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Im stillen Gebet: (v.l.) Imam Benjamin Idriz, der evangelische Pfarrer Julian Lademann sowie der katholische Pfarrer Bernhard Holz gedachten gestern am Penzberger Ehrenmal der Opfer von Krieg und Hass.

Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Penzberger Geistliche beten gemeinsam für den Frieden

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Beim gestrigen Volkstrauertag in Penzberg gab es eine Premiere: Mit den Pfarrern Bernhard Holz und Julian Lademann sowie Imam Benjamin Idriz sprachen erstmals alle drei Geistlichen der Stadt das Friedensgebet.

Penzberg – Es war eine Szene mit großer Symbolkraft: Von drei verschiedenen Seiten zogen der evangelische Pfarrer Julian Lademann, sein katholisches Pendant Bernhard Holz sowie Imam Benjamin Idriz unter Begleitung zahlreicher Gläubiger am gestrigen Volkstrauertag zum Penzberger Ehrenmal, um dort gemeinsam für den Frieden zu beten. Ein Bild, das zeigte: Egal ob Muslime oder Christen – in dem Streben nach einer friedlichen Welt stehen die Glaubensrichtungen in Penzberg zusammen.

Dass mit Lademann, Holz und Idriz alle drei Geistlichen der Stadt gemeinsam das Gebet bei der alljährlichen Feier zum Volkstrauertag sprachen, war eine Premiere. Normalerweise wechseln sich der evangelische und der katholische Pfarrer von Jahr zu Jahr ab. Ein Imam sprach bislang noch nie. Die Idee kam laut Idriz von Bürgermeisterin Elke Zehetner. „Sie hat uns das vor fünf bis sechs Monaten vorgeschlagen, und wir waren uns sehr schnell einig, dass das eine gute Sache ist“, sagte der Imam. „Ich denke, es ist wichtig, dass die Menschen sehen, dass wir in unserer Vorstellung von Frieden vereint sind und für eine gemeinsame Idee antreten.“

Auf einzelne Reden verzichteten die Geistlichen bei der Gedenkfeier. Ganz bewusst, wie Pfarrer Lademann erklärte. „Es geschehen Dinge auf unserer Welt, die sind so schrecklich, da kann man gar nichts mehr sagen – sondern einfach nur beten.“ Also gedachten alle Anwesenden zunächst für mehrere Minuten in Stille der weltweiten Opfer von Krieg und Hass. „Da ist es mir trotz der klirrenden Kälte ganz warm ums Herz geworden“, sagte eine sichtlich berührte Penzbergerin. In dem anschließenden Bittgebet standen die bedingungslose Liebe für alle Mitmenschen und die Gabe, zu verzeihen, im Vordergrund: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt.“

Für einen musikalischen Rahmen sorgten traditionell die Stadt- und Bergknappenkapelle sowie der Glück-Auf-Chor. In ihrem bewegenden Lied appellierten die Chormitglieder daran, ethische Prinzipien nicht aufgrund von ständigem Streben nach wirtschaftlichem Erfolg über Bord zu werfen. Sie sangen: „Friede, Friede auf der Welt, ist mehr Wert als Gut und Geld. Lasst Kinder lachen und nicht Bomben krachen.“

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