, die im Hintergrund laufen und die Szenenwechsel vorbereiten, tun das Ihrige dazu. Das hält selbst die jungen Zuschauer, die mit dem rasanten Tempo der modernen Medienwelt aufwachsen, bei der Stange. Dazu trägt bei, dass die Handlung ganz auf Penzberg und sein Stadtjubiläum zugeschnitten ist.

Familienmusical: Die Trolle im Bergwerk schicken Saboteure

Gesetzt ist damit, dass der Bergbau als prägendes Element der Stadt-Historie und Roche als ebenso prägendes Element der Gegenwart eine Rolle spielen müssen. Geschickte Verknüpfung der Themen: Die Trolle im Bergwerk schicken Saboteure (Hinz und Kunz alias Lorin Heinrich und Nevin Arrington) zu Roche, die dort den „Stein des Unfriedens“ platzieren sollen. Denn der ewig grantelnde Trollkönig (Marco Plankensteiner) hadert mit den Penzbergern, die ihm einst seinen Lieblingsedelstein geraubt haben.

Charmanter Gegenentwurf zum König: die bezaubernde Trollkönigin (Emma Herold). Ebenso entzückend: all die ewig gut gelaunten Troll-Mädchen, während die männlichen Trolle ihrem Herrscher nacheifern und stets mies drauf sind.

Famiienmusical: Penzberger Spürnasen im Einsatz

Die Gegenwelt zur Troll-Höhle ersteht in der hypermodernen Firmenzentrale: Business-Girls und -Boys sowie Forscher mit weißen Ganzkörperanzügen prägen das klinisch reine Bild. Um zu verhindern, dass die Saboteure ihr Ziel erreichen, sind Jessica Jones und Mata Hari (Antonia Willer und Luisa Fiehne) im Agenteneinsatz unterwegs. Die Detektiv-AG „Penzberger Spürnasen“ unter Leitung von Frau Dr. Horn (Svenja Schaal) koordiniert den Einsatz, unterstützt von Sherlock und Watson (Jan Röntgen und Felix Thomas).

Und da wäre noch die TV-Reporterin Michelle Huntinger (Paulina Felix), die als Michaela Jäger einst in Penzberg zur Schule ging und nun eine Reportage über das Stadtjubiläum machen will. In die Spur gesetzt wird sie von Lara Kraft (Ronja Schaal), die in New York und Sydney lebte und nun ebenfalls in die alte Heimat zurückgekehrt ist.

Im Zirkus Sarasani werden die kühnen Ermittlerinnen Agatha Christie und Jane Marple (Bettina Loth und Paulina Neumann) dann um ein Haar von den Troll-Saboteuren überwältigt, doch Sherlock und Watson können sie befreien. Und als der Troll-König auch noch seinen geraubten Stein zurück bekommt, ist alles, alles gut in Penzberg.

Alle Akteure aufzuzählen, ist unmöglich, aber die toughe Zirkusdirektorin (Leonie Neumann) und die weibliche Allzweck-Waffe von Roche, Fräulein Mona (Hanna Proksch), sind unbedingt zu erwähnen. Dass alle Genannten tolle Gesangssoli mit bewundernswerter Souveränität abliefern, dass der Chor bestens einstudiert jeweils mit einsteigt, ist Ellen Hennes jahrelanger Aufbauarbeit und ihrem unermüdlichen Engagement zu danken. Ihre Vitalität ist (wie nicht anders gewohnt) mitreißend! Allen Beteiligten dankt langer, lauter und herzlicher Beifall.

Text: SABINE NÄHER

Lesen Sie auch: Kulturpreis 2016 für den Musical-Motor Ellen Hennen

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