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Ein Streifen muss gemäht werden: Bauhofmitarbeiter mit Aufsitzmäher und Freischneider bei der Arbeit.

Wie viel Mähen darf es sein? Penzberger Bauhof: „Es findet ein Umdenken statt“

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Wieso wird die eine Wiese gemäht, die andere aber nicht? In Zeiten, in denen das Insektensterben ins Bewusstsein rückt, sieht sich der Penzberger Bauhof zunehmend solchen Fragen aus der Bevölkerung gegenüber.

Penzberg – Der städtische Bauhof in Penzberg hat nun Fragen aus der Bevölkerung zum Anlass, seine Mäh-Arbeit zu erklären. Das Fazit: Früher wurde eher mehr gemäht, heutzutage weniger, damit sich Kräuter und Blumen vermehren und diese den Tieren einen Rückzugsort bieten. Allerdings, so die Einschränkung, sei das nicht überall möglich.

„Es findet ein Umdenken statt“, erklärte Anita Suttner vom Penzberger Bauhof, die zugleich städtische Baumbeauftragte ist. „Wir sind da am Beginn und machen das aus Überzeugung.“ Man bearbeite die Flächen naturnah und ökologisch, allerdings würden sie deshalb auch nicht mehr so gepflegt aussehen, sagte sie. In diesem Sinne versuche man, das Stadtgrün langsam umzubauen.

Als Anschauungsbeispiel zeigte Bauhofleiter Christian Eberl die Flächen neben dem kurzen Fußweg, der von der Karlstraße entlang des Säubachs zum großen Spielplatz an der Gustavstraße führt, früher ein Dschungel mit Müll und alten Fragmenten von Schrebergärten, wie Suttner sagte. Der Müll wurde beseitigt, genauso der Wildwuchs, der wertvolle Sträucher beim Wachsen behindert habe. Zum Säubach hin ist dichter Bewuchs zu sehen – dort wird nicht gemäht. Und was ist mit dem kurz geschorenen Streifen? Der Übergang zum Gehweg, so Bauhofleiter Eberl, werde gemäht, weil die Fahrbahnränder aus Verkehrssicherheitsgründen erkennbar bleiben müssen. Es dürfe nichts in den Weg hineinhängen. Das, sagte Eberl, gelte auch bei Straßen. Ein anderes Beispiel ist der Spielplatz selbst. Er soll zwar auch naturnah sein, laut Eberl wird ab er wesentlich öfter gemäht, weil dort Kinder spielen und sich keine Wespen oder Zecken am Boden sammeln sollen.

Der Bauhof ist mit Aufsitzmäher, Freischneider und großem Mäher für viele Flächen in Penzberg zuständig: für Straßenbegleitgrün, die Berghalde, die Badebereiche der Seen, Spielplätze, Kindergärten und Schlossbichl-Park. Laut Klimaschutzmanager Andreas Wowra, bei der Stadt für die Grünflächen zuständig, wird geprüft, ob man auch Kreisverkehre naturnah begrünen könnte, mit heimischer Saatgutmischung. Ob und wo das geschieht, ist aber noch offen.  wos

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