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Penzberger Protest gegen Sindelsdorfer Pläne - Stadt fürchtet Schaden für die Innenstadt

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Von: Wolfgang Schörner

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An der B472 nahe der Autobahn auf Höhe des Pendlerparkplatzes plant Sindelsdorf das neue Gewerbegebiet.
An der B472 nahe der Autobahn auf Höhe des Pendlerparkplatzes plant Sindelsdorf das neue Gewerbegebiet. © Wolfgang Schörner

Der Penzberger Stadtrat hat massive Einwände gegen die Sindelsdorfer Pläne, an der Bundesstraße nahe der Autobahn ein Gewerbegebiet mit Lebensmittel- und Drogeriemärkten auszuweisen. Er befürchtet dadurch „großen Schaden“ für den Einzelhandel in der Penzberger Innenstadt.

Penzberg/Sindelsdorf – Die Stadt Penzberg hat sich in einer Stellungnahme deutlich gegen die Sindelsdorfer Pläne für ein Gewerbegebiet „Hochleiten I“ mit Lebensmittel- und Drogeriemärkten ausgesprochen, das an der Bundesstraße zwischen Sindelsdorf und Habach entstehen soll. Die Stadt befürchtet Folgen für die Innenstadt und deren Einzelhandelsgeschäfte. Sie argumentiert insbesondere mit dem geplanten Drogeriemarkt (womöglich dm). Er würde nach Auffassung der Stadt den Drogeriemärkten in der Penzberger Innenstadt schaden, die wiederum für die Belebung des Zentrums einen wertvollen Beitrag leisten, also wichtig sind als Frequenzbringer für alle anderen Geschäfte. Zudem hieß es, dass durch den ebenfalls geplanten Discounter negative Folgen auf die bestehende Aldi-Filiale in Penzberg nicht auszuschließen sind.

Drogerie- und Einkaufsmärkte an der Bundesstraße

Wie berichtet, arbeitet die Gemeinde Sindelsdorf derzeit an einer Änderung des Flächennutzungsplans und an einem Bebauungsplan für die rund 14 000 Quadratmeter nahe der Autobahn beim Pendlerparkplatz. Ein Investor, die CDP GmbH, will dort mehrere Märkte ansiedeln: erstens einen Lebensmittel-Supermarkt (zum Beispiel Rewe) samt Getränkemarkt und Bäcker mit knapp 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche; zweitens einen Lebensmittel-Discounter (zum Beispiel Aldi) mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern; und drittens einen Drogeriemarkt mit 700 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ebenso beinhalten die Pläne eine Tankstelle mit Shop.

Die Stadt Penzberg hatte nun die Gelegenheit, im Rahmen der öffentlichen Beteiligung im Bauleitverfahren eine Stellungnahme an die Nachbargemeinde Sindelsdorf zu schicken. Diskutiert wurde darüber in der jüngsten Bauausschusssitzung. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) berichtete, dass es dazu auch ein Gespräch mit dem „Pro Innenstadt“-Verein gegeben habe. Ihm zufolge bestehen Zweifel, dass sich – bei Realisierung der Sindelsdorfer Pläne – die Drogeriemärkte in der Innenstadt halten können, was wiederum Folgen für weitere Geschäfte hätte.

Korpan („meine persönliche Meinung“) kritisierte auch grundsätzlich die „riesigen Supermärkte und Vollsortimenter“, die in die Landschaft gestellt werden. Ausschussmitglied Ludwig Schmuck (CSU) verwies in diesem Zusammenhang auf das Gewerbegebiet Pessenbach zwischen Ried und Kochel. „Ich weiß nicht, wer da Supermärkte braucht.“ Für eine Grundversorgung Sindelsdorfs wäre laut Stadtverwaltung ein Lebensmittel-Vollsortimenter mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche samt Getränkemarkt mit 500 Quadratmetern und eine Bäcker mit 150 Quadratmetern ausreichend.

Befürchtungen im Bauausschuss: „Großer Schaden für die Innenstadt“

Auch Schmuck befürchtet eine „große Konkurrenz für die Innenstadt“, insbesondere für die Drogeriemärkte. Er drückte seine Hoffnung aus, dass die Regierung von Oberbayern „so gescheit ist, dass sie Nein sagt“. Auf die Frage von Martin Janner (PM), welche Möglichkeit es gebe, auf die Pläne einzuwirken, erklärte Günter Fuchs vom Stadtbauamt, dass die Landesplanungsstelle womöglich eine Verträglichkeitsstudie veranlassen wird. Armin Jabs (BfP), der durch die geplante Ansiedlung ebenfalls einen „großen Schaden für unsere Innenstadt“ fürchtet, schlug noch einen anderen Weg vor. Man sollte jenem Drogeriemarkt (gemeint war dm), der seit Jahren nach Penzberg möchte, eine Chance in der Innenstadt geben. „Wir müssen schauen, dass wir schneller sind“, sagte er.

Der Penzberger Bauausschuss votierte am Ende einstimmig für die ablehnende Stellungnahme zu den Sindelsdorfer Plänen. Darin enthalten ist auch die Forderung, dass die Auswirkungen, insbesondere auf die Penzberger Innenstadt, landesplanerisch untersucht werden.

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