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Alternativen südlich der Ahornstraße: die eine Fläche ist das rot umrandete Feld, der andere Vorschlag wäre das grüne Feld (dann müsste der Spielplatz nicht verlegt werden); links die Montessori- und die Grundschule.

Runder Tisch im Rathaus

Womöglich Wende im Krippen-Streit

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Beim Streit um ein neues Kinderhaus auf dem Grundschulgelände an der Birkenstraße gibt es womöglich eine Wende: Schüler-Eltern, die einen sofortigen Planungsstopp fordern, legten am Montagabend beim runden Tisch im Rathaus selbst einen Vorschlag vor.

Penzberg – Zwei Stunden lang tauschten beide Seiten am Montag zunächst ihre Argumente aus: die Elternbeiräte, die durch einen Kinderhaus-Bau auf dem Pausenhofgelände die Entwicklungschancen ihrer Birkenstraßen-Grundschule gefährdet sehen, und die Stadtvertreter, die darlegten, wie sie reihenweise andere Grundstücke geprüft und verworfen hatten. Eine Annäherung gab es nicht, insbesondere beim Vorwurf, die Stadt habe nicht transparent gehandelt. Alles andere als begeistert zeigte sich auch Grundschulleiterin Annett Baier: „Ich kann die Bedenken der Eltern sehr gut nachvollziehen.“ Ein Großteil des Pausenhofs werde der Schule genommen.

Doch dann sorgte Elternbeirätin Julia Brettner für eine Überraschung. „Es gibt keine anderen Grundstücke? Wir haben eins“, sagte sie. Es befinde sich südlich der Ahornstraße, sei rund 4000 Quadratmeter groß, und die Eigentümer wären bereit, es abzugeben, sagte sie. Es sei von der Schule aus zu Fuß erreichbar und wäre auch für eine größere Mittagsbetreuung eine dauerhafte Lösung. Im Prinzip sind es sogar zwei Alternativgrundstücke – dies zeigen Bilder, die Andreas Vetter (er widersprach Gerüchten, er oder seine engere Familie seien Eigentümer) am Dienstag in einer E-Mail nachreichte: Ein Bild zeigt eine Fläche direkt an der Birkenstraße, das andere ein östlich angrenzendes Grundstück.

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Von dem Angebot überrumpelt waren offenbar Bürgermeisterin Elke Zehetner, Stadtbaumeister Justus Klement und Kämmerer Hans Blank. Sie sagten, dass das Grundstück bislang nicht angeboten worden sei, baten aber um die Kontaktdaten. Zehetner sicherte zu, dass der Stadtrat darüber in der nächsten Sitzung sprechen werde. „Wir müssen thematisieren, wie es weitergeht“, sagte sie. Wenn es um das Grundstück selbst geht, müsse dies aber nicht öffentlich sein.

In einem Schreiben, das der Elternbeirat nachreichte, nannte er noch weitere Vorschläge: eine Fläche an der Wölflstraße, die die Stadt aus Zeitgründen verworfen hatte, im Müllerholz und an der Sindelsdorfer Straße. Die Eltern argumentierten, dass der Zeitfaktor nicht zählen dürfe, da es um die Kinderbetreuung geht. Wegen Zeitmangels (2021 soll die aktuelle Containerkrippe dem Bau des Hallenbad-Parkhauses weichen) waren einige Alternativstandorte zuvor seitens der Stadt verworfen worden. David Credé, Elternbeirat der Containerkrippe an der Birkenstraße, forderte die Stadt auf, sie solle noch einmal „eine Schleife drehen“, um Grundstücke, insbesondere den ehemaligen Schlachthof an der Karlstraße, auf Herz und Nieren zu überprüfen.

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Ein Gesamtkonzept forderten die Grundschul-Elternbeirätinnen Christine Frank und Tatjana Patermann: Umfassen soll es auch eine neue dritte Grundschule, Hortplätze (ab 2025 soll es einen gesetzlichen Anspruch geben) und die Mittagsbetreuung, die momentan wegen der hohen Nachfrage nur eine Notlösung sei. Die Forderung griffen noch am runden Tisch zwei Bürgermeisterkandidaten auf: Kerstin Engel (Grüne) und Stefan Korpan (CSU). Was ihnen den Wahlwerbung-Vorwurf von Stadtratsmitglied Hardi Lenk (SPD) einbrachte. Markus Bocksberger („Penzberg miteinander“) forderte am Mittwoch in einer Mitteilung ebenfalls ein Gesamtkonzept.

Architekt lehnt Vorschlag der Eltern ab

Zuvor hatte Stadtbaumeister Klement die seit 2018 laufende Suche nach einem Ersatzstandort für die im September 2017 eingeweihte Container-Krippe erläutert: Geprüft und verworfen, zum Teil wegen des Zeitfaktors, wurden das Waldstück neben dem Parkplatz an der Nonnenwaldstraße, der Langseegraben, der Ex-Schlachthof an der Karlstraße, der Hang an der „Straße des 28. April 1945“, ein Waldstück an der Grube gegenüber dem Baumarkt und zwei Flächen nördlich der Wölflstraße gegenüber dem Neubauviertel.

Der Elternbeirat hatte im Vorfeld auch vorschlagen, den AWO-Hort an der Birkenstraße zur Krippe umzubauen (und den Neubau für den Hort zu nehmen). Was Architekt Christian Holzer aber „nicht für möglich“ hielt. Er begründete dies unter anderem damit, dass 240 Quadratmeter fehlten, die wegen der staatlichen Förderung zwingend erforderlich seien.

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