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Penzberger Gymnasium hat neuen Leiter im Labyrinth

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Von: Wolfgang Schörner

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Ein Mann steht vor einem Bild
Matthias Langensteiner ist der neue Leiter am Penzberger Gymnasium. Zuvor war er vier Jahre in Gröbenzell. © Wolfgang Schörner

„Schule soll nicht nur ein Ort des Lernens sein, sondern auch Ort des Lebens“, sagt Matthias Langensteiner. Der 42-Jährige ist neuer Leiter des Penzberger Gymnasiums. Seine Karriere führte ihn auch schon ins Kultusministerium und in die Staatskanzlei. Eine spannende Zeit, wie er sagt. Schule zieht er aber vor. Dafür gab er einst auch eine Uni-Karriere auf.

Penzberg – „Schule als Ort des Lebens“: Matthias Langensteiner nimmt das wörtlich. Vor dem Gespräch mit dieser Zeitung bittet er um ein paar Minuten Geduld. Er müsse erst seinen Sohn wickeln, sagt er und verschwindet im Direktoratsbüro. Matthias Langensteiner hat sich im ersten Lebensjahr seines Sohnes die Elternzeit mit seiner Frau geteilt, erst sie ein halbes Jahr, dann er, bevor ihr Sohn nun in die Krippe kommt. „Es war eine wertvolle Zeit“, sagt der 42-Jährige. Wichtig sei ihm auch, dass seine Frau, die eine Leitungsfunktion in der Wirtschaft hat, wieder in ihren Beruf in Vollzeit einsteigen konnte.

„Schule als Ort des Lebens“: Die Worte bezieht Langensteiner natürlich nicht auf seinen Sohn, der bei dem Gespräch neugierig durchs Büro krabbelt. Er wolle, sagt er, dass sich die Schüler gern in der Schule aufhalten, auch außerhalb des Unterrichts, um Musik zu machen, Sport zu treiben oder sich für die Umwelt zu engagieren. Den Schülern einen Lebensraum bieten, in dem sie gern einen Teil ihrer Freizeit verbringen – das möchte er.

Seit 1. August ist Matthias Langensteiner nun Leiter des Penzberger Gymnasiums mit seinen rund 900 Schülern und fast 100 Lehrern. Wie sein Vorgänger Bernhard Kerscher wurde er in Regensburg geboren. Dort studierte er Lehramt und machte den Magister in Deutsch und Geschichte. Danach promovierte Langensteiner in Geschichte der frühen Neuzeit. In seiner Doktorarbeit befasste er sich mit der Politik von Herzog Christoph von Württemberg. Langensteiner wollte damals noch eine akademische Laufbahn beginnen. Er nahm auch ein Angebot seines Doktorvaters an,

Doch es kam anders. Denn vor seiner Assistentenstelle an der Uni absolvierte Langensteiner noch sein Lehramtsreferendariat. „Ich war angefixt von der Schule“, sagt er. Nach einem Jahr an der Uni habe er gekündigt, um in den Schuldienst zu wechseln, ans Straubinger Gymnasium. Das war im September 2009. „Es hat mir sehr gut gefallen, und ich wäre vielleicht immer noch da.“ Wenn sich nicht, wie er erzählt, Ende 2011 das Kultusministerium gemeldet hätte: Im Februar 2012 wechselte Langensteiner nach München, wo er im Ministerium die Öffentlichkeitsarbeit und das Redenschreiben übernahm und später stellvertretender persönlicher Referent von Minister Ludwig Spaenle wurde. 2014 ging Langensteiner dann als Vertreter des Kultusministeriums in die Staatskanzlei. Damals war Horst Seehofer Ministerpräsident. „Es war sehr spannend“, sagt er über seine zwei Jahre in der Regierungszentrale.

2016 bewarb Langensteiner sich auf die Stelle des stellvertretenden Schulleiters am Gymnasium Gröbenzell. Und nun, 2020, ist er in Penzberg. Er finde es toll, junge Menschen zu begleiten, sagt er. „Es ist spannend zu sehen, wie sie sich entwickeln, und die Möglichkeit zu haben, diese Entwicklung mitzugestalten.“ Lehrer hätten nicht nur den Auftrag, Wissen zu vermitteln, sie bilden und prägen die Persönlichkeit mit, sagt er. „An einen guten Lehrer erinnert man sich ein Leben lang.“ Was er an dem Beruf ebenfalls mag: „In der Schule ist jeder Tag anders.“ Langensteiner will in Penzberg selbst zwei Geschichtsklassen übernehmen.

Im neuen Schuljahr erwartet ihn allerdings erst einmal eine andere Herausforderung: unter Covid-19-Bedingungen einen „halbwegs normalen Schulalltag hinzubringen“. Das werde alle Kraft binden, sagt er. Von seiner neuen Wirkungsstätte ist er angetan: Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern sei sehr gut, er habe sehr engagierte Kollegen. Langensteiner weiß aber auch, dass er wie sein Vorgänger eine Art „Baustellenleiter“ sein wird. Sehr wichtig, sagt er, sei ihm die Zusammenarbeit mit dem Landkreis als Sachaufwandsträger „bei der laufenden Generalsanierung und möglicherweise bei einer Erweiterung der Schule“.

Hat er sich in dem über die Jahrzehnte gewachsenen Schulhaus mit seinen vielen Ecken schon verirrt? Langensteiner schmunzelt und sagt: „Oft. Es gleicht einem Labyrinth.“

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