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Sechs Jahre Sporthalle ohne Sport - jetzt gibt es bei der Dauerbaustelle „Licht am Ende des Tunnels“

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Von: Wolfgang Schörner

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Richtfest wurde bei der Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg gefeiert.
Richtfest wurde bei der Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg gefeiert. © Wolfgang Schörner

Seit über sechs Jahren wird in der Sporthalle am Josef-Boos-Platz kein Sport mehr getrieben. Erst war sie Asylunterkunft, dann Dauerbaustelle. Die Kosten für die Sanierung sind mittlerweile doppelt so hoch, als ursprünglich gedacht. Nun wurde das Richtfest gefeiert. Und Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) sah Licht am Ende des Tunnels.

Penzberg – Zum Sorgenkind wurde die Penzberger Sporthalle am Josef-Boos-Platz in den vergangenen Jahren. Von einer „leidvollen Geschichte“ für Schulen und Sportvereine sprach Bürgermeister Stefan Korpan am Mittwochnachmittag beim Richtfest. Diese hätten eine lange Wartezeit hinter sich. Jetzt gebe es aber „Licht am Ende des Tunnels“, sagte er. Zum Schulanfang im September 2022 sei die Fertigstellung geplant.

Stadt hält am Fertigstellungstermin fest, muss Kosten aber nochmals nach oben korrigieren

Damit bleibt es bei jenem Datum, das die Stadt schon vor einem Jahr genannt hatte. Zuvor war der Termin immer wieder verschoben worden. Die Kosten haben sich allerdings nochmals erhöht. Nach aktuellem Stand sind es nun 11,9 Millionen Euro, also 400 000 Euro mehr, als vor einem Jahr genannt wurde.

In seiner Rede beim Hebauf ging Korpan auf die jüngere Geschichte der knapp über 30 Jahre alten Sporthalle ein. Von Juni 2015 bis März 2016 hatte die Regierung von Oberbayern sie als Asyl-Erstaufnahmestelle genutzt. Als die Halle wieder auf Vordermann gebracht werden sollte, wurden bauliche Mängel und schadstoffhaltige Dämmmaterialien entdeckt. Im Juli 2017 ließ die Stadt deshalb Wände und Sportboden entfernen. „Und wie soll es anders sein: Es wurden weitere Schäden sichtbar“, so Korpan. Damals blühte der Stadt, dass eine aufwendige Sanierung nötig ist. Im Februar 2018 ging man aber noch von 5,6 Millionen Euro aus. Diskutiert wurden zwar auch Abriss und Neubau, was laut Korpan nach damaliger Schätzung jedoch 15 bis 15,5 Millionen Euro gekostet hätte. Nach heutigem Stand geht er sogar von knapp 20 Millionen Euro aus. Die Stadt entschied sich deshalb für die Generalsanierung. Das hieß auch: neues Planungsteam, neue Bestandsanalyse und eine neue Kostenschätzung, die sich auf 7,8 Millionen Euro belief. Als der Stadtrat kurz darauf beschloss, auch die Vereinsheime der Kegler und Schützen im Untergeschoss zu sanieren, stieg der Betrag auf 9,4 Millionen Euro, später mit den Entscheidungen für neue Sportgeräte und E-Ladestationen auf 10,8 Millionen Euro.

Wechselvolle Geschichte: Erst Asylunterkunft, dann Dauerbaustelle

Damit war die Geschichte nicht zu Ende. Nach Beginn der Arbeiten im Juli 2019 stellte sich heraus, dass nicht nur die Bodenplatte in der Halle Risse aufwies, sondern auch im Sanitärbereich Wasser nach oben drückte. Was eine weitere Verzögerung und höhere Kosten bedeutete, verschärft durch die allgemeinen Preissteigerungen.

Laut Korpan sind die nun genannten 11,9 Millionen Euro belastbar. Über 80 Prozent der Gewerke seien vergeben. Die Regierung fördere die Sanierung mit fast 3,1 Millionen Euro. Die Baumaßnahme sei „auf einem guten Weg“, sagte er. Man bekomme eine Halle auf technisch und energetisch neuestem Stand, optisch modern und mit Atmosphäre. Speziell auf seinen Arbeitsbereich ging Zimmerer und dritter Bürgermeister Hardi Lenk beim Richtspruch ein: Es seien über 30 Meter lange Fachwerkbinder eingesetzt worden – sie halten das Dach, ohne dass die Hallendecke belastet wird. Verbaut wurden dort auch 26 Tonnen Stahl und über 2000 sondergefertigte Schrauben. Die Wünsche Korpans am Ende seiner Rede: eine unfallfreie Baustelle, dass der Zeitplan eingehalten wird und „wir vor weiteren Überraschungen, vor allem finanzieller Art, verschont bleiben“.

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