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Das bestehende Biomasse-Heizwerk zwischen Wellenbadturnhalle und „Chillout“ ist zu klein für die Fernwärme-Pläne der Stadtwerke.

Pläne in Penzberg: Großer Heizwerk-Neubau für mehr Fernwärme

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Die Stadtwerke wollen das Fernwärmenetz in Penzberg deutlich erweitern. Sie planen, künftig auch das Viertel um die Stadthalle zu versorgen. Dafür ist aber das Biomasseheizwerk beim Wellenbad zu klein. Es ist ein deutlich größeres Kraftwerk nötig. Entstehen könnte es nahe dem städtischen Bauhof.

Penzberg Im Herbst 2017 ging das kleine Heizwerk an der Birkenstraße zwischen Wellenbad und Jugendtreff „Chillout“ in Betrieb. Es versorgt über ein 1600 Meter langes Leitungsnetz die Umgebung mit Fernwärme: das Wellenbad, die zwei Sporthallen, die Grundschule und den Kinderhort an der Birkenstraße, das Gymnasium und die Realschule, das Novita-Seniorenzentrum sowie Mehrfamilienhäuser mit zirka 150 Wohnungen. Betrieben wird das 2,9-Megawatt-Kraftwerk zu 38 Prozent mit Erdgas und zu 62 Prozent mit Hackschnitzel. Rund 55 Kubikmeter Hackschnitzel sind in der intensiven Heizphase alle zwei Tage nötig. In einem nächsten Schritt soll auch das geplante Wohnviertel an der Birkenstraße angeschlossen werden. Das sind nochmals rund 100 Wohnungen.

Die Pläne der Stadtwerke gehen jedoch bereits viel weiter. Sie wollen auch das Viertel um die Stadthalle mit Fernwärme versorgen. Ganz neu ist das nicht: Bereits vor sechs Jahren hatte das Ingenieurbüro Sendl für das Gebiet einen hohen Wärmebedarf ermittelt, der sich wirtschaftlich über ein Fernwärmenetz decken ließe. Nun werden die Pläne konkreter. So könnte laut Stadtwerke bis 2020 zunächst eine autarke Fernwärme-Insel entstehen, versorgt von einer Heizzentrale in der Bürgermeister-Prandl-Schule. Diese Insel könnte auch die Musikschule im Metropol, die Turnhalle am Josef-Boos-Platz, das Josef-Boos-Heim mit Polizei und Kindergarten sowie Wohnhäuser umfassen. Als weitere potenzielle Abnehmer sehen die Stadtwerke das Theaterhaus, das BRK-Haus und die Förderschule.

Als zweiten Schritt im Jahr 2022 planen die Stadtwerke, die zwei Fernwärmenetze zusammenzuschließen. Um dem Wärmebedarf gerecht zu werden, wollen sie das kleine Heizwerk nahe dem Wellenbad stilllegen und ein neues größeres Biomasseheizwerk bauen. Auch dieses soll mit Hackschnitzeln betrieben werden. Über die Größe ist bislang nichts Genaueres bekannt. Dessen Leistung, heißt es, dürfte aber bestimmt an die 10 Megawatt betragen. Zum Vergleich: Das Biomasse-Kraftwerk, das einst im Nonnenwald geplant war und 2012 in einem Bürgerentscheid abgelehnt wurde, hätte drei bis vier mal mehr Leistung haben sollen.

Der städtische Klimaschutzbeauftragte Patrick Jähnichen stellte diese Woche im Bauausschuss fünf mögliche Standorte für ein neues Biomasse-Heizwerk vor. Stadtwerke und Rathaus favorisieren einen Standort westlich des Bauhofs, angrenzend an das Gewerbegebiet Grube. Benötigt werden laut Jähnichen 5000 Quadratmeter für Gebäude, Betriebshof und Lagerfläche. Zum Vergleich: Beim jetzigen Heizwerk sind es rund 500 Quadratmeter. Das Gebäude wäre acht bis zwölf Meter hoch, so Jähnichen. Vier andere geprüfte Standorte kämen dagegen nicht in Frage: der Platz des aktuellen Heizwerks (zu klein), die Fläche der provisorischen Krippe an der Birkenstraße (zu klein), das ehemalige Schlachthofgelände an der Karlstraße (zu klein) und das Waldstück zwischen Seeshaupter Straße und Birkenstraße (Überschwemmungsfläche).

Der Bauausschuss entschied einstimmig, die Machbarkeit des Standorts nahe dem Bauhof prüfen zu lassen. Klaus Adler (Grüne) sprach angesichts des Fernwärme-Fahrplans von einer „Roadmap für die nächsten fünf Jahre“, die ihn schon im Verwaltungsrat der Stadtwerke begeistert habe. Markus Kleinen (SPD), der dem Verwaltungsrat ebenfalls angehört, sagte, es sei „hervorragend, was entstehen wird“.

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