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Herein in die gute Stube: Penzbergs Gymnasiums-Leiter Bernhard Kerscher mit Mundschutz am Schuleingang.

Nach Schließung wegen Corona-Pandemie

Einzeltische, Masken und Einbahnregeln - so starten Gymnasium Penzberg und FOS/BOS wieder mit dem Unterricht

  • Boris Forstner
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  • Franziska Seliger
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Die Schule ist seit Montag wieder offen - zumindest für einen Teil der Schüler. Am Gymnasium Penzberg beginnen die 106 Abiturienten mit den Prüfungsvorbereitungen. An der FOS/BOS in Weilheim sind es rund 220 Schüler

Landkreis - Nach wochenlanger Schulschließung sind am Montag die Abschlussklassen in die weiterführenden Schulen zurückgekehrt. Am Penzberger Gymnasium haben 106 Abiturienten mit den Prüfungsvorbereitungen begonnen. Viele von ihnen hätten sich über die Rückkehr an ihre Schule und das Treffen mit lange nicht gesehen Mitschülern gefreut, berichtete Schulleiter Bernhard Kerscher am Montagmittag.

Gymnasium Penzberg: In jedem Klassenzimmer nur maximal 15 Schüler

Um sie und ihre Lehrer bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, habe man sich ein Konzept überlegt. „Wir haben ein Blocksystem entwickelt, bei dem in den fünf Prüfungsfächern jeweils die halbe Mannschaft unterrichtet wird“, erläutert Kerscher. Die andere Hälfte könne in eigens eingerichteten Studierzimmern lernen. Unterricht gebe es ausschließlich in den prüfungsrelevanten Fächern. In jedem Klassenzimmer säßen nun maximal 15 Schüler an Einzeltischen mit einem Mindestabstand von 1,50 Meter zueinander.

Distanz in Corona-Zeiten: Einbahnregelung im Penzberger Gymnasium

Um diese Vorgaben leichter umzusetzen, mussten die Schüler aus ihren bisherigen Klassenzimmern in größere Räume in einem anderen Teil des Gebäudes umziehen. „Der Nachteil ist, dass jetzt die Wege länger sind“, so Kerscher. Weil viele Gänge und Treppen recht schmal seien, habe die Schulleitung außerdem eine „Einbahnregelung“ entwickelt und dazu etwa eine Fluchttreppe geöffnet.

Kurz vor Schulbeginn um 8 Uhr stand Kerscher am Montag zusammen mit einigen Kollegen an den Eingängen – um die Schüler zu begrüßen, aber auch, um die Ängstlichen unter ihnen zu beruhigen und andere zu ermahnen, sich an die Distanzregeln zu halten. „Die Schule ist dekoriert mit Warnschildern und Hygieneregeln“, sagt Kerscher.

Gymnasium Penzberg: Keine Maskenpflicht, aber viele tragen Mund-Nasenschutz

Am Samstag habe er persönlich noch eine Ladung einfacher Schutzmasken in Weilheim abgeholt, um sie bei Bedarf an die Schüler auszugeben. Aber alle, sagt er, hätten eigene Masken dabeigehabt. Maskenpflicht herrsche zwar keine. Aber die meisten Schüler würden einen Mund-Nasenschutz tragen. Auch Emilia Weingand gehört dazu. „Das war ungewohnt am Anfang“, sagt die 17-jährige Penzbergerin nach den ersten fünf Schulstunden. Mittlerweile habe sie sich aber daran gewöhnt und findet die Masken auch wichtig. „Als Schutz für die anderen.“

Zum strengen Hygienekonzept gehöre es, dass die Klassenzimmer nun täglich gereinigt würden statt wie bisher alle zwei Tage. An den Waschbecken, die in allen Zimmern vorhanden seien, gäbe es ausreichend Seife und Einmalhandtücher, so Kerscher. Türklinken würden gereinigt, aber nicht desinfiziert. Schülerin Emilia sagt, alle Schüler nähmen die Situation ernst und hielten sich an die neuen Regeln. Allein mit den Abiturienten seien diese Regeln auch noch umzusetzen, sagt Kerscher. Deutlich schwerer werde es, wenn ab 11. Mai die nächste Jahrgangsstufe in die Schule zurückkehre.

Rund 220 Schüler besuchen seit Montag die FOS/BOS in Weilheim

Die meisten Schüler, nämlich rund 220, besuchen seit Montag die FOS/BOS in Weilheim. „Unsere Klasse ist aufgeteilt“, berichtet Theresa Bierprigl (17) aus Weilheim. Sie ist in einer Sozial-Agrar-Klasse, die Schüler jeder Fachrichtung sind in getrennten Räumen. Die Klassenlehrerin habe ihnen am Anfang viele Hygiene-Infos und Wichtiges zu Noten und Abschlussprüfungen mitgeteilt – und sei dann nach nebenan verschwunden, um dem Rest der Klasse das selbe zu erzählen. „Aber es war immer eine weitere Lehrkraft als Aufsicht da“, sagt Bierprigl. Mit dem ständigen Hin und Her sei das „ein ziemliches Chaos gewesen, aber es hat recht gut funktioniert“, so Bierprigl.

Die Pausen mussten sie im Klassenzimmer verbringen, und wenn man in der Klasse einmal aufgestanden sei oder zur Toilette musste, was nur allein erlaubt war, musste Mundschutz angelegt werden, berichtet Bierprigl. Sie selbst hat Montag und Dienstag normal Unterricht, mittwochs und donnerstags erst am Nachmittag, um die Situation zu entzerren. „Grundsätzlich waren die meisten Schüler froh, dass es endlich wieder Unterricht in der Schule gibt“, sagt Bierprigl. „Auch alle Lehrer waren auffallend gut gelaunt – selbst Lehrer, die normalerweise nicht immer so freundlich sind“, sagt Bierprigl und lacht.

Lesen Sie auch: Newsticker zur Corona-Pandemie: So ist die Lage im Landkreis Weilheim-Schongau

Und: Schulstart am Montag: Gänsemarsch in die Klasse - so bereiten sich die Schulen vor

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