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Das Abenteuer beginnt - per Fahrrad von Penzberg nach Lissabon

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Von: Franziska Seliger

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Von Penzberg nach Lissabon wird der Penzberger Peter Baumeister mit seinem Mountainbike fahren. Am gestrigen Montag ist er gestartet.
Von Penzberg nach Lissabon wird der Penzberger Peter Baumeister mit seinem Mountainbike fahren. Am Montag ist er gestartet. © privat

Mit seinem Mountainbike will Peter Baumeister von Penzberg aus bis Lissabon radeln. Auf seiner mehrwöchigen Tour wird der 28-Jährige mehrere Hochgebirge überqueren. Am Montag ist er vor seiner Haustür in Penzberg gestartet.

Penzberg – Peter Baumeister ist Wiederholungstäter. Für den 28-jährigen Penzberger ist es nicht die erste extreme Radtour, die er mit seinem Mountainbike unternimmt. Unter anderem ist er 2018 einmal quer durch die USA geradelt. Von Kanada bis Mexiko. In sieben Wochen. Und erst im August war er vier Wochen in Georgien im Kaukasus unterwegs. Natürlich auch mit seinem Radl. Auch die Transalp hat er schon mehrfach bezwungen. Schon oft, erzählt er, habe er große Touren in einer Gruppe gemacht. Aber so eine lange Strecke wie von Penzberg nach Lissabon sei er bisher noch nie alleine geradelt, gesteht er kurz vor Tourstart am Montagmorgen. Bei Google Maps etwa wird die Strecke mit 2468 Kilometern angegeben – auf Straßen versteht sich. Auf unwegsamen Bergwegen, so wie es Baumeister vor hat, könnte die Strecke durchaus länger sein.

Peter Baumeister ist Wiederholungstäter - schon mehrere extreme Radtouren

Akribisch auf seine Reise vorbereitet habe er sich nicht, sagt Baumeister, denn: „Ich fahre gerne drauflos.“ nur für die ersten Tage habe er sich Übernachtungsmöglichkeiten auf Berghütten gesucht. Ansonsten will er sich treiben lassen und gerne auch mal draußen schlafen, wenn es das Wetter zulässt. Ein Zelt dafür hat er ebenso im Gebäck wie einen Daunenschlafsack, eine Isomatte und Kochgeschirr. Zusätzlich werden seine beiden insgesamt rund 30 Kilogramm schweren Packtaschen unter anderem wetterfeste Kleidung und ein wenig Proviant enthalten. Außerdem eine Drohne, eine Sportkamera und einen Laptop, denn Baumeister möchte Filme live von seiner Fahrt auf seinem YouTube-Kanal („Peter Baumeister“) und bei Instagram (Peter.Baumeister) zeigen.

Mountainbiker will sich mit Filmen ein neues berufliches Standbein aufbauen

Seinen Job in der Sportartikel-Industrie habe er gekündigt. Denn als leidenschaftlicher Mountainbiker, der schon zahlreiche Touren gemacht hat, wolle er nun versuchen, sich mit Filmen über seine Abenteuer ein neues berufliches Standbein aufzubauen. Denkbar seien auch Vorträge über seine Reisen. Die Tour nach Portugal sei nach dem Kaukasus im August die zweite, mit der er den Grundstein für diese neue berufliche Laufbahn legen wolle.

Was die Route betrifft, so sei es ihm überhaupt nicht wichtig Tempo zu machen und möglichst schnell sein Ziel zu erreichen. Sondern: „Ich will viel Zeit in den Bergen verbringen.“ Sein Weg werde ihn zunächst über die Alpen führen. Dann wolle er die Pyrenäen „von Ost nach West“ überqueren und schließlich noch die Picos de Europa in Spanien bezwingen. Wie lange er dafür brauchen wird, weiß er nicht so genau. Acht bis zwölf Wochen schätzt er. Das werde auch davon abhängen, wann und wie stark der Winter in den Gebirgen Einzug halten wird, und ob er deshalb seine Route abändern müsse. „Um diese Jahreszeit über die Berge zu fahren, ist nicht alltäglich.“ Das sei ihm bewusst. Und trotzdem: „Ich freue mich extrem darauf.“ Denn Baumeister weiß: So frei und ungezwungen wie jetzt wird er nicht mehr sein, sollte er mal eine Frau, Kinder und einen festen Job haben.

Auf der Tour nach Lissabon: Pro Tag im Schnitt 1000 Höhenmeter

Wie viele Kilometer er pro Tag schaffe, sei schwer zu sagen. Das hänge auch von der Anzahl an Höhenmetern ab, die es zu meistern gelte. Grob überschlagen rechne er mit durchschnittlich 80 Kilometern pro Tag. In flacherem Gelände könnten es auch mal 150 Kilometer werden. Durchschnittlich werde er pro Tag rund 1000 Höhenmeter bezwingen, so Baumeister. Bei besonders bergigen Etappen auch schon mal 2000.

Speziell trainiert für die Tour habe er nicht, sagt Baumeister, denn: „Ich bin grundsätzlich sehr sportlich.“ Übrigens wird der Penzberger die Tour über die drei Gebirgsketten mit einem Mountainbike machen, dass er sich bereits vor geraumer Zeit für 400 Euro gebraucht gekauft hat und mit dem er unter anderem auch schon im Kaukasus unterwegs war – also ein „ganz normales Mountainbike“ und kein spezielles Leichtgewicht. Denn um etwas zu schaffen, gehe es viel weniger darum, die modernste Technik zur Verfügung zu haben. Viel wichtiger seien mentale Stärke, Kondition und ganz viel Leidenschaft.

Einen Trailer zur Reise findet man auf Baumeisters YouTube-Kanal

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