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Wohnbau: Wie stark soll Penzberg wachsen?

Birkenstraße und Daserweg

Wohnbau-Projekte: Wie stark soll Penzberg wachsen?

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Über 200 neue Wohnungen könnten allein in den Penzberger Neubaugebieten an der Birkenstraße und, falls verwirklicht, am Daserweg entstehen. Allerdings gibt es warnende Stimmen. „Wir müssen erst über die Infrastruktur sprechen“, sagt Stadtratsmitglied Markus Bocksberger.

Penzberg – Der Druck auf den Penzberger Wohnungsmarkt treibt die Preise in die Höhe. Eine Strategie ist es, Wohnungen zu bauen, um den Druck zu mindern. Viele neue Wohnungen sind in Penzberg westlich der Birkenstraße sowie am Daserweg östlich des „Spatzennest“-Kindergartens in Planung. Beide Bebauungspläne lagen vor kurzem dem Stadtrat vor. Laut Stadtbaumeister Justus Klement könnten im Neubaugebiet westlich der Birkenstraße zwischen 108 und 144 Wohnungen entstehen – die Zahl hängt davon ab, wie groß die Wohnungen geplant werden. Beim Startschuss der Erschließungsarbeiten war vor kurzem sogar von insgesamt rund 170 Wohnungen die Rede. Am Daserweg wären es laut Klement 38 Wohnungen auf städtischem und 22 auf privatem Grund – dort ist der Bebauungsplan allerdings noch mitten im Verfahren. Zusätzlich Wohnraum könnte künftig aber auch auf dem Edeka-Areal, an der Karlstraße (ehemaliger Schlachthof) sowie an der Christianstraße (frühere Molkerei) entstehen – zumindest ist das im Gespräch.

Wohnbau-Projekte in Penzberg: Kann die Infrastruktur mithalten?

Die vielen Projekte veranlassten Stadtratsmitglied Markus Bocksberger (fraktionslos) vor kurzem zu einer Warnung. Momentan habe Penzberg rund 17 000 Einwohner, sagte er im Stadtrat, Wie viel werden es aber in zehn Jahren sein? Er warnte davor, dass die Kapazitätsgrenze bei der Infrastruktur erreicht werde, zum Beispiel bei Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenbetreuung, aber auch bei der Kläranlage. „Darüber müssen wir erst nachdenken“, sagte er. Zugleich, so Bocksberger, müssten die richtigen Strategien entwickelt werden. Gefragt werden müsse, wie groß Penzberg werden soll und welche Art von Wohnraum benötigt wird angesichts der Alterung des Bevölkerungsschnitts. „Ich will nicht, dass der Stadtrat im Jahr 2030 über Container-Senioreneinrichtungen diskutieren muss“, sagte Bocksberger.

Zustimmung erntete dies bei Grünen-Fraktionschefin und Bürgermeisterkandidatin Kerstin Engel. Markus Bocksberger spreche ihr aus der Seele, sagte sie. Nötig sei ein „echtes Stadtentwicklungskonzept“, das die Fragen „Wo wollen wir hin?“ und „Was brauchen wir dafür?“ beantworte. Sie erinnerte zugleich an ihre Forderung nach einem langfristigen Kita-Konzept. „Wir reagieren immer nur.“

Wohnbau-Projekte: „Mehrangebot ist die Lösung, nicht das Problem“

Stadtbaumeister Justus Klement verwies darauf, dass es ein städtebauliches Entwicklungskonzept gebe, das sich auch der Wohnraumentwicklung widmet. Bocksbergers Kritik nicht folgen wollte SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber. Das Mehrangebot an Wohnraum sei die Problemlösung, nicht das Problem, sagte er. „Da zu bremsen, wäre das falsche Signal und der falsche Ansatz.“ Man wolle eine „behutsame innerstädtische Entwicklung“. Auch die Zahlen wollte Leinweber nicht so stehen lassen. Sie seien nicht den Bruttozuwachs bei der Einwohnerzahl, weil es viele Penzberger gebe, die innerhalb der Stadt umziehen. Recht gab er Bocksberger, dass die Infrastruktur mithalten muss. Nicht möglich wäre aber Zuzugsstopp.

Lesen Sie auch: Was bauen auf dem ehemaligen Schlachthofgelände?

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