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40 Kurse soll es beim Neustart wieder geben: Für die Bewegungskurse wurden im großen Yoga- und Pilatesraum, im Bild Heidrun Zölzer (hinten) und Katja Wippermann, eigens Markierungen für die Matten aufgeklebt. 

Hygienekonzept wurde entworfen

VHS in Penzberg startet wieder: „Uns gibt es noch“

  • vonWolfgang Schörner
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Eigentlich ist das Semester bald vorbei. Die Penzberger Volkshochschule will trotzdem am 15. Juni wieder mit Kursen starten – mit Sprachen und Gesundheitsangeboten. Der Betrieb wird wegen der Corona-Pandemie aber nur eingeschränkt laufen. Andererseits: „Wir wollten nicht bis Ende September geschlossen bleiben“, so Leiterin Katja Wippermann.

Penzberg – Mitte März hatte die Volkshochschule das Semester wegen der Corona-Pandemie abbrechen müssen. Für rund 80 Dozenten und die Teilnehmer von fast 250 Kursen ging erst einmal gar nichts mehr. Die letzten Wochen versuchte die Penzberger VHS mit Online-Angeboten zu überbrücken. Ab Montag, 15. Juni, darf sie nun wieder Präsenzunterricht anbieten. Und sie tut es auch: mit rund 40 Kursen, zur Hälfte Sprachen, zur Hälfte Gesundheitsangebote wie Yoga, Qigong und Pilates. Dazu soll es 15 Einzelveranstaltungen wie Vorträge, Foto- und Naturkundeexkursionen geben.

Kurse wegen Abstandsregeln kleiner

„Wir wollen ein Signal senden: Uns gibt es noch“, sagt VHS-Leiterin Katja Wippermann. Wichtig sei das aber auch für die Kursleiter, deren Verdienst weggebrochen ist. Die VHS hat einen Hygieneplan ausgearbeitet, nach den Vorgaben des Volkshochschulverbands. Das heißt: Der übliche Abstand von eineinhalb Metern muss eingehalten werden; Kursräume müssen einzeln und mit Maske betreten werden, dürfen am Tisch aber wieder abgenommen werden; Tische werden regelmäßig gereinigt.

Die Kurse werden wegen der Abstandsregeln kleiner. In den Gesundheitskursen wird laut Wippermann für jeden Teilnehmer eine Fläche von sieben bis acht Quadratmeter benötigt. Im großen Yoga- und Pilates-Raum wurden am Boden extra Markierungen für die Matten aufgeklebt. An den Bewegungskursen, erklärt sie, können nur noch neun oder zehn Personen teilnehmen, anstatt 14 bis 15.

Nicht für alle Interessierten ist Platz

„Das heißt, dass wir nicht allen Interessenten einen Platz garantieren können“, sagt die VHS-Leiterin. „Das führt zu Unmut“, weiß sie. „Es tut uns leid.“ Man versuche, die Interessenten, die nicht zum Zug kommen, im Herbstsemester zu berücksichtigen.

Ähnlich ist es bei den Sprachkursen. Dort kommt erschwerend hinzu, dass die VHS die Räume in der Mittelschule und in den Kindergärten noch nicht nutzen kann. Die eigenen Räume in der Rathauspassage seien aber so klein, dass Sprachkurse nur mit fünf bis sieben Teilnehmern stattfinden können. Ganz gestrichen wurden laut Wippermann die Fitnesskurse, weil dort viel geschwitzt und tief geatmet wird. Es ist ihr zufolge nicht mal sicher, ob sie im nächsten Semester ab Herbst angeboten werden können.

Für die Volkshochschule werde es „ein finanziell schwieriges Jahr“, schwant der Leiterin. Gerade mit den großen Kursen habe man Gewinn gemacht, um sich über Wasser zu halten. Immerhin hat die bayerische Staatsregierung einen 30-Millionen-Euro-Rettungsschirm für die Erwachsenenbildung und die in Existenznot geratenen Dozenten bewilligt. Wie der Rettungsschirm aussieht, ist allerdings noch nicht klar. Nachdem die VHS im März schließen musste, hatte sie die Kursgebühren an die Teilnehmer zurückgezahlt. Wer nun beim Neustart dabei sein will, muss sich neu anmelden. Die Anmeldezahlen beschreibt die VHS-Leiterin als „zurückhaltend“.

Vorbereitungen für Herbstsemester

Anders als ein Drittel der Volkshochschulen in Bayern wollen die Penzberger ein Programm für das Herbst- und Wintersemester anbieten. Einig ist man sich da mit den Volkshochschulen in Schongau, Weilheim, Peißenberg und Peiting. Natürlich bestehe das Risiko, dass es eine zweite Corona-Welle und deshalb eine nochmalige Schließung gibt, sagt Wippermann. Man werde sich aber dafür rüsten: durch mehr Online-Seminare und der Option, Kurse auf Online umzustellen. Um Teilnehmern den Umstieg zu ermöglichen, suche man noch Kursleiter, die Digitalkompetenz vermitteln können.

Das Herbstprogramm, das im September herauskommen soll, werde zwar kleiner sein, sagt Wippermann. Trotzdem sollen es über 200 Angebote werden.

Lesen Sie auch: Siedelt sich das Murnauer Unternehmen „Geiger Automotive“ in Penzberg an, als Nachfolger von HAP? Diese Frage sollte eigentlich schon entschieden sein.

Vor drei Monaten startete der Umbau des alten Metropolkinos zur neuen Musikschule mit einem symbolischen Spatenstich. Viel von dem Umbau zu sehen war seither allerdings nicht. Richtig ernst werden soll es ab Juli, wenn der Teilabbruch beginnt.

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