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Das alte Pfründnerheim, das momentan noch zum AWO-Seniorenzentrum in Penzberg gehört.

Vorschlag für denkmalgeschütztes Gebäude

Pfründnerheim: 30 Apartments für Pflegepersonal

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Rund 30 Apartments für Krankenschwestern und Altenpfleger könnten im alten Pfründnerheim in Penzberg entstehen. Diese Idee wird derzeit im Rathaus favorisiert.

Penzberg - Vor 91 Jahren wurde das Pfründnerheim in Penzberg eröffnet. Damals zogen Bergwerkspensionisten in das schlossähnliche Haus an der Zugspitzstraße. Sie leisteten eine einmalige Zahlung (sie brachten ihre Pfründe ein), um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Es war das erste Altenheim in Penzberg. Seit 1978 gehört es zum städtischen Seniorenzentrum, das der AWO-Bezirk betreibt. Momentan leben im Pfründnerbau an die 30 Senioren, im gesamten Seniorenzentrum sind es rund 90 Bewohner.

Der AWO-Bezirk wird in den nächsten Jahren dort ein neues Seniorenzentrum bauen. Was davon nicht betroffen ist und im Besitz der Stadt bleibt, ist das alte Pfründnerheim. Der AWO-Bezirk hat kein Interesse daran, es wie den Rest des Seniorenzentrums zu kaufen. Was zu der Frage führt: Was tun mit dem Gebäude, wenn dort alle Senioren in ein paar Jahren in das neue Seniorenzentrum umgezogen sind? Eine Idee war, die Musikschule unterzubringen.Vertreter des Stadtrats besichtigten deswegen Anfang Dezember das Pfründnerheim – und empfahlen, es nicht für die Musikschule herzunehmen. Der Stadtrat folgte vor kurzem dieser Empfehlung in einem Beschluss.

Favorisiert wird nun eine Nutzung als Apartment-Haus für Personal aus Klinik und Altenheimen. In Penzberg gibt es so etwas bislang nicht, im Gegensatz zu anderen Städten wie Wolfratshausen. Ein Beschluss darüber ist aber noch nicht gefallen.

Für den Einzug der Musikschule hätten Wände und Bäder herausgerissen werden müssen, was teuer sei, so Bürgermeisterin Elke Zehetner, die am Dienstag mit Heimleiter Thomas Redel und Stadtkämmerer Hans Blank durchs Pfründnerheim führte. Offen wäre auch, ob der Denkmalschutz mitgespielt hätte. Außerdem stehe das Pfründnerheim frühestens 2021 zur Verfügung. „Für die Musikschule brauchen wir aber eine zeitnahe Lösung“, so Zehetner – mit Blick auf das alte Metropol-Kino.

Kleine Apartments, die die Stadt günstig an Krankenhaus- und Altenheim-Personal vermietet, kann sich die Bürgermeisterin dagegen besser im Pfründnerheim vorstellen. Das Haus sei in der Nähe von Klinik und Altenheim, sagt sie. „Wären wir eine Universitätsstadt, wäre es ein ideales Haus für Studenten.“ Etwa 30 Zimmer hat das Pfründnerheim. Heimleiter Redel zeigte am Dienstag beim Rundgang ein leer stehendes Zimmer: etwa 25 Quadratmeter groß mit Bad und Toilette. Eine Kochzeile ließe sich einbauen, so Zehetner. In jedem der drei Stockwerke befindet sich ein Aufenthaltsraum. Sie könnten auch im Apartmenthaus als solche genutzt werden.

Zunächst müsste laut Kämmerer Blank aber der Bedarf bei den beiden Altenheimen und dem Krankenhaus in Penzberg abgefragt werden. Noch gründet die Annahme, dass Nachfrage besteht, auf Vermutungen. Zudem könnte die Apartment-Idee frühestens in vier bis fünf Jahren realisiert werden. Denn das Haus wird so lange für die Senioren benötigt, bis das neue AWO-Seniorenzentrum fertig ist.

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