Hallenbad jetzt mit Sauna und Spaßrutsche

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Das geplante neue Hallenbad in Penzberg soll eine Sauna samt Gastronomie sowie eine riesige Spaßrutsche erhalten. Darauf einigte sich der Verwaltungsrat der Stadtwerke. Sicher ist das Ganze aber nicht – wegen dem Geld.

Der Stadtwerke-Verwaltungsrat einigte sich diese Woche -nach einer ersten Debatte Anfang April über Zusatzwünsche - auf ein Paket. Ein neues Hallenbad soll neben einem Sportbecken auch ein etwas größeres kombiniertes Lehrschwimm- und Freizeitbecken, eine üppige Sauna-Landschaft mit Freifläche, eine Gastronomie sowie eine Röhrenrutsche erhalten.

Der Verwaltungsrat, der aus Stadtratsmitgliedern besteht, will mit den Zusatz-Modulen den Spaßfaktor des geplanten Hallenbads erhöhen. Es ist eine Reaktion auf das Bürgerbegehren, das eine Sanierung des bestehenden Wellenbads fordert. Denn im Verwaltungsrat herrscht die Meinung vor, dass viele Penzberger es deshalb unterzeichnet haben, weil sie von den bisherigen Plänen für ein reines Sportbad enttäuscht waren.

Auch Wolfgang Sacher (BfP) stimmte für die Zusatzwünsche. Er setzte sich sogar dafür ein, ebenso einen Wellenbetrieb und ein Ganzjahresbecken vorzusehen. Er berief sich dabei auf die Wünsche aus einer BfP-Bürgerbefragung. Auf die Frage von Bürgermeisterin Elke Zehetner, ob er also nicht mehr für eine Sanierung des Wellenbads sei – seine Fraktion hatte das Bürgerbegehren unterzeichnet –, antwortete Sacher nur, dass die Sanierung in dieser Sitzung nicht zur Debatte stehe.

Jens-Wilhelm Brand vom Bielefelder Ingenieurbüro Constrata und Thomas Meier von der Beratungsfirma GMF hatten dem Verwaltungsrat zuvor eine kleinere Spaß-Variante empfohlen. Sie rieten dazu, auch die Rutsche zu streichen. Insgesamt wäre man dann auf eine Investition von 16,1 Millionen Euro und ein Jahresdefizit von 1,44 Millionen Euro gekommen.

Die vorgeschlagene Sauna-Anlage (rund 2,5 Millionen Euro) soll eine finnische Sauna, eine Bio-Sauna, eine Außensauna, ein Dampfbad, einen Ruhe- und einen Außenbereich haben. Das Ticket würde im Schnitt auf zwölf Euro steigen. Das neue Bad soll zudem eine Gastronomie erhalten, die auf rund 400 000 Euro veranschlagt wird. Recht futuristisch mutet die vorgeschlagene Röhren-Rutsche für knapp 1,3 Millionen Euro an. Jens-Wilhelm Brand nennt sie „Magic Tube“. Von einem mindestens acht Meter hohen Turm würden die Gäste auf mindestens 80 Metern Bahn über mehrere Kurven ins Wasser rauschen, wahlweise auch auf Reifen.

In der Diskussion am Mittwoch war es um die Frage gegangen, auf welche Wünsche aus dem Gesamtpaket verzichtet wird, um die Kosten im Griff zu behalten. Während Wolfgang Sacher das Komplettpaket samt Wellenbetrieb für 18 bis 19 Millionen Euro bevorzugt hätte, wollte Jack Eberl (CSU) Sauna und Gastronomie gestrichen sehen. Auf die Rutsche konnten sich dagegen alle verständigen, da dies ein großer Wunsch der Jugend ist.

Nach aktueller Schätzung kostet das Bad jetzt rund 17,3 Millionen Euro. Würde dieser Betrag komplett über einen Kredit finanziert, läge die jährliche Belastung bei über 1,5 Millionen Euro (eingerechnet sind neben Zins und Tilgung auch die Betriebskosten für das Bad). Damit die Stadtwerke möglichst wenig Kredit aufnehmen müssen, schlug Verwaltungsrat Wolfgang Sacher (BfP) vor, dass die Stadt Penzberg in die Rücklagen greift. Außerdem, so Sacher, sollte mit dem Landkreis, dessen Schulen das Bad nutzen, gesprochen werden, ebenso mit den Nachbarkommunen und mit Sponsoren. So könnten seiner Rechnung nach 70 Prozent der Investition ohne Kredit getätigt werden, was die jährliche Belastung deutlich senken würde. Ähnliche Vorschläge äußerten Markus Kleinen (SPD) und Jack Eberl (CSU). Eberl schlug vor, dass den Stadtwerken fünf Millionen Euro überwiesen werden, weil sich die Stadt zumindest rund die Hälfte davon während der Bauzeit an Betriebskosten für das abgerissene Wellenbad spart. Kleinen sprach von einem städtischen Zuschuss von vier bis sechs Millionen und einem Landkreis-Beitrag von zwei Millionen Euro. Wie viele Millionen die Stadt Penzberg an ihre Stadtwerke überweist, ist nun Sache des Stadtrats.

Rubriklistenbild: © dpa

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