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Zwei Drittel der Penzberger Kinder werden in Kitas und Co. betreut.

Kinderbetreuung

1128 Penzberger Kinder in Kitas und Co. - und die Zahl wächst weiter

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1128 Buben und Mädchen besuchen derzeit in Penzberg Kindertagesstätten, Kindergruppen, Schulmittagsbetreuung und Tagesmütter. Das sind 66 Prozent aller Buben und Mädchen vom Krippen- bis zum Grundschulalter. Diese Zahlen und das Ergebnis einer Elternumfrage legte das Rathaus vor.

Penzberg – Die Zahl der Kinder in Penzberg vom Neugeborenen bis zum Viertklässler ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. 2014 waren es noch 1626 Kinder in diesem Alter, mittlerweile sind es 1712 (Stichtag 1. Oktober 2019), was fast zehn Prozent der Einwohner ausmacht. Davon besuchen 984 Buben und Mädchen eine der 13 Tagesstätten, ob Kindergarten, Krippe oder Hort. Weitere 144 Kinder sind bei Tagesmüttern, im Mütter- und im Familienzentrum, im heilpädagogischen Hort und bei der Mittagsbetreuung der Grundschulen (allein dort 108 Kinder).

Nach Angaben der Stadt haben alle Kindergartenkinder einen Platz. Bei ein- und zweijährigen Krippenkindern beträgt der Deckungsgrad 67 Prozent; zählt man die Kinder im ersten Lebensjahr hinzu, beläuft er sich auf 46 Prozent. Bei Hortkindern beträgt der Deckungsgrad 33 Prozent, samt Schulmittagsbetreuung 46 Prozent. In den verschiedenen Betreuungsarten gibt es laut Rathaus nur vereinzelt noch freie Plätze.

Stadt Penzberg spricht von vorbildlichem Betreuungsangebot

Insgesamt stellt sich die Stadt ein gutes Zeugnis bei der Kinderbetreuung aus. Sie sei vorbildlich, so Franziska Annaberger vom Familienbüro, die dazu eine Elternumfrage des Amts für Jugend und Familie im Rahmen der Bedarfsplanung anführt. Sie fand Ende 2018 statt. Annaberger führt zudem an, dass die Stadt in den vergangenen fünf Jahren 8,6 Millionen Euro in die Kinderbetreuung investiert habe. Seit 2015 seien je sechs zusätzliche Kindergarten- und Krippengruppen entstanden. Ebenso sei die Schulkinderbetreuung ausgebaut worden. Dies alles habe eine „wichtige Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen“.

Kinderbetreuung in Penzberg: Umfrage unter Eltern

Die Befragung der Eltern von Kindern im Krippenalter ergab laut Annaberger, dass die Betreuungszeiten dem Bedarf entsprechen. Teilweise hätten sich Eltern eine flexiblere und zentrale Anmeldung gewünscht, was vergangenen Sommer mit der Online-Anmeldung umgesetzt worden sei. Mehrmals angesprochen worden seien zudem die Gebühren. Annaberger erklärte, dass eine finanzielle Unterstützung im Krippenbereich nach dem Gute-Kita-Gesetz im Jahr 2020 in Angriff genommen werden solle.

Die Eltern von Kindergartenkinder sind ihr zufolge zu 92 Prozent mit dem Betreuungsumfang zufrieden. Für Eltern im Schichtdienst stünden aber „teils begrenzt flexible Angebote zur Verfügung“. Dies versuche man mit früheren Öffnungszeiten aufzufangen, so Annaberger. Die Gebühren seien als „angemessen“ bewertet worden. Annaberger erinnert in dem Zusammenhang daran, dass es seit April einen 100-Euro-Zuschuss zum Kindergartenbeitrag gibt. Die Befragung ergab ihr zufolge auch, dass die Betreuung durch qualifiziertes Personal (der Betreuungsschlüssel liegt in Penzberg im Schnitt bei 1 zu 9,5) und eine gute Kooperation mit den Eltern eine der wichtigsten Punkte seien.

Bezüglich der Eltern von Kindern im Hortalter spricht Annaberger von positiven Rückmeldungen, da qualitative Faktoren wie die Anpassung der Betreuungszeiten regelmäßig optimiert würden. Wichtig sei zudem die räumliche Nähe zur Schule. Dies, erklärt sie, habe Penzberg mit der Schaffung von Mittagsbetreuungen in den Grundschulen angepackt.

Zahl der Kinder in Penzberg wächst in den nächsten Jahren

Die Zahl der Kinder in Penzberg wird laut Stadt auch in den nächsten Jahren wachsen. Das Rathaus legte vor diesem Hintergrund eine Bedarfsprognose für die Kindertagesstätten vor (im Folgenden der Stand im Oktober 2019 und die Prognose für Oktober 2023): Die Zahl der Kinder in den Krippen steigt demnach von 191 auf 224 (bei einer angenommenen Versorgungsquote von 69 Prozent); die Zahl der Kinder in den Kindergärten steigt laut Prognose von 524 auf 560 (Versorgungsquote 102 Prozent); die Zahl der Kinder in Hort und Mittagsbetreuung wächst von 377 auf 420 (Versorgungsquote 94 Prozent), wobei für sie ab 2025 ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsbetreuung gilt. Ebenso legte die Stadt eine Prognose für die Grundschulen vor. Demnach sinkt an der Birkenstraße-Grundschule die Schülerzahl von 253 auf 231 im Schuljahr 2024/25. Bei der Bürgermeister-Prandl-Grundschule wächst sie laut Prognose dagegen von 390 auf 444.

Zweifel an Prognose und Forderung nach Grundschulerweiterung

Es gibt allerdings Zweifel an den Zahlen: Kerstin Engel (Grüne) kritisiert, dass bei der Schülerprognose des Schulamts Zuzüge, mögliche Gastschulanträge und Sprengelwechsel durch innerstädtische Umzüge nicht berücksichtigt seien. Sie folgert daraus, dass beide Grundschulen 2023 einen Erweiterungsbedarf haben. Alternativ stellt sie die Frage nach einer dritten Grundschule im Bereich Reindl. Ergänzend, so Engel, müsse die Nachmittagsbetreuung ausgebaut werden.

In die gleiche Richtung zielt ein Antrag für ein „ganzheitliches bauliches Bildungskonzept“, das Kindertagesstätten und Schulen umfasst. Gestellt haben ihn die Stadtratsmitglieder Markus Bocksberger und Ute Frohwein-Sendl (Penzberg miteinander). Sie verweisen auf Container-Kindergruppen und auf Kapazitätsgrenzen von Grundschulen und Horteinrichtungen. Der Antrag soll im neuen Jahr im Stadtrat behandelt werden.

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