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Polizei-Hauptkommissarin Susanne Kettl ist neue Vize-Inspektionsleiterin bei der Polizei in P enzberg, neben ihr Inspektionsleiter Jan Pfeil.

In der Inspektion

Penzbergs Polizei hat eine Vize-Chefin

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Die Penzberger Polizei hat eine Vize-Inspektionsleiterin. Susanne Kettl heißt die neue Stellvertreterin von Jan Pfeil. Sie hat schon mit ganz schweren Kalibern zu tun gehabt.

Penzberg – Als Susanne Kettl im Jahr 1989 bei der Polizei anfing, war dieser Beruf noch eine reine Männerdomäne. Erst ab 1990 wurden Frauen in den allgemeinen Polizeidienst eingestellt. Frauen, die diesen Beruf trotzdem vorher ausüben wollten, konnten über ein Sonderprogramm bei der „weiblichen Kriminalpolizei“ einsteigen. Diesen Weg wählte auch Susanne Kettl. Wieso? Durch ein Erlebnis aus ihrer Jugend sei sie mit der Kripo in Kontakt gekommen, erzählt die gebürtige Münchnerin. Die Arbeit interessierte sie. „Ich wollte das auch machen.“

Seit Juli ist die 50-Jährige nun in der Penzberger Polizeiinspektion Stellvertreterin von Polizeichef Jan Pfeil. Die zweifache Mutter lebt mit ihrer Familie seit 2004 in Ohlstadt. Wegen der Nähe zum Wohnort ist ihr Penzberg nicht ganz unbekannt. „Ein ruhiges Städtchen mit einem sehr schönen Umland“, sagt sie. Auch ihr Mann Jürgen Kettl ist Polizist. Er arbeitet als stellvertretender Inspektionsleiter in Murnau. Sie haben einen Sohn und eine Tochter – die 16-Jährige ist Eiskunstlauf-Leistungssportlerin im C-Bundeskader ist, was auch der Mutter ein neues Hobby beschert hat. „Wir sind viel unterwegs“, sagt sie schmunzelnd.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern ist Penzberg nach Brannenburg erst die zweite Inspektion, die eine stellvertretende Leiterin bekommt. Sie selbst macht darüber allerdings kein Aufhebens. Als Frau bei der Polizei habe sie sich immer gut aufgehoben gefühlt, sagt sie. Vielleicht sei früher der Ton rauer gewesen. Heute ist das nach ihrer Erfahrung nicht mehr so. Zudem arbeiten mittlerweile mehr Frauen in diesem Beruf – in Penzberg sind aktuell fünf Polizeibeamtinnen neben 27 Polizeibeamten im Dienst. Polizist oder Polizistin – „für mich hat das nie eine Rolle gespielt.“

Susanne Kettl bringt viel Erfahrung mit. Sie hat schon mit schweren Kalibern zu tun gehabt. 1993 begann sie in München beim mobilen Einsatzkommando (MEK). Diese Beamten beschäftigen sich – in Zivil – mit der organisierten Schwerstkriminalität, zum Beispiel mit Erpressungen, Geiselnahmen oder Entführungen. Susanne Kettl war bei Geldübergaben genauso wie bei Observationen dabei, um Banküberfälle zu verhindern. Gab es brenzlige Situationen? Nein, sagt Susanne Kettl. Man könne sich auf die Situation einstellen. Viel gefährlicher sei der normale Schutzdienst, sagt sie. Denn wenn diese Kollegen gerufen werden, wissen sie nicht, was sie erwartet: Bei einem normalen Familienstreit, in dem ein Polizeibeamter schlichtet, kann plötzlich ein Messer im Spiel sein.

Nach fünf Jahren im MEK ging Susanne Klettl 1998 nach Fürstenfeldbruck, um für den gehobenen Dienst zu studieren. Sie wurde Kommissarin. Nach ihrer Babypause arbeitete sie von 2006 bis 2008 zunächst bei der Kripo in München. Dort war sie für Körperverletzungsdelikte zuständig. Die nächste Station war die Polizeiinspektion in Garmisch-Partenkirchen, wo sie ab 2011 die zivile Ermittlungsgruppe leitete und zum Beispiel mit Rauschgift, Einbrüchen und häuslicher Gewalt zu tun hatte. Vor drei Jahren übernahm Susanne Kettl zudem eine wichtige Aufgabe beim G7-Gipfel in Schloss Elmau. Die ortskundige Polizeibeamtin war Führungsgehilfin von Polizei-Vizepräsident Peter Mauthofer, der damals den nächtlichen Einsatz leitete.

Was sie an der Polizeiarbeit schätzt? „Es wird nie langweilig“, antwortet Susanne Kettl. Am Anfang des Tages wisse man nicht, wie er endet. Ihre Devise bei alldem: „Ich will anderen Leuten helfen.“

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