Ausreisende aus Afghanistan nach Deutschland
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Viele ehemalige Ortskräfte versuchen, Afghanistan zu verlassen (Symbolbild).

An der Nonnenwaldstraße

Platz für zwölf Familien: Penzberg nimmt ehemalige afghanische Ortskräfte auf

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Sie haben den Deutschen geholfen, nun brauchen sie selbst Hilfe: Mehrere afghanische Ortskräfte und ihre Familien werden in Penzberg untergebracht. Die ersten sind schon da.

Penzberg - Die Taliban haben im August die Macht in Afghanistan übernommen. Seitdem werden gefährdete Menschen aus dem Land geholt, darunter auch Ortskräfte der deutschen Bundesministerien. Ein Teil von ihnen wird nun in Penzberg untergebracht, wie die Stadt in einer Pressemitteilung am Mittwoch bekanntgab. Gesteuert werde die Aufnahme und Verteilung der aus Afghanistan eingereisten Menschen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Laut der Stadt Penzberg habe die Regierung von Oberbayern bereits am vergangenen Wochenende den Gebäudeteil B der Gemeinschaftsunterkunft an der Nonnenwaldstraße in Penzberg „für die Unterbringung von Ortskräftefamilien aus Afghanistan übernommen“. Sie werden im vordersten, ersten Gebäude untergebracht, das Landratsamt Weilheim betreibe weiterhin den Gebäudeteil A neben dem Penzberger Jugendzentrum. Bis zum Ende des Jahres werden insgesamt zwölf Familien, insgesamt rund 60 Menschen, in Penzberg erwartet. Einige von ihnen haben drei und mehr Kinder. Die ersten beiden Familien haben bereits das Übergangsheim an der Nonnenwaldstraße bezogen.

Sie arbeiteten beispielsweise als Übersetzer, Wächter oder auch Köche

Zu afghanischen Ortskräften zählen laut der Pressemitteilung alle, „die in den letzten fünf Jahren vor Ort längerfristig für deutsche Ministerien tätig waren“, ein Großteil davon arbeitete für das Verteidigungsministerium. Sie halfen vor Ort etwa als Übersetzer, Wächter, Köche, Gärtner, Fluglotsen oder als ortskundige Fahrer. „Häufig stellten Ortskräfte auch den Kontakt zur Bevölkerung her und lieferten wichtige Informationen“, heißt es. Aufgrund ihrer früheren Tätigkeiten seien sie nun in ihrem Heimatland gefährdet.

Alle Ortskräfte und deren Familien hätten nach Angaben der Stadt einen Aufenthaltstitel oder ein Visum erhalten. Sämtliche relevanten Sicherheits- und Krankheitsüberprüfungen würden bereits im Vorfeld stattfinden. Bürgermeister Stefan Korpan ließ mitteilen, er hoffe, dass sich die Ortskräfte mit ihren Familien gut einleben werden. Die Penzberger Kinderbetreuungseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten seien über den Zuzug der afghanischen Familien informiert worden.

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