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Nur noch mit Leuchtfarbe markierte Baumstümpfe sind von den vier Birken vor dem ehemaligen Metropolkino übrig.

Umbau für Penzberger Musikschule

Die vier Birken beim Ex-Metropol sind weg - Bund Naturschutz spricht von Hauruckverfahren

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Die Bäume vor dem früheren Metropolkino in Penzberg sind wegen des bevorstehenden Umbaus gefällt worden - beim Bund Naturschutz ist man verärgert.

Penzberg – Die vier Birken vor dem alten Metropolkino sind am Mittwoch gefällt worden, nur kurze Zeit, nachdem der Penzberger Bund Naturschutz um eine nochmalige Prüfung gebeten hatte. Die Verärgerung ist nun groß. Vorsitzende Hannelore Jaresch spricht von einem Hauruckverfahren, ohne zuvor mit dem Bund Naturschutz gesprochen zu haben.

Wie berichtet, hatte eine Bauausschuss-Mehrheit im April beschlossen, dass die vier Birken wegen der Baustelleneinrichtung und des Zugangs zu den benachbarten Anwesen gefällt und später neue Bäume gepflanzt werden sollen. Der Umbau des alten Metropols zur neuen Musikschule soll im Februar beginnen. Die Fällung war für diesen Herbst vorgesehen.

Bund Naturschutz: Bäume „im Hauruckverfahren“ gefällt

Aufgrund von Nachfragen aus der Bevölkerung, so Jaresch, habe man Anfang September die Stadt gebeten, die Notwendigkeit einer Fällung noch einmal zu prüfen. Hätte die Stadt bei einem Ortstermin oder in einem Gespräch dem Bund Naturschutz schlüssig die Notwendigkeit erklärt, „hätten wir das eingesehen“, erklärte Jaresch am Donnerstag. Man wolle in keiner Weise den Umbau des Metropols zur Musikschule verzögern. „Wir haben aber keine Antwort bekommen.“ Stattdessen seien die Bäume im Hauruckverfahren gefällt worden. Jaresch sieht darin einen Politikstil, der engagierte Bürger brüskiert.

Sie wundert sich auch, dass es mit der Fällung so schnell ging. Dem Bund Naturschutz sei Ende Juli vom Stadtbauamt versichert worden, dass die Bäume so lange wie möglich stehen bleiben und die gesetzliche Fällperiode von Oktober bis Februar eingehalten werde. Die Stadt, so Jaresch, habe nun wohl „vollendete Tatsachen“ schaffen wollen und eine Ausnahmegenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt. Laut Naturschutzgesetz darf außerhalb der Fällperiode nur gefällt werden, wenn ein „überwiegendes öffentliches Interesse“ besteht oder ein Verbot zu „unzumutbaren Belastungen“ führt. Beides ist nach Jareschs Ansicht nicht gegeben, weil der Baustart erst für nächstes Jahr geplant ist.

Stadt: Wegen der Baustelle blieb nichts anderes übrig

Bürgermeisterin Elke Zehetner verwies gestern auf Nachfrage auf den Beschluss des Bauausschusses. Ihr tue es leid um die Bäume, sagte sie, wegen der Baustelle bleibe aber nichts anderes als die Fällung übrig, das habe man auch mehrfach erklärt.

Lesen Sie auch die Diskussion im Vorfeld: Baumfällungen: Stadt Penzberg sieht „keine andere Möglichkeit“

Und zum Entwurf: Metropol-Umbau zur Musikschule

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