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Vorarbeiten haben die Breitfilzler geleistet und die Anlage entrümpelt, organisiert vom „Team Breitfilz“ – „als Schritt zum Fortbestand“.

Wichtiger Schritt für Freigabe der Gartenparzellen: Brandschutzkonzept für Breitfilz-Anlage steht

  • vonWolfgang Schörner
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Seit fast zweieinhalb Jahren dürfen die Kleingärtner im Breitfilz ihre Parzellen eigentlich nicht mehr nutzen – als Folge einer Anordnung des Landratsamtes im Februar 2018. Doch nun stehen die Zeichen gut, dass Normalität zurückkehrt. Das Brandschutzkonzept ist fertig: mit großem Löschwassertank und besseren Wegen.

Penzberg – Spätestens seit den beiden Bränden im März und im Juli 2019 stand der Brandschutz verstärkt im Fokus, wenn über die Zukunft des Breitfilz gesprochen wurde. Damals waren in der Kleingartenanlage, die eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr genutzt werden durfte, zwei Gartenhütten abgebrannt. Von da an war auch dem letzten klar: Wenn die Anlage wieder legal genutzt werden soll, muss gewährleistet sein, dass die Feuerwehr schnell und sicher in alle Ecken des verwinkelten Areals mit den über 300 Parzellen kommt. Und es muss vor Ort Löschwasser verfügbar sein.

Nach zwei Bränden: Jetzt liegt Brandschutzkonzept für Breitfilz vor

Nun liegt ein Brandschutzkonzept vor. Es basiere auf dem Gutachten eines externen Büros und sei mit dem „Team Breitfilz“ – einer Runde von Kleingärtnern – besprochen worden, so Stadtbaumeister Justus Klement, der das Konzept diese Woche im Stadtrat erläuterte. Demnach soll zum einen mitten in der Anlage ein Tank für 48 Kubikmeter Löschwasser entstehen. Zum anderen werden die Wege so stabilisiert und zum Teil verbreitert, dass die Feuerwehr sie mit ihrem neuen Kleinfahrzeug befahren kann. Die 48 000 Liter aus dem Tank würden für eine Stunde Löschwasser reichen, erklärte Feuerwehrkommandant Christian Abt auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies sei Zeit genug, um im Ernstfall zusätzlich eine Löschwasserversorgung zu verlegen.

Hohe Kosten für Löschwassertank und bessere Wege

Die Kosten für den Tank und dessen Gründung bezifferte Stadtbaumeister Klement mit rund 65 500 Euro. Zusammen mit dem Ausbau der Wege kommt er auf insgesamt 272 000 Euro. Darin noch nicht berücksichtigt seien Planungs- und Unterhaltskosten sowie die jährliche Prüfung des Wassertanks. Der Stadtrat beschloss das Budget einstimmig. Wann die Baumaßnahmen beginnen können und vor allem, wann sie fertig sein sollen, wurde nicht gesagt.

Der Löschwassertank sei eine Grundvoraussetzung, dass die Breitfilz-Gärten wieder für die Nutzung freigegeben werden können, erklärte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU). Man habe vom Landratsamt eine positive Rückmeldung erhalten, dass dann der Betrieb wieder möglich ist. Klement erklärte zudem, dass der Brandschutz ohne einen Bebauungsplan realisiert werden könne. Laut Landratsamt sei dies womöglich verfahrensfrei und benötige nur einen Bauantrag.

Bebauungsplan: Ein Trick soll die Chancen erhöhen -Freizeitgärten statt Kleingärten

Mit dem Brandschutz allein ist es in der Breitfilz-Anlage allerdings nicht getan. Klement listete dazu mehrere Punkte auf, die im Budget noch nicht berücksichtigt sind. So soll zum Beispiel am Eingang ein Haus für den Verein entstehen, den das „Team Breitfilz“ gründen will. Außerdem sollen eine Mehrzweckfläche und neue Parkplätze entstehen, eine Wasserversorgung zu den Parzellen oder zentrale Versorgungspunkte hergestellt sowie eine Moorbetrachtungsstelle realisiert werden.

Dies alles soll Teil eines Bebauungsplans werden, der das Areal planerisch absichert, wie Klement sagte. Dazu sollte diese Woche ebenfalls ein Beschluss im Stadtrat fallen. Die Entscheidung wurde aber wegen Klärungsbedarfs zurückgestellt.

Dieser Bebauungsplan heißt zwar noch „Kleingartenanlage Breitfilz“. Die Worte „Kleingärten“ oder „Kleingartenanlage“ nehmen die Stadtvertreter jedoch nicht mehr in den Mund. Es heißt nur noch „Freizeitgärten“. Kleingartenlage sei aus rechtlichen Gründen nicht der richtige Ausdruck, sagte Klement. Stadtkämmerer Hans Blank erklärte, das eine Kleingartenanlage dem Kleingartengesetz unterliege. Deren Vorgaben erfüllt die Breitfilz-Anlage jedoch nicht. 90 Prozent hätten dann keinen Bestand, sagte er. Deshalb, so Blank, „der Kniff“ mit den „Freizeitgärten“. Da sind die Vorgaben lockerer.

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