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HAP-Werk in Penzberg: Ende Juni ist endgültig Schluss.

Werk in Penzberg

Vor der Schließung: Betriebe gesucht für HAP-Jobmesse - so sollen Mitarbeiter neue Arbeitsplätze finden

  • VonWolfgang Schörner
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Knapp 500 Menschen arbeiten derzeit noch im Penzberger HAP-Werk, das Ende Juni schließen wird. Für sie soll es am 12. Februar eine Jobmesse geben, um neue Arbeitsplätze zu finden. Über 30 Unternehmen haben bisher ihr Interesse bekundet. Weitere können sich noch melden.

Penzberg – Wie viele der ursprünglich fast 700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des HAP-Werks bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, ist schwer zu sagen. Gut 100 Leute dürften es sein, lautet eine grobe Schätzung des Betriebsratsvorsitzenden Thomas Nachtmann. Einige seien von sich aus fündig geworden. Andere konnte die Agentur für Arbeit vermitteln. Laut Michael Schankweiler von der Arbeitsagentur Weilheim gab es seit Oktober 300 Bewerbungsgespräche mit rund 150 Mitarbeitern, von denen mindestens zehn Prozent eine Stelle gefunden hätten.

HAP-Werk: Zahl der Mitarbeiter sinkt Schritt für Schritt

Bis Ende 2019 war das HAP-Werk wegen der Auftragslage noch unter Volllast gelaufen. Nun werden die Aufträge weniger. Und damit sinkt in mehreren Abbauwellen die Mitarbeiterzahl. Momentan, so Nachtmanns Schätzung, seien es noch 480 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Zahl wird auf 200 schrumpfen, bis das Werk am 30. Juni endgültig schließt.

Arbeitsagenturen sind seit Oktober im Werk mit eigenen Beratungsbüros

Bereits seit Oktober haben die Weilheimer und die Bad Tölzer Arbeitsagentur Beratungsbüros im Werk. Am Mittwoch, 12. Februar, soll nun eine große Jobmesse auf dem Werkgelände stattfinden. Organisiert wird sie von der Stadt Penzberg, HAP und den zwei Arbeitsagenturen. Bislang hätten über 30 Unternehmen und Bildungsträger ihr Interesse bekundet, so die städtische Wirtschaftsförderin Monique van Eijk. Noch bis 31. Januar könnten sich bei ihr Betriebe melden, die sich von 10 bis 16 Uhr an Ständen im HAP-Werk präsentieren und mit den Arbeitssuchenden direkt Kontakt aufnehmen wollen.

HAP-Jobmesse: Weitere Arbeitgeber können sich melden

„Wir werben dafür, dass am 12. Februar möglichst viele Arbeitgeber anwesend sind“, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner am Dienstag bei einem Pressegespräch. Die Jobmesse sei in dieser Form einmalig. Der Betriebsrat hatte zugleich eine Liste mit Tätigkeiten von HAP-Mitarbeitern mitgebracht. Sie reicht von Maschinenführern und Lacklaborfachkräften über Logistikplaner und Stapelfahrer, Fachkräften für Instandhaltung und Versorgungstechnik bis zu Werkzeugbauern, Fertigungsplanern, Finanzbuchhaltern und Vertriebsmitarbeitern.

Angesichts der bevorstehenden Abbauwellen ist es laut Betriebsrat Nachtmann der richtige Zeitpunkt für die Jobmesse. Es sei eine gute Möglichkeit, persönlich Kontakt mit Arbeitgebern aufzunehmen. „Ich bin begeistert, dass sich so viele gemeldet haben.“ Nachtmann weiß aber auch, dass die Konjunktur in der Metall- und Elektrosparte schwächelt und es für manche Mitarbeiter, die 50 und älter sind, auf dem Arbeitsmarkt schwer ist. „Sie haben aber Erfahrung und sind topfit“, sagt er. Einen Schritt weiter ist man bei den Lehrlingen, wie Betriebsrat Bayram Yerli bestätigte. Ihm zufolge müssten von den ursprünglich 26 Auszubildenden noch zwei – sie lernen Industriemechaniker – untergebracht werden.

HAP-Jobmesse: Direkter Kontakt zwischen Arbeitgebern und Arbeitssuchenden

Beide Betriebsräte lobten am Dienstag die Zusammenarbeit mit Stadt und Arbeitsagenturen. „Total begeistert“ von der Jobmesse zeigte sich Michael Schankweiler, Geschäftsführer der Weilheimer Arbeitsagentur. Sie sei eine gute Möglichkeit, beide Seiten unkompliziert zusammenzubringen. Als Plattform sieht sie Udo Kohnen. Leiter der Agenturen in Tölz und Wolfratshausen. Wenn es nicht Eins zu Eins zusammenpasse, könne man „sich überlegen, wie man es passend macht“. Dafür, so Kohnen, sei die Messe hervorragend. Wie Schankweiler anfügte, sei zudem ein ausreichendes finanzielles Budget für Umschulung und Qualifizierung vorhanden.

Am 5. Februar soll es zudem einen runden Tisch geben, bei dem es um die schwerbehinderten Mitarbeiter geht, wie Nachtmann berichtete. Sie haben es ungleich schwerer auf dem Arbeitsmarkt. „Wir dürfen sie nicht vergessen“, so der Betriebsrat. Sie seien sehr motiviert. „Man muss sie nur richtig einsetzen, dann können sie volle Leistung bringen.“

Betriebe, die an der HAP-Jobmesse teilnehmen wollen, können sich bis 31. Januar, bei der Stadt per E-Mail melden: „wirtschaftsfoerderung@penzberg.de“.

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