In dem Jugendhaus Don Bosco in Penzberg-Steigenberg.

Corona-Krise

Wegen Schul- und Kita-Schließung: Penzberger Don-Bosco-Jugendhaus in Not

  • vonWolfgang Schörner
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Die Schließung der Schulen und Kindergärten stellt das Penzberger Don-Bosco-Jugendhaus vor Probleme. Die Kinder und Jugendlichen, die dort wohnen, müssen nun auch vormittags betreut werden. Doch dafür fehlt das Personal. Deshalb startet das Jugendhaus einen Hilferuf.

Penzberg – Die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten sei gewiss vernünftig, erklärt Carolin Kirchner, die das Penzberger Jugendhaus Don Bosco derzeit in Vertretung leitet. Man sei davon aber – wie viele andere – unvorbereitet überrascht worden. Im Jugendhaus müssten nun alle Kinder und Jugendlichen auch vormittags betreut werden, „was uns vor enorme Herausforderungen stellt“.

Laut Kirchner ist in der Personalberechnung keine Betreuung während der Schul- und Kita-Zeiten eingerechnet. Das bedeutet: Das Jugendhaus könne „nicht auf bestehende Kapazitäten zurückgreifen“. Die Mitarbeiter müssten jetzt erheblich mehr arbeiten. „Freie Tage und Ruhezeiten stehen im Feuer und es entsteht ein großer Bauch an Mehrarbeit“, erklärt die Leiterin.

Jugendhaus Don Bosco braucht pädagogisch geschulte Freiwillige

Das Jugendhaus Don Bosco hat deshalb als Konsequenz einen Appell an pädagogisch ausgebildete Freiwillige gestartet. Für die nächsten Wochen brauche man „dringend zusätzliches pädagogisches Betreuungspersonal“. Nötig sei es, so Carolin Kirchner, „um diese neuen und nicht vorgesehenen Betreuungszeiten abzudecken.“ Ganz abgesehen „von den Schularbeiten und gewünschten Lerneinheiten seitens der Schulen, die uns über Mail erreichen“, fügt sie an. Das Jugendhaus bittet deshalb, pädagogisch ausgebildete Menschen, sich zu melden, wie etwa Kinderpfleger oder Erzieher, „die vielleicht aufgrund der aktuellen Schließungen Zeit und Interesse hätten, uns ehrenamtlich zu helfen“. Kirchner bittet auch, dies weiterzuerzählen, falls man jemand kenne, der in Frage kommt. Darüber „wären wir sehr froh“, sagt sie. „Wir wissen natürlich, dass auch der Personenkreis aktuell Freigestellter überwiegend nunmehr zu Hause eigene Kinder zu betreuen hat.“ Vielleicht habe der eine oder andere aber doch Zeit.

Jugendhaus Don Bosco: Über Hilfe „wären wir sehr froh“

Laut Kirchner müssten bei so einer ehrenamtlichen Hilfe „ein paar wenige Formalitäten“ geklärt werden. Sie geht davon aus, dass man Interessierten einen Vertrag über ehrenamtliche Mitarbeit anbieten könnte. Auf diese Weise könnte eine entsprechende Aufwandsentschädigung gezahlt werden. Die Freiwilligen wären ihr zufolge auch „vollumfänglich in die erforderlichen dienstlichen Versicherungen“ einbezogen, ebenso in die Gemeinde-Unfallversicherung, „da eine ehrenamtliche Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit liegt“.

Kirchner hofft, so „das Betreuungsgeschehen erheblich entzerren und entlasten“ zu können. Möglich wäre dann ebenso, dass Einzel- oder Kleingruppenangebote für die Kinder eingestreut werden, „auch wenn jemand nur einmal oder ein paar Stunden die Woche“ Zeit hat. „Natürlich würde unser Fachpersonal derlei Einsätze begleiten und unterstützen“, so Kirchner

Das Jugendhaus Don Bosco in Steigenberg ist eine heilpädagogische Einrichtung der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Es betreut Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie deren Familien. Die Einrichtung verfügt über vier Kinder- und zwei Jugendwohngruppen mit jeweils sieben bis neun Plätzen und diverse ambulante Angebote. Die meisten Kinder leben längerfristig in dem Jugendhaus, wo sie an bis zu 365 Tagen im Jahr betreut werden.

Don-Bosco-Jugendhaus: Kontakt für Interessenten

Interessenten können sich melden unter Telefon 08856/9160 oder 08856/91635 und auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht mit Rückrufnummer hinterlassen. Eine andere Möglichkeit ist, eine E-Mail an „jugendhaus@jhdb.net“ zu schreiben.

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