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Willi Heidrich, hier bei seinem 85. Geburtstag mit seiner Ehefrau Bruni, Michael Asam und Hans Mummert.

Trauer um Willi Heidrich

Vier Tage nach seinem Geburtstag: Penzberger Lokalpolitik-Legende stirbt

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Trauer um Ehrenstadtrat Willi Heidrich. Der Penzberger starb am vergangenen Freitag, kurz nach seinem runden Geburtstag.

Penzberg – Seinen 90. Geburtstag hat Willi Heidrich noch zu Hause gefeiert. Nun herrscht Trauer. Der Penzberger Ehrenstadtrat starb am vergangenen Freitag nach langer Krankheit, nur vier Tage nach seinem Geburtstag. Er schlief auf der Palliativstation in Tutzing friedlich ein.

Kurz vor seinem 90. Geburtstag war die Heimatzeitung noch bei ihm

Wenige Tage vor seinem Neunzigsten hatte Willi Heidrich im Gespräch mit der Heimatzeitung noch lebhaft von früheren Zeiten erzählt. Es war ihm in dem Moment kaum etwas anzumerken. Willi Heidrich, neben ihm seine Ehefrau Bruni, erzählte von seinen Begegnungen mit dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt und anderen Politgrößen, zeigte sein SPD-Parteibuch, in dem er Autogramme gesammelt und in dem sich selbst Michail Gorbatschow verewigt hatte. Der Penzberger erinnerte sich auch an die schwere Zeit am Ende des Zweiten Weltkriegs, als er allein aus seinem Geburtsort Deutsch-Rasselwitz in Oberschlesien über die zum Teil gefrorene Ostsee nach Lübeck flüchtete.

Über Jahrzehnte die Penzberger Kommunalpolitik mitgeprägt

Willi Heidrich, der einen Sohn hat, hatte über Jahrzehnte die Penzberger Kommunalpolitik geprägt. Er gehörte für die SPD 39 Jahre lang dem Penzberger Stadtrat an. Davon führte er 14 Jahre lang die SPD-Fraktion an. Bei seinem Ausscheiden 1996 erhielt Willi Heidrich den Titel „Ehrenstadtrat“ verliehen. Er sei ein Mann gewesen, der nicht mit dem Kopf durch die Wand wollte, sondern immer kompromissfähig war – so beschrieb Altbürgermeister Hans Mummert ihn vor fünf Jahren, als Heidrich seinen 85. Geburtstag feierte. Der Peitinger Bürgermeister Michael Asam, ein anderer politischer Weggefährte, sagte damals, er sei durch Haudegen wie Willi Heidrich Sozialdemokrat geworden.

Engagement auch als Richter, im Kreisjugendring und bei der AWO

Der Sozialdemokrat gehörte ebenso 30 Jahre lang dem Kreistag sowie 16 Jahre lang dem Bezirkstag an. Er war mehr als zwei Jahrzehnte ehrenamtlicher Richter am bayerischen Verwaltungsgericht in München. 13 Jahre saß er dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt vor, fünf Jahre dem Kreisjugendring.

Willi Heidrich, der nach dem Krieg Maurer gelernt hatte, dann unter Tage im Bergwerk arbeitete und später SPD-Geschäftsführer des Bundestagswahlkreises Weilheim wurde, engagierte sich auch außerhalb der Politik. Er begründete zum Beispiel den Penzberger Hoagart genauso wie die Weihnachtslesung „Heilige Nacht“, die es beide bis heute gibt.

Die Trauerfeier für Willi Heidrich findet am Donnerstag, 31. Januar, um 13.30 Uhr auf dem städtischen Friedhof in Penzberg statt.

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