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Werben für die Pflegeausbildung: (v.l.) Schulleiter Stephan Meuß, Klinik-Geschäftsführer Claus Rauschmeier und die künftige Pflegedirektorin Lydia Pietsch.

Krankenhaus und Pflegeschule kooperieren

„Wir müssen vorsorgen“: Penzberger Klinik steigt in die Pflegeausbildung ein

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Ohne Pflegekräfte kann eine Klinik dichtmachen. Im Penzberger Krankenhaus sind derzeit zwar alle Stellen besetzt. In ein paar Jahren kann es aber ganz anders aussehen. Die Penzberger Klinik geht deshalb einen neuen Weg: Sie bildet ab 2020 mit der Penzberger Berufsfachschule selbst Krankenpfleger aus. Berlin macht’s möglich.

Penzberg – Landauf, landab gibt es Probleme, Pflegenachwuchs zu finden. Davon wird auch das Penzberger Krankenhaus nicht verschont. Es ist zwar momentan in der glücklichen Lage, alle Stellen in der Krankenpflege besetzt zu haben, wie Klinik-Geschäftsführer Claus Rauschmeier sagt. Fast 100 Pflegekräfte arbeiten ihm zufolge im Haus. „Aber wir ruhen nicht, wir müssen dringend den nächsten Schritt machen.“ Man müsse vorsorgen. „Wenn wir jetzt nichts tun, haben wir in zehn Jahren ein Riesenproblem“, sagt er.

Klinik Penzberg bildet ab 2020 selbst Pflegekräfte aus

Die Penzberger Klinik geht deshalb einen neuen Weg. Sie wird ab September 2020 selbst in die Ausbildung einsteigen. Es habe zwar auch bisher immer wieder Schüler aus der Starnberger Klinik gegeben, die in Penzberg ihre Praktika absolvierten. Das Penzberger Haus profitierte laut Rauschmeier aber nie so richtig davon, weil die Starnberger Schüler lieber dort bleiben wollten. Deshalb entstand die Idee, eine eigene Ausbildung zu konzipieren.

Klinik Penzberg: Partner ist die Penzberger Berufsfachschule

Partner ist dabei die Penzberger Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe, die ihren Sitz im „Steigenberger Hof“ hat und zu den Rummelsberger Diensten gehört. Sie hat in den vergangenen Jahren rund 400 Pflegekräfte ausgebildet, allerdings in Altenpflege und Altenpflegehilfe. Doch nächstes Jahr ändert sich alles – wegen Berlin. Der Bundestag hat ein neues Pflegeberufegesetz beschlossen. Es tritt am 1. Januar 2020 in Kraft.

Neues Gesetz macht‘s möglich - Penzberger Schule ändert Namen

„Ein historisches Datum“, sagt Schulleiter Stephan Meuß. Denn damit ende eine Tradition in Deutschland. Es werden nicht mehr getrennt voneinander Altenpfleger, Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger ausgebildet. Es gibt nur noch die dreijährige und europaweit anerkannte Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Meuß’ Schule startet im September 2020 mit dem ersten Jahrgang in dieser sogenannten „generalistischen Pflegeausbildung“. Und sie ändert dafür auch ihren Namen in „Berufsfachschule für Pflege Penzberg“.

Erst dieses neue Gesetz ebnet den Weg für die Zusammenarbeit von Klinik und Schule in Penzberg. Schon seit er in Penzberg sei, habe er sich Gedanken über den Fachkräftemangel gemacht, erzählt Klinik-Geschäftsführer Rauschmeier. Als es dann vor über einem Jahr hieß, es komme ein neues Gesetz, entstand daraus die Idee für die Kooperation. Auch die Schule bereitete sich, wie berichtet, schon lange auf die Veränderung vor. Laut Meuß deckten sich die Ausbildungsinhalte der drei Berufe schon bisher zu fast 70 Prozent. Außerdem, so der Leiter, kämen die meisten Lehrkräfte an seiner Schule ohnehin aus der Krankenpflege.

Klinik Penzberg erhofft sich vier bis sechs Schüler pro Jahrgang

Für die neue Pflegeausbildung hat die Penzberger Schule 24 Plätze pro Schuljahr. Der theoretische Unterricht mit 2100 Stunden erfolgt in der Schule, die Praxis mit 2500 Stunden in verschiedenen Einrichtungen. Das kann wie bisher hauptsächlich ein Altenheim oder ein ambulanter Dienst sein für Schüler, die in die Altenpflege streben, aber eben auch ein Krankenhaus. Die Penzberger Klinik erhofft sich, pro Jahrgang vier bis sechs junge Männer und Frauen zu gewinnen, die hauptsächlich dort ihre Pflegeausbildung absolvieren. Sie sind dann bei der Penzberger Klinik angestellt. Als Praxisanleiter gibt es dort Krankenschwestern mit Zusatzausbildung. Mit Lydia Pietsch hat die Klinik ab 1. Januar auch eine Pflegedirektorin. Viel verspricht sich davon ärztlicher Direktor Florian Brändle: „Es ist eine Riesenchance, dass wir unseren Nachwuchs selbst requirieren können, es ist überlebensnotwendig.“

Bewerbungen für den Ausbildungsstart im September 2020 sind ab sofort möglich über Klinikum Penzberg, Schlossbichl 7, in Penzberg bei Marion Billino, unter Telefon 08856/910112 oder Online unter „www.starnberger-kliniken.de“ (Reiter „Karriere“)

Lesen Sie auch: Mutter und Kind bleiben anderthalb Stunden in Aufzug stecken - „Höchste Zeit, dass die Bahn reagiert“

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