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Parkgebühr zahlen per Handy: Natürlich muss man dabei nicht vor dem Automat, hier an der Karlstraße, stehen.

Zahlen per Handy: Penzberg startet bargeldloses Parken

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Wer kennt das nicht? Man steht vor dem Parkautomaten, doch es fehlen einem die passenden Münzen fürs Parkticket. In Penzberg geht es jetzt auch anders: Seit dieser Woche kann bargeldlos per Handy gezahlt werden.

Penzberg - Die Parkgebühr kann seit Mittwoch in der Penzberger Innenstadt – inklusive der Parkgarage unter der Rathauspassage – und am Eizenberger Weiher bargeldlos gezahlt werden. An den 47 städtischen Parkautomaten weisen Aufkleber darauf hin.

Wie das Zahlen funktioniert, erklärte der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Johannes Jauß am Mittwoch. Der einfachste Weg ist ihm zufolge, sich eine App auf das Handy zu laden: von einem der vier Anbieter „Easypark“, „Parknow“, „Trafficpass“ und „Yellowbrick“. Der Autofahrer könne sich jenen Anbieter auswählen, der ihm am vorteilhaftesten erscheint, so Jauß. Über die App wird die Parkgebühr abgebucht. Sie erkenne automatisch, ob er sich gerade im Tarifbereich der Innenstadt oder im Tarifbereich des Eizenberger Weihers befinde, erklärte Jauß. Die App-Anbieter verlangen für ihren Service allerdings Geld, das über den normalen Parktarif hinaus fällig wird. Je nach App können es 25 Cent pro Parken oder alternativ eine monatliche Gebühr sein. Zwei andere Möglichkeiten des Handyparkens funktionieren per SMS und Telefon.

„Die Zeit dafür ist reif“, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner. Sie kann sich viele Situationen vorstellen, in denen das Zahlen per Handy von Vorteil ist. Zum Beispiel: Wer im Café oder im Wartezimmer eines Arztes sitzt und dessen Parkzeit abläuft, muss nicht mehr zum Automaten laufen. Je nach App wird die Parkzeit automatisch verlängert oder kann nachgeladen werden. Auch die Suche nach Münzgeld entfällt. Außerdem, so Jauß, zahle man nur die tatsächliche Parkdauer, zumindest innerhalb der Zeitstaffelung, die in Penzberg eine Stunde (1 Euro), eineinhalb Stunden (1,50 Euro) und zwei Stunden (2 Euro) beträgt. Man müsse vorher nicht mehr rätseln, wie lange man parken will und wie viel Münzen man einwerfen muss. Allerdings gilt für die Handynutzer wie für alle anderen die Höchstparkdauer von zwei Stunden.

Autofahrer, die ihre Parkgebühr per Mobiltelefon zahlen, legen kein ausgedrucktes Ticket mehr hinter die Windschutzscheibe. Die Parkkontrolleure geben laut Jauß das Autokennzeichen in ihr Lesegerät ein: Hat der Fahrer per Handy gezahlt, wird dies dem Kontrolleur angezeigt.

Penzberg führt das Handyparken quasi im zweiten Anlauf ein. Vor sechs Jahren hatte dies der Verkehrsausschuss – damals lag ein CSU-Antrag vor – vertagt. Im vergangenen Mai entschied der Ausschuss dann, das Handyparken zu realisieren. Das Ordnungsamt nahm daraufhin Kontakt zur Initiative „Smartparking“ auf. Die 2015 gegründete Initiative ist ein Zusammenschluss mehrerer Anbieter elektronischer Zahlsysteme für bargeldloses Parken. Vier der fünf möglichen App-Anbieter wurden für Penzberg ausgewählt. Der Vertrag läuft zunächst über zwei Jahre. Die Stadt zahlt laut Jauß dafür nichts. An die Stadt fließen wie bisher über den Tölzer Zweckverband, der seit zwei Jahren im Auftrag der Stadt die Parkplätze kontrolliert, die Parkgebühren.

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