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Klaus Miegel kämpft gegen Sky.

Mann wehrt sich gegen Pay-TV-Sender

Zoff um Sky-Abo - Penzberger fühlt sich „mit Brachialgewalt unter Druck gesetzt“

Klaus Miegel aus Penzberg wollte nur Bundesliga und Champions-League bei Sky anschauen. Aber er ärgert sich seit Monaten mit dem Sender herum. Jetzt steht er vor Gericht.

PenzbergIm Oktober 2017 schloss Klaus Miegel bei Sky ein Abonnement über zwei Jahre ab. Monatliche Rate: 39,99 Euro. Schriftlich teilte ihm der Sender mit, sein Wunschprogramm werde freigeschaltet. „Ihr gewohntes Empfangsgerät können Sie wie gewohnt weiterverwenden“, hieß es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt.

Aber Miegel konnte sein Wunschprogramm nur ganz kurz empfangen. Mitten in einem Fußballspiel brach die Übertragung plötzlich ab. „Es ging nichts mehr“, erinnert er sich. Natürlich habe er bei Sky angerufen und nachgefragt, ob der Anbieter das Problem nicht beheben könne. Auch schriftlich habe er darum gebeten und angekündigt, notfalls von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch zu machen und von dem Vertrag zurückzutreten. Allerdings: „Sie haben es nie mehr zum Laufen bekommen.“ Zu ihm nach Hause gekommen sei nie jemand. Lediglich via Telefon habe man ihm mitgeteilt, dass Sky eine neue Technik habe, die bei Miegels TechniSat-Receiver nicht funktioniere.

Lesen Sie auch: Der Bezahl-Sender Sky hatte Klaus Miegel verklagt. Der Penzberger hatte sein Abo gekündigt - sollte aber trotzdem zahlen. Der Prozess ist nun zu Ende - der Streit geht weiter.

Also legte der Penzberger schriftlich Widerspruch zu seinem bestehenden Vertrag ein. Damit, so dachte er, wäre die Sache erledigt, denn: „Ich habe als Verbraucher ein Widerrufsrecht.“ Und: „Ich zahle doch nicht für etwas, das ich nicht kriege.“ Aber die Sache war nicht erledigt. Denn Sky behauptet nun, man habe die Kündigung nie erhalten. Hat Miegel sie vielleicht an eine falsche Mail-Adresse geschickt? Nein, beteuert er. Diese Adresse habe er bereits bei seinem Vertragsabschluss verwendet.

Penzberg: Zoff um Sky-Abo landet vor Gericht

Mittlerweile, sagt Miegel, habe er rund 13 Mahnungen von Sky erhalten. Sowohl vom Sender selbst, als auch von einem Inkasso-Unternehmen. Letzteres habe die ausstehenden Zahlungen hochgerechnet. Rund 1000 Euro sollte Miegel Sky demnach schulden. Teilweise, sagt er, sei in den Schreiben mit Lohnpfändung oder der Pfändung zukünftiger Rentenansprüche gedroht worden. „Zahlen Sie jetzt, um diese Folgen zu vermeiden“, ist zu lesen. „Das empfand ich als Nötigung.“

Miegel ist überzeugt: Viele andere, die nicht wie er als Makler für Spezialimmobilien erfahren sind im Ausfechten von Rechtsstreitigkeiten, wären bei derartigen Ankündigungen eingeknickt. „Das ist in meinen Augen ein Geschäftsmodell, das auf Nötigung beruht. Da werden Leute mit Brachialgewalt unter Druck gesetzt“, kritisiert Miegel und hat darum Strafanzeige erstattet wegen Nötigung. Doch die hätten sowohl Staatsanwaltschaft als auch Generalstaatsanwaltschaft und zuletzt das Oberlandesgericht München abgeschmettert. Begründung: „Es sei eine Zivilsache.“

Miegel vor Prozess zuversichtlich: „Wird eine krachende Niederlage für Sky“

Mittlerweile hat Sky seinerseits Miegel wegen der ausstehenden Abo-Raten verklagt. Der Prozesstermin ist am Dienstag, 28. Mai, um 11.20 Uhr beim Amtsgericht Weilheim. Miegel ist optimistisch. „Das wird eine krachende Niederlage für Sky. Da wird deren Betrug offenbar.“ 

Immerhin habe er jeglichen Schriftverkehr dokumentiert. Vom Rechtsstaat fühlt er sich indes allein gelassen. „Die Staatsanwaltschaft macht ihren Job nicht. Sie schützt uns Bürger nicht mehr genug.“ Miegel kritisiert: „Die Staatsanwaltschaft bügelt nur noch ab.“ Eine Bereitschaft, Mängel abzustellen, fehle jedoch.

Bei Sky wollte man sich zum Sachverhalt nicht äußern. Eine Sprecherin begründete das mit dem laufenden Verfahren.

Franziska Seliger

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