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Das Gymnasium in Penzberg.

Viele Baustellen am Penzberger Gymnasium: Neuer Bio- und Chemie-Bereich so gut wie fertig

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Die gute Nachricht: Mehrere Millionen Euro investiert der Landkreis ins Penzberger Gymnasium. Das bedeutet aber auch, dass die Schule seit Jahren eine Baustelle ist. Immerhin so gut wie fertig sind mittlerweile die neuen Chemie- und Biologie-Räume. Dennoch bleibt die Schule eine Baustelle. Womöglich müssen nächstes Jahr Klassen sogar ausgelagert werden.

Penzberg – Irgendwo sind am Penzberger Gymnasium immer Handwerker oder Bauarbeiter unterwegs. Das geht so seit gut drei Jahren. Es ist nicht die eine große Baustelle. Es sind viele kleine und große Baustellen in dem verschachtelten Gymnasium, das seit seiner Gründung vor 38 Jahren immer wieder erweitert wurde. Allein im laufenden Kreishaushalt sind 1,7 Millionen Euro für Arbeiten am Gymnasium reserviert.

Eine zentrale Baustelle der jüngsten Zeit betrifft die dringende Schaffung von neuen, modernen naturwissenschaftlichen Räumen, um dem Titel als „naturwissenschaftlich-technologischem“ Gymnasium auch in Zukunft noch gerecht zu werden. Der Elternbeirat hatte sich einst für einen Neu- oder Anbau eingesetzt. Im Gespräch war sogar einmal ein eigenes Laborgebäude auf dem städtischen ehemaligen Molkereigelände, das auch andere Schulen phasenweise benutzen hätten können.

Gymnasium Penzberg: 2016 entschied sich Kreistag für Umbau im Haus

Der Kreistag entschied sich im Jahr 2016 jedoch für einen Umbau im bestehenden, sehr beengten Haus. Der Landkreis veranschlagte 2,7 Millionen Euro für die Schaffung der naturwissenschaftlichen Räume. Im Herbst 2018 sollten sie fertig sein. Es dauerte jedoch ein Jahr länger als ursprünglich gedacht. Die offizielle Einweihung soll kommenden Oktober sein.

Schulleiter Bernhard Kerscher ist seit 2016 am Penzberger Gymnasium. Er kennt es quasi nicht anders als als Baustelle. An einem Sommerferientag führt der Direktor auf Bitte der Heimatzeitung durch das schülerlose Gymnasium zu den neuen naturwissenschaftlichen Räumen. Sie stünden vor der Vollendung, ein Teil sei schon in Betrieb gewesen, erzählt Kerscher. Es handelt sich zum einen um einen eigenen Biologiebereich auf einem Stockwerk im B-Bau: zwei Übungsräume, ein Lehrsaal und ein Vorbereitungsraum, alle direkt verbunden. Lehrer müssen mit ihren Gerätschaften nicht über Gänge laufen. Das Gleiche gilt für das Stockwerk mit dem Chemie-Bereich. Dort gibt es zwei große und einen kleinen Übungsraum, einen Lehrsaal, einen Natur- und Technikraum für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe und einen großen Vorbereitungsraum mit Chemikalien und Reagenzgefäßen. Noch im Entstehen ist im zweiten Obergeschoss des B-Baus ein dritter Computerraum für die Schule.

Gymnasium Penzberg: Erst musste „SchulePlus“ ins Dachgeschoss ziehen

Um diese beiden Bereiche zu schaffen, musste im Schulhaus aber erst einmal Platz geschaffen werden. Dafür wurde Ende 2017, Anfang 2018 die Nachmittagsbetreuung „SchulePlus“ ins Dachgeschoss des denkmalgeschützten Altbauteils verlagert. Was aufwendig war, weil das Dachgeschoss zunächst für rund eine Million Euro ausgebaut und mit einem Aufzug versehen werden musste. Dort oben untergebracht sind seither auch Leseclub, „Diszi-Raum“ und Schulberatung.

Gymnasium Penzberg: Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus

Diese Umbauten sind jedoch nur ein Teil der Gymnasium-Baustelle. Schulleiter Kerscher nennt noch eine ganze Reihe an aktuellen und künftigen Arbeiten, die parallel laufen, nicht nur in den Ferien, sondern auch in der Schulzeit. So wird in allen Gebäudeteilen der Brandschutz – wegen der höheren Auflagen – verbessert. Gleichzeitig läuft eine Schadstoffsanierung der Decken – beim Gang durch die Schule sind an vielen Stellen die alten Deckenpaneele schon entfernt. Direktor Kerscher nennt zudem das „Toiletten-Erneuerungsprogramm, das ich schon übernommen habe“, den Einbau von LED-Beleuchtung und den Anschluss ans Fernwärmenetz. Ein großer Brocken wird außerdem die Generalsanierung des denkmalgeschützten Altbaus.

Dem Schulleiter schwant, dass dies alles „nicht in den Ferien zu schaffen ist“. Er befürchtet, im kommenden Schuljahr Klassen aus dem ganzen Haus – Stockwerk für Stockwerk – entweder in Container oder in die benachbarte Realschule auslagern zu müssen. In einem Jahr wird Kerscher in Ruhestand gehen. „Und dann“, sagt er, „übergebe ich die Baustelle meinem Nachfolger.“

Lesen Sie auch: Frischzellenkur fürs Gymnasium - Landkreis investiert knapp vier Millionen

Und: An Penzberger Grundschule beginnt das Digital-Zeitalter: 17 Kreidezeit-Tafeln für Tansania

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